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24.01.2016 Januar 2016 - Eine Stadtplanerin und ein Diplom-Geograph im Interview

7 Fragen an: das Quartiersmanagement für die Nördliche Johannstadt

Jeden Monat stellt euch urbanite andere interessante Dresdner Persönlichkeiten vor. Diesmal im Januar 2016: die Stadtplanerin Christina Eppers und Diplom-Geograph Matthias Kunert vom Quartiersmanagement für die Nördliche Johannstadt.

 

Steckbrief von Christina Eppers und Matthias Kunert:

 

QM Johannstadt Dresden 1
Matthias Kunert und Christina Eppers
Wohnort: Hechtviertel, Striesen

 Beruf: Stadtplanerin, Geograph

 Web: www.qm-johannstadt.de

 

Seit Herbst 2015 leitet Stadtplanerin Christina Eppers gemeinsam mit dem Diplom-Geographen Matthias Kunert das Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt. Im Auftrag des Dresdner Stadtplanungsamtes entwickeln sie Konzepte und Strategien für ihren Stadtteil und stärken die Zusammenarbeit lokaler Akteure.

 

1. Was sind die Kernaufgaben und Ziele des „QM“?

 

Unsere Aufgabe ist es, den Stadtteilentwicklungsprozess, der in den kommenden Jahren mit dem Förderprogramm „Die Soziale Stadt“ angeschoben wird, als eine Art Stadtteilmoderator zu begleiten und Vermittler zwischen den verschiedenen Akteuren und Interessen zu sein. Wir wollen einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten, indem wir Anliegen der Bewohnerschaft aufnehmen und weitertragen, Institutionen und Bürger bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten helfen, die Zusammenarbeit im Gebiet fördern und in der Kommunikation die Stärken und Potenziale des Stadtteils mehr in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung rücken.

 

2. Wie stellt sich das in der täglichen Arbeit dar?

 

QM Johannstadt Dresden 2
Blick über die Brachflächen des ehemaligen Plattenwerks
Das ändert sich ständig. Am Anfang haben wir intensive Einzelgespräche mit VertreterInnen der Initiativen geführt, die in der Johannstadt bereits aktiv sind, um zu erfahren, wer was für welche Zielgruppen tut, was sich die Akteure im Stadtteil wünschen und wie wir gemeinsam das Quartiersmanagement ausgestalten wollen. Denn das Quartiersmanagement ist eine Gemeinschaftsaufgabe. 

 

3. Das Quartiersmanagement ist Teil des Förderprogramms „Die Soziale Stadt“. Was kann man sich darunter vorstellen?

 

Die „Soziale Stadt“ ist ein Städtebauförderprogramm, das zu jeweils einem Drittel von Bund, Land und Gemeinde finanziert wird. Ziel ist die Stabilisierung und Aufwertung von Stadtgebieten, die durch städtebauliche und soziale Missstände benachteiligt sind und einen besonderen Entwicklungsbedarf haben. 

 

4. Wie können sich Bürger konkret beteiligen?

 

Jeder kann seine Ideen, Wünsche und Vorschläge für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils einbringen. Dazu bieten wir Bürgersprechstunden an, es gibt Stadtteilspaziergänge und Veranstaltungen, und natürlich kann man uns per E-Mail oder telefonisch kontaktieren. Wir unterstützen die Bürger dabei, eigene Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Jeder Einzelne ist deshalb auch aufgerufen nachzudenken, was er selbst tun kann, um die Johannstadt noch ein Stück lebenswerter zu machen. 

 

5. Welche lokalen Initiativen und Partner engagieren sich bereits in der Nördlichen Johannstadt? 

 

QM Johannstadt Dresden 3
Interkulturelles Straßenfest auf dem Bönischplatz im Sommer 2015
Zum Glück sehr viele. Wir haben in den ersten vier Monaten mit 25 Partnern gesprochen, mindestens 30 weitere stehen im nächsten Jahr auf der Agenda. Das reicht von Kultureinrichtungen über die Akteure der Kinder- und Jugendarbeit, der Integrationsarbeit, die Bildungseinrichtungen und lokale Ladenbesitzer bis hin zu den Wohnungsunternehmen, die alle schon Aktivitäten im Stadtteil gestalten. Es gibt auch Netzwerke wie die Stadtteilrunde und das Netzwerk Johannstadt, in denen sich verschiedene Institutionen zusammengeschlossen haben. Jüngst hat sich auch das Netzwerk „Willkommen in Johannstadt“ gegründet. 

 

6. Eines Ihrer Förderprojekte ist das „JohannStadtRad“. Was macht dieses Projekt aus?

 

Im Kern des Projektes will der Antragsteller – die urbanofeel GbR – ein Lastenfahrrad anschaffen, das von allen Initiativen und Privatpersonen

im Stadtteil als umweltfreundliches Verkehrs- und Transportmittel

kostengünstig ausgeliehen werden kann.

 

7. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Stadtteils? 

 

Wir wünschen uns, dass wieder mehr Menschen glauben und auch erfahren, dass man gerade auf Stadtteilebene viel verändern und mitgestalten kann. Wir wünschen uns einen Stadtteil, in dem Menschen ihre Nachbarn kennen, sich gegenseitig unterstützen und Verständnis für unterschiedliche Lebenskonzepte und Bedürfnisse entwickeln. Dafür brauchen wir Orte, wo Menschen einander begegnen können. Das können Gebäude sein, aber auch ein ansprechend gestalteter öffentlicher Raum. Besonders schwebt uns ein belebter Bönischplatz als Stadtteilzentrum vor, auf dem sich Menschen aller Altersgruppen und Herkunft gern aufhalten.

Viola Martin-Mönnich

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