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Kultur

13.10.2017 Oliver Polak bringt seinen eigentümlichen Humor nach Dresden

Oliver Polak: Comedy ohne Tabus

Er ist horny und oft auch ziemlich sad und bricht dabei mit seinen abstrakten, eigenwilligen Auftritten immer wieder Tabus der deutschen Stand-Up-Comedy, was dazu führt, dass man Oliver Polak entweder witzig findet oder einfach nur schockiert ist über seine Ausführungen. Mit seinem neuen Programm „Über Alles“ macht der Komiker auch in Dresden halt. Am 18. Oktober könnt ihr ihn live in der GrooveStation erleben.

 

Comedian Oliver Polak
Keine leichte Kost. Oliver Polak macht Stand-Up-Comedy im Grenzbereich.
Jogginghose und schamloser Humor, ganz klar: Oliver Polak ist ein Unikat in der deutschen Comedyszene und befindet sich mit seinen 40 Jahren im besten Midlife-Crisis-Alter. Neben seinen ausverkauften Bühnenshows „Jud Süss-Sauer“ und „Krankes Schwein“, die er in drei Ländern spielte, ist der Comedian auch als Kolumnist für „Die Welt“ tätig. Sein Look, den manche eher als nonkonform bis hin zu ungepflegt bezeichnen würden, ist Bühnengarderobe und Alltagsoutfit für den Mann, der das Publikum mit seiner Stand-Up-Comedy artistisch-asozial durch die unterschiedlichsten Themen führt und sich dabei kontinuierlich über Tabugrenzen hinaus wagt. Seine lüsterne Eigenbetrachtung gepaart mit einer tiefen depressiven Grundstimmung haben dem jüdisch-deutschen Comedian schon einiges an Aufmerksamkeit und Preisen eingebracht. 

 

Preisgekrönt und unmoralisch

 

Zuletzt erhielt Polak für seine Late-Night-Show „Applaus und raus“ den Grimme-Preis 2017 sowie den  Deutschen Fernsehpreis 2017 für die WDR-Sendung „Das Lachen der Anderen“. Bereits 2008 konnte er mit seinem ersten literarischen Werk „Ich bin Jude, ich darf das“ erste Erfolge als Autor verzeichnen.                          

Der gebürtige Papenburger trägt seine Meinung stets schonungslos nach außen und als dementsprechend anmaßend mag auch der Ein oder Andere seine Witze empfinden. Aber gerade wegen dieser unorthodoxen Denkweise schätzen Fans den impulsiven Künstler, dessen Ausführungen einen Gegenpol zum angeblich ausgedienten deutschen Steuersparerhumor bilden. Doch die bärige Person mit dem unsittlichen Sinn fürs Komische hat durchaus eine verletzliche Seite, denn der Wahlberliner hat bereits einen Aufenthalt in der Psychiatrie aufgrund von Depressionen hinter sich. In seinem Bestseller „Der jüdische Patient“ schildert er, verpackt in seinem speziellen Stil, was passiert, wenn ein Komiker in einer Nervenheilanstalt landet. Mit seiner gewohnt wankelmütigen und unvorhersehbaren Art verweist der Comedian dabei immer wieder auf Abgründe eines jeden Einzelnen, insbesondere der eigenen elenden Existenz.

 

Tabubruch gegen bürgerlichen Anstand

 

Auch in seiner neuen Show „Über Alles“ setzt Polak darauf, zu polarisieren und an den Denkmustern einer Gesellschaft zu schrauben, die sich auf ein Netz aus ungeschriebenen Benimmregeln stützt. Dabei geht es auch diesmal darum, sich vehement durch verbal unorthodoxe Artikulation abzuheben. Wie man ihn kennt, kann man auch bei seinem neuen Programm damit rechnen, dass auf der Bühne diverse Tabus gebrochen werden. Es geht um das nackte Leben mit all seinen Facetten, Hass und Perversionen, eben „Über Alles“ und über alle Grenzen hinaus.

 

Übrigens: Am 18. Oktober ab 20 Uhr könnt ihr Oliver Polak live erleben. Er gastiert mit seinem neuen Bühnenprogramm „Über Alles“ in der GrooveStation. Tickets gibt‘s für rund 17€.

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