Suche:
Wähle deine Stadt:
Sport

11.01.2017 Von einem, der einfach anfängt

Ehrenamtliches Engagement bei den Schwimmern vom DSC

Artikelbild für Ehrenamtliches Engagement bei den Schwimmern vom DSC
Abteilungsleiter & Trainer: Philipp Wollmann
Philipp Wollmann ist Schwimmtrainer und vor wenigen Wochen erneut zum Abteilungsleiter beim Dresdner Sportclub 1898 e.V. gewählt worden. Ein Gespräch mit dem Ehrenamt-aholic. 

 

„Es müssten mittlerweile so zwischen fünf oder sechs Jahre sein”, überlegt er. „Letztlich habe ich nicht schnell genug ,Nein’ gesagt”, fügt er lachend hinzu, würdigt aber gleich darauf die Leistung seiner Abteilung: „Seit der Wahl damals konnten wir die Arbeit kontinuierlich fortsetzen und die Abteilung gleichzeitig fit machen für die aktuellen Herausforderungen.” 

 

Je nachdem was anfällt, investiert er ehrenamtlich zwischen sieben und zehn Stunden pro Woche in sein Hobby. Zusätzlich zu den eher bürokratischen Aufgaben steht Philipp Wollmann noch als Trainer am Beckenrand. Mit Trainingsvorbereitung und Betreuung kommen somit noch einmal zwischen sieben und acht Stunden auf das Konto des Ehrenamtlichen. „Gelegentlich geht der Spaß an der Sache auch einmal verloren”, so Wollmann. Zunehmender bürokratischer Aufwand und ständig neu zu führende Papierkriege machen die Arbeit nicht leichter. Auch die Suche nach Sponsoren gestaltet sich mitunter schwierig. Denn in dieser Hinsicht ist Dresden bereits ausreichend abgegrast. Das sei wiederum der Nachteil an großen Städten, die viele Vereine und auch Leistungssport vorweisen könnten, meint Wollmann. “Aber so ist es eben, und damit muss man arbeiten.“

 

Doch nicht nur um verschiedene kleine und große Sponsoren gibt es einen regelrechten Konkurrenzkampf, auch in puncto Fördergelder werden die Ellbogen ausgefahren. „Verglichen mit Ballsportarten ist Schwimmen für die Zuschauer eine doch schon eher langweilige Sportart. Das macht es für uns nicht gerade einfach.” Das Ringen um dringend benötigte Fördergelder kann dann durchaus mal in spürbaren Frust ausarten, wenn Beträge mal eben zugunsten anderer, größerer Vereine gekürzt werden. 

 

Alles braucht seine Zeit – im Ehrenamt besonders

Rosinenpicken und sich ausschließlich auf seine Trainertätigkeit konzentrieren, will er aber nicht: “Ich nenne es mal idealistisches Denken. Mancher hält es womöglich eher für naiv, aber grundsätzlich funktioniert das ganze System nur, wenn alle etwas dazu beitragen”, erklärt er. “Es ist schwierig neue Leute zu begeistern, aber einer muss anfangen, sonst passiert eben gar nichts.” 

 

Bleibt noch zu fragen, was sich Wollmann, dessen Abteilung zuletzt 940 Mitglieder zählte für die Zukunft noch so vorgenommen hat: „Wir möchten die Abteilung noch weiter voranbringen.” Damit meint er vor allem den weiteren Ausbau und die Etablierung des bereits gegründeten Nachwuchszentrums. Im Grundschulalter angefangen, sollen die kleinen Sportler von vornherein richtig gefördert und gefordert werden. Dafür wurde auch schon ein hauptamtlicher Trainer/Koordinator eingestellt, der auch für etwas Entlastung bei den Ehrenämtlern sorgen soll. Dennoch wird auch für das Nachwuchszentrum viel unentgeltlich investiert, damit Talente frühzeitig erkannt und für den Schwimmsport begeistert werden können. „Wie alles, was nicht hauptamtlich passiert, braucht auch so etwas seine Zeit, aber es geht voran”, sagt Wollmann. Die junge Lilo Firkert ist ein gutes Beispiel dafür. 2016 wurde sie Deutsche Juniorenmeisterin über 50m Rücken und schwamm mit gerade einmal 14 Jahren in der offenen Wettkampfklasse auf Platz vier. „Langsam werden die Ausrufezeichen gesetzt”, meint auch Wollmann.

diesen Artikel teilen auf:
News-Info
Kommentare
› Schreibe einen Kommentar