Leipziger Musiker im Fokus: DJ Lexer DJ Lexer aus Leipzig: „Die geileren Partys waren immer draußen“

Wir sprachen mit dem Leipziger DJ Lexer. Über den phänomenalen Moment auf dem Fusion Festival, sein neues (erstes!) Album und seinen Leipziger Lieblingsclub!

Glockenschläge. Sanft daher trappende Töne. Vogelgezwitscher. Und dann wird alles, ganz in Schritt-für-Schritt-Manier, dynamischer. Das war der Moment, der viele Fusion-Gänger 2013 fühlen ließ, warum Open Airs eine unsagbare Kraft haben. Das war auch der Moment, der viele Soundcloud-User die Boxen Zuhause aufdrehen ließ. Allen voran war es allerdings der Moment, der es schaffte, den Leipziger Electro-DJ Lexer mit eben jenem Fusion-Set aus der Unbekanntheit in die Feiermasse zu hieven.

Doch nochmal zurück. Lexer! Der Mittzwanziger wollte eigentlich nie DJ werden, machte sein Abi und danach eine Ausbildung zum Kaufmann. Doch schon während der Abi-Zeit begann er, ein wenig an privaten Sets vor sich hin zu schrauben und kaufte sich dann mit seinem ersten Lehrgeld einen Player. Mit zunehmender Professionalität wechselte er auch seinen Stil, der zu Beginn „eigentlich eine Art von Quietsch-Electro im Afrojack-Stil war und sich dann erst zum Deep-House-Tech transformierte.“

Das erste Album: Nowhere Else

Mittlerweile wird er weltweit gebucht, bringt im Frühjahr 2015 sein erstes Album „Nowhere Else“ raus, welches auf seinem eigenem Label „Wild Animals“ erscheint und tourt durch die ganze Welt. „Nowhere Else“ könnte man auch als „Nobody but Lexer“-Album bezeichnen, da die Tracklist Lexers Mannigfaltigkeit in Klang und Ton bringt. „Die erste Hälfte des Albums ist typisch für den Open-Air-Lexer: Melodisch und sanft-tanzbar. Die zweite Hälfte beschreibt den Club-Lexer: Da wird das Ganze einen Zacken schärfer und Synthesizer-lastiger“. Seinem Stil ist er sich trotz rasch steigenden Booking-Anfragen treu geblieben, doch ist er jetzt viel verstärkter in der Clubszene unterwegs. So kommt die Frage nicht beiläufig daher, ob Lexer nach dem Fusion-Hype nunmehr nicht zum Club-Touristen avanciere: „Open Airs passen nach wie vor etwas besser zu mir und meiner Musik. Die geileren Partys waren einfach immer draußen. Dennoch werde ich wohl nicht nochmal auf der Fusion spielen, auch wenn mich viele danach fragen. Manche Dinge sollten ihre Einmaligkeit behalten. Für mich könnte ich diesen Moment 2013 sowieso nicht reproduzieren … Das war einfach unglaublich. Doch spiele ich natürlich auch gerne in Clubs, weil ich dort meine dynamischere Seite zeigen kann. Obwohl ich in Leipzig lebe, bin ich diesbezüglich jedoch eher in Clubs anderer Städte musikalisch unterwegs. Ich glaube, für manche Leipziger Clubs bin ich einfach zu kommerziell. Das ist für mich allerdings völlig okay.“ Und das glauben wir ihm.

Lexer privat: Hans Zimmer, Coldplay und Schweinchen-Spielzeug

© Tom Thiele
Das Gespräch mit Lexer zeigte nämlich nicht zuletzt, dass wir es nicht mit einem erfolgsgeilen Überflieger zutun haben, sondern viel mehr mit einem lässigen Typen, der während des Interviews seinen Hund mit dem Schweinchen-Spielzeug zufriedenstellt, und der jeden Auftritt als Chance sieht, das zu tun, was er liebt: Musik machen.
Privat hört er übrigens sehr gerne Filmmusik von Hans Zimmer oder Coldplay-Alben. Und wenn er die Nacht in Leipzig unsicher machen will, geht er gerne in Clubs wie das elipamanoke. „Da war ich letztens erst mit ein paar Kumpels zur Moon Harbour Label-Night mit Matthias Tanzmann.“ 


Und wo gehen wir hin, wenn wir mit ein paar Kumpels auf den dynamischeren und schärferen Lexer stoßen wollen? Am 21. März ins Täubchenthal zum Beispiel, wenn uns die Kommerz-Nichtkommerz-Debatte ebenfalls nicht juckt. Wir verlosen 2×2 Tickets!