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Kultur

11.10.2017 Ein facettenreiches Kaleidoskop

Dresdner Band im Fokus: Woods of Birnam

Autor Kaddi Cutz

Schon der Bandname verrät: Hier gibt’s großes Theater! Das ist auch kein Wunder, denn Leadsänger Christian Friedel ist ein bekannter Schauspieler (u.a. „Das weiße Band“), der nicht nur auf der Bühne des Staatsschauspiels zuhause ist. Zusammen mit Ludwig Bauer, Christian Grochau, Phillipp Makolies und Uwe Pasora, die allesamt zuvor bei POLARKREIS 18 spielten, gründete Friedel 2011 die Woods of Birnam.

 

Shakespeare als Vorbild

 

Woods of Birnam
Nicht nur eine reine Theaterband. Wood of Birnam zeigen sich vielseitig und tiefgründig.
„Macbeth“ diente hier als Inspiration – in besagten Wäldern findet der von Shakespeare ersonnene Tyrann sein Ende. Musikalisch fahren die Woods of Birnam ein facettenreiches Kaleidoskop auf: Mal auf den Schwingen sensibler Melancholie, mal aufrührend, mal opulent, lässt sie sich in keine Schublade stecken. Das gilt auch für die Themen, denen sich die Band in ihren Songs widmet: „Wir wollen möglichst flexibel und frei sein. Beim unserem ersten Album wollten wir einen ersten Querschnitt der Band abbilden und haben dabei sowohl Theatersongs inspiriert von Shakespeare, als auch persönliche Texte veröffentlicht. Bei unserem zweiten Projekt 'Searching for William' haben wir uns komplett mit der Welt von William Shakespeare auseinandergesetzt. Derzeit arbeiten wir an unserem dritten Album, was ausschließlich sehr persönliche Themenbereiche abbilden wird. Es geht vorrangig um die Bewältigung eines großen Verlustes und wird ganz und gar kein Theateralbum“, fasst Friedel zusammen. Dass er als Schauspieler eng mit dem Theater verbunden ist, ließ eine ganz eigene Symbiose zwischen Musik und Schauspiel entstehen. So nennt er auch die erste Zusammenarbeit mit dem Staatsschauspiel Dresden im Rahmen der Inszenierung von „Hamlet“ als Highlight der bisherigen Bandgeschichte: „Das hat uns ganz neue Blickwinkel auf unsere Band werfen lassen“. Als 2014 der Song „I'll Call Thee Hamlet“ der Titelsong für den Schweiger-Film „Honig im Kopf“ wurde, rückten die Woods of Birnam auch über die Grenzen Dresdens hinaus in die öffentliche Wahrnehmung, der Song wurde ein kleiner Hit. „Das war eine ganz besondere Erfahrung und ein toller Push“, resümiert der Sänger,  „dennoch muss man natürlich am Ball bleiben. Im nächsten Jahr wollen wir mit neuem Album und neuer Tour ein neues Lebenszeichen in die Welt tragen. Der Titelsong zu einem sehr erfolgreichen Film war für all das ein großartiger Startpunkt“.

 

Neben der Arbeit zum neuen Album steht die Band derzeit mit dem Hybridprojekt „Searching for William“, einer Verbindung von Konzert und Theaterperformance, auf der Bühne des Staatsschauspiels. Und weil auch andere Bühnen inzwischen Wind von der Einzigartigkeit dieses Projekts bekommen haben, waren die Woods vor einigen Wochen bei den Salzburger Festspielen zu Gast, wo es Begeisterungsstürme und Standing Ovations regnete. Eine europaweite Tour ist bereits in Planung. Dennoch geht es Multitalent Christian Friedel bewusst darum, gerade bei Konzerten nicht den Musiker zu spielen, sondern sich als authentischer Performer zu präsentieren und ein natürliches Zusammenspiel der schauspielerischen Seite mit der Musik entstehen zu lassen. Die restliche Band fungiert dabei mit ihren Instrumenten als Dialogpartner auf Augenhöhe.

 

Vielfalt in Dresden

 

Als reine Theaterband wollen sich die Woods of Birnam dennoch nicht verstanden wissen: „Unser Repertoire ist weitaus breiter und vielfältiger“. Als vielfältig erleben sie auch ihre Heimatstadt Dresden. Dass das Ansehen der Elbmetropole in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch die montäglichen Aktivitäten abendlandaffiner Spaziergänger, gelitten hat, macht sie traurig. „Dresden ist eine sehr lebenswerte Stadt, die einem viele Perspektiven bildet. Diese Stadt ist so reich an internationaler Kultur und Geschichte, dass es eine Schande ist, dass sie in der internationalen Presse als intolerant und weltfremd dargestellt wird. Es gibt sehr viele spannende Bands, Musiker und Künstler, die ein anderes Bild in die Welt tragen und tragen werden. Wir sind froh, ein Teil dieser Community zu sein“.

 

INFOS: woodsofbirnam.com  |  Termine: 16.10. Searching for William & 19.10. Hamlet jeweils im Schauspielhaus

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