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10.07.2013 7 Fragen an...

Florian Friedrich von der Bandcommunity

Florian Friedrich ist der erste und einzige feste Mitarbeiter des Bandcommunity e.V. Er koordiniert u.a. alles Organisatorische im 2010 gegründeten Bandhaus. Das ist auch dringend nötig, denn die Proberaum-Situation für Bands in Leipzig ist prekär. Florian hat urbanite erzählt, welche Aufgaben die Bandcommunity zu lösen hat. 

Florian Friedrich von der Bandcommunity
Florian sorgt dafür, dass im Bandhaus alles funktioniert

        

 Steckbrief: Florian Friedrich
    Geburtstag
22. Juni 1982
    Geburtsort
Karl-Marx-Stadt
     Beruf
Projektkoordinator
    Wohnort seit 2009 in Leipzig
     BAusbildung M.A. Politikwissenschaft

 

 

 

 

 

 

  1. Was ist die Bandcommunity?
    Die Bandcommunity ist ein gemeinnütziger Verein, der mit der Intention gegründet wurde, kleinen Leipziger Bands eine Auftrittsmöglichkeit zu geben, denn damals gab‘s wenig Möglichkeiten als Leipziger Band irgendwo eine Show zu spielen. Allerdings haben sich jetzt die Prioritäten verschoben. Mittlerweile gibt‘s genug Clubs, wo Leipziger Bands spielen können, aber dafür gibt’s keine Proberäume mehr. Im Juli 2010 hat dann die Bandcommunity das Bandhaus eröffnet und zahlreichen Bands – momentan etwa 40 – einen Proberaum ermöglicht. Die Proberaumsituation in Leipzig wird seit 2010 ja immer problematischer.
  2. Warum? Was ist passiert?
    Das Hupfeld-Center, wo etwa 50 Bands probten, hatte einen neuen Eigentümer, der die Mieten extrem anzog. Die meisten konnten sich das nicht mehr leisten. Plötzlich standen von heute auf morgen 50 Bands auf der Straße. Auch viele andere Komplexe haben zugemacht. Die betroffenen Bands melden sich dann meistens bei mir und fragen nach Möglichkeiten, wo man Proberäume bekommt, im besten Fall, um auch bei uns unterzukommen. Allerdings sind wir seit Juli 2010 komplett voll.
  3. Wie viel kostet so ein Proberaum im Monat?
    Die meisten Räume sind 17m² groß und kosten 125€ warm. Dann haben wir noch zwei, drei größere um die 30m², die doppelt so teuer sind. Kleinere Räume, 12m², liegen bei 85€ und wir haben einen ganz großen Raum, der ist knapp 69m² groß, den wir tageweise vermieten, derzeit proben da 2x die Woche Samba Pintada. Der Raum kostet im Monat 75€, wenn man z.B. jeden Montag probt. Es gibt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Wenn ein Nachmieter gefunden wird, was wirklich schnell geht, kann man natürlich auch früher raus. Aber wir haben eine ganz, ganz niedrige Fluktuation an Bands. Die, die einmal hier sind, die bleiben in der Regel auch.
  4. Wie versucht ihr die Proberaum-Situation zu verbessern?
    Wir arbeiten daran, noch ein weiteres Objekt zu finden, was wir dann zusätzlich betreiben wie das Bandhaus. Wir schauen im
    Bandhaus Leipzig bietet Proberäume
    Das Bandhaus bietet Bands dringend benötigte Proberäume
    Moment nach Immobilien, um neue Proberäume zu schaffen. Aufgrund unseres Standortes in Plagwitz ist in erster Linie ausschlaggebend, dass hier im Umfeld etwas gefunden wird. So dass ich es als Verwalter mitbetreuen kann. Das Bandhaus funktioniert ja auch nur, weil ich hier jeden Tag als Ansprechpartner für die Bands vor Ort bin. Leider ist zur Zeit noch nicht abzusehen, wann es so weit ist. Es kann dauern, aber es kann auch schon in 3 Monaten was geschehen sein.
  5. Gehst du durch die Gänge, um zu hören, was gerade so gespielt wird?
    Ich höre das unfreiwillig immer (lacht), weil die Proberäume direkt über meinem Büro liegen. Und wenn dann im selben Moment mehrere Bands proben, kommt vieles ineinander und man hat dann wirklich interessante Mischungen (lacht).
  6. Ist es nicht einsam, als einziger Mitarbeiter?
    Das dachte ich mir anfangs auch, aber nachmittags sind ja dann die Bands zum Schnattern da. Ich find‘s eigentlich ganz angenehm, weil ich nicht gestört werde (lacht). Aber es besteht schon ein kleiner Druck, denn die Stadt erwartet von mir und dem Verein, dass wir den Bands weiterhelfen. Meistens kann ich wenig positive Nachrichten übermitteln. Man muss immer mit offenen Ohren durch die Gegend laufen.
  7. Mit dem „Hippie Yeah!“ feiert ihr euer 10-jähriges Vereinsbestehen. Auf was können wir uns freuen?
    Seit 2011 haben wir dieses Sommerfest auf unserem Gelände mit kostenlosem Eintritt. Im Hof steht eine Open-Air-Bühne mit fünf, sechs Bands und vielen Ständen mit Leuten, die etwas interaktiv anbieten wie z.B. eine Druckwerkstatt oder die Erleb-Bar, die Instrumente mit Kindern bastelt. Es ist kein rein musikalisches Event, sondern wir wollen etwas, wo sich die Leute auch ein bisschen beteiligen können. Das Fest ist dieses Jahr am 13. Juli ab 15 Uhr. Musikalisch haben wir als Headliner die Tornados. Das ist eine 11-köpfige Skaband, die ca. 21.30 Uhr auftritt. Dann haben wir noch Michael Heinemann & Platform M – das ist Popmusik mit ein bisschen Funk. Auch dabei ist die Ska-Punk-Band The Mugshots aus Warschau, die Hip-Hop-Crew Ostfront und die Rockabilly-Band Los Chupacabras. Mit dabei ist auch Radio Queens, das ist eine Band, die gerade ziemlich durchstartet. Außerdem haben wir zum 10-jährigen Jubiläum auch eine kleine Festschrift angefertigt. Dort haben sich u.a. Leute verewigt, die uns die letzten 10 Jahre über begleitet haben. Zudem ist auch ein Videozusammenschnitt im Foyer geplant. Jeder ist bei uns willkommen und herzlich eingeladen, mit uns zu feiern!

 

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Mehr Infos zur Bandcommunity, dem Bandhaus und dem Hippie Yeah! findet ihr hier.

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