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Neue Musik aus Berlin: Federico Albanese, I Salute, Sällskapet und Isolation Berlin

Blue & Blues | Fix & Foxy | Geschehen & Vergehen | Indie & Chanson

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02.03.2018

Wie jeden Monat haben wir auch diesmal wieder Label-Listen und Blogs durchforstet, um die spannendsten neuen Releases aus und zu Berlin zuammenzustellen. Das hier sind unsere Highlights im März.

Federico Albanese: By the deep sea

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Ende Februar erschienen, möchten wir den dritten Longplayer von Federico Albanese nicht unter den Teppich des kurzen Monats kehren. War sein letztes Album „The Blue Hour“ (2016) noch von der Spannung zwischen Licht und Schatten geprägt, kehrt der gebürtige Mailänder und Wahlberliner nun ans Wasser zurück, das schon schon sein 2012er-Debüt „The Houseboat And The Moon“ (2012) inspiriert hatte. Die großenteils aus Improvisationen entwickelten Kompositionen, zwölf Stück an der Zahl, sind weniger Ambient, mehr aufgeräumte Neoklassik mit klarem Hang zur Melancholie. Langweilig wird’s trotzdem nie, zumal Albanese seiner neuen Heimat einen Song gewidmet hat: Sein „Mauer Blues“ ist eine wehmütig zitternde Miniatur, in deren Streicherlinie die unzähligen gescheiterten Träume unserer Stadt anklingen. Am 18.4. live in der Volksbühne!

I Salute: How you like me now 

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Das ging fix: Erst im vergangenen August hatten wir das Debüt-Album von I Salute auf diesen Seiten, nun legen Sören und Magnus bereits mit neuen Songs nach: „How You Like Me Now“ heißt die fünf Nummern starke EP, auf der sich das von Berlin und Leipzig aus operierende Duo nochmals von seinem ohnehin schon progressiven Deutschrap emanzipiert. So wird es bunt: Der Titeltrack ist feinster Indiepop, „Malice“ lässig swingender Frühsommer-Hip-Hop, während „Play Nice“ mit hochmodernen, beatverschobenen Produktionsdetails punktet. Mit dem unvermittelt zwischen Wut und Wehmut wankenden, von einer reichen Melodielinie getragenen „Still Running“ hebt sich die EP außerdem eine echte Überraschung für den Tusch auf.

Sällskapet: Dispartition

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Stimmungswechsel im großen Stil: Eigentlich hat die schwedische Ambient-Industrial-Rock-Formation Sällskapet mit unserer schönen Stadt nichts weiter im Hut, für ihr jüngstes, bereits drittes Album „Dispartition“ aber hat das Trio Singer-Songwriterin Andrea Schroeder als Gastsängerin ins Studio geholt. Acht der neun Songs prägt die Wahlberlinerin mit ihrer dunkelfarbigen Altstimme und haucht dabei potenzielle Schwergewichtigkeiten wie „Was wird geschehen? | Die Zeit vergeht | Kannst du verstehen?“ oder „Wir tanzen auf dem Trümmerfeld | Wenn die Welt im Wahn vergeht“ ins Mikro – was nicht nur dank der Abmischung in den Hansastudios mitunter schwer an Bowie erinnert.

Isolatin Berlin: Vergifte dich

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Die deutsche Indie-Sensation Isolation Berlin trägt die Hauptstadt gar im Namen trägt und hätte sich ihren Platz in diesem Feature schon so verdient – selbst wenn ihr seit Ende Februar erhältliches neues Album nicht den neuerlichen Beweis der lyrischen und soundvisionären Kraft des Quartetts um Sänger (und Erzähler!) Tobias Bamschorke antreten würde. Tut es aber, und das mit Wucht. Zwei Jahre nach der phänomenalen Debüt-LP „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ ist „Vergifte dich“ eine Sammlung weltschmerzmüder Gedichte, die förmlich frei über der Musik schweben, die Idee aus Rock, Chanson und Experiment durcheinander würfelt und so ihr ganz eigenes Spektakel produziert. Famos!
 

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