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03.03.2015 Truckerpunks in Männershorts

Leipziger Bands im Fokus: Die Kosmonauten

Auszug aus der kosmonautischen Bandbiografie: „Weltraumbahnhof Baikonur 1964. Vier junge russische Raumfahrer betreten in streng geheimer Mission einen streng geheimen Raketentyp (Iwanowo ZK 12), der so streng geheim ist, dass nicht einmal der russische Geheimdienst etwas davon weiß.
 Es geht um die Erforschung und Bergung suborbital stellaren Weltraumnebels im Sternzeichen des Ophiuchus zur Stahlhärtung und Weiterverwendung desselben in den linken Moskwitschtüren. [...] Die vier Kosmonauten betreten die Rakete.
 Die Düsentriebwerke starten mit lautem Getöse. Unter ungeheurem Lärm hebt sich das Gefährt scheinbar schwerelos in den ukrainischen Nachthimmel, und entfleucht – immer kleiner werdend – im Kosmos. 
Doch da ... plötzlich, wie aus dem Nichts, ein greller Blitz gleißenden Lichtes!
 Danach ... Stille, ... Nacht ...Was war passiert? 
Eine Sperrholzplatte am unteren Flexbeuger des Innenflügels hatte sich gelöst und eine Zeit-Raum-Anomalie verursacht. Die ZK 12 war verschwunden.“

Leipziger Bands im Fokus: Die Kosmonauten
Sładko Stanisławski aka. Alrik aka. der sportliche Raucher: Drums Bogumił Strawkowicz aka. Tobias aka. das nachdenkliche Model: Gesang, Gitarre Iwan Iwanov aka. Jan aka. Diva und Groupie Lover: Gitarre, Keyboard Václav Jindřichek aka. Tony aka. Schwarm aller Mädchen: Bass, Weltraumorgel

Dann geschah das noch Unglaublichere: Mehr als 30 Jahre später, doch keinen Tag gealtert, tauchen die Kosmonauten wieder auf. „Bleilochtalsperre, Thüringen 1999. Majestätisch liegt der Stausee im flimmernden Abendrot dieses letzten warmen Septembertages. Nichts vermag die Idylle zu trüben, so scheint es zumindest ... Ein dumpfes Donnern erklingt, der Himmel reißt auf und gibt einen glühenden Feuerball preis, der mit ungeheurer Wucht in die Fluten des Sees schießt. Eine Rauchwolke verhüllt das Ufer.
Aus dem milchigen Qualm erscheinen vier Silhouetten, die, näherkommend, in ihren edlen weißen Raumanzügen zweifelsfrei als Kosmonauten zu erkennen sind.“

Ja, was bleibt denn noch nach über 30 Jahren im Raum-Zeit-Kontinuum, in einer ganz neuen Welt und mit der Gewissheit, dass man von keiner Weltraumorganisation des Universums je wieder ins All geschickt würde? Dazu noch, dass der immer selbstverständliche Kleidungsstil belächelt wird? Richtig, was bleibt, ist die Musik, zeitlos und unvergessen. „Sie hat uns bei der Integration sehr geholfen“, beschreibt Sładko. Instrumentalmusik und russische Folklore der 60er brauchten sie in unsere Zeit und mischen sie mit Surf und Rock’n’Roll. Dennoch schmerzlich mussten die durch Zeit und Raum gereisten lernen, dass ihnen die Wahrheit ihrer Herkunft keiner abkauft – das hätten sie wohl selbst nicht. In moderner Zeit angekommen, legten sie sich unauffällige Decknamen, bürgerliche Jobs und eine ganz glaubhafte Story zu:


Vier normale Jungs?

Leipziger Bands im Fokus: Die Kosmonauten
So wird Musik gemacht! Einflüsse: The Astronauts, Beach Boys, Theo Schumann Combo, Sputniks, Oliver Onions Zusammenarbeit mit: The Leonites, Los Banditos
„Tobias“, „Alrik“ und „Tony“ waren schon zusammen in der Schule im „thüringischen Schleiz“ und gründeten „so ne richtige Datschenband vor Omas Gartenlaube“. Zum Studieren zog es alle drei nach Leipzig, wo sie auch ihren vierten Kosmonauten wiederfanden Bandkollegen „Jan“ kennenlernten. „Auf diesen Ossi-Style standen wir irgendwie schon immer“, so erklären sie ihren außergewöhnlichen Modegeschmack. „Und unser allererstes Konzert haben wir direkt vor einem Trabbi gespielt, das war einfach großartig und das verbindet.“ Mittlerweile scheinen die Kosmonauten recht gut mit den Sphären der neuen Welt vertraut, Bogumił sahen wir sogar geschickt mit einem Smartphone hantieren. Ein bisschen anpassen muss man sich nun mal. „Deswegen ist mittlerweile auch mehr Gesang hinzugekommen, obwohl wir uns generell als Instrumentalband sehen.“, erzählt er.


Hin und wieder spielen die vier in Noel’s Ballroom, ansonsten zieht es sie eher deutschlandweit in kleinere Clubs und auch auf Hochzeiten und Kneipenfeste. Klar, bei der unsteten Vergangenheit ... „Unsere Musik hören ja vor allem schöne Frauen“, erzählt Václav, „aber auch Kindern gefällt’s und natürlich der älteren Generation. Außerdem haben wir die knackigen Männershorts überhaupt erst wieder zum Trend gemacht und einen Meilenstein zur Emanzipizierung des Mannes beigetragen.“ Nicht umsonst wurden die vier von der Presse mit „Sexy Surf“ bezeichnet. Sexy-surfig wird es auch weitergehen, aber dieses Jahr soll nun ein neues Album auf den Markt. Es trägt den Namen des Genres, das sie selbst geprägt haben: „Trucker Punk“, ein extraterrestrisches Gemisch aus Country, 70’s Rock, Western und Punk. Ihr wollt reinhören? Auf Startnext könnt ihr die Jungs bei der Produktion ihres Albums unterstützen und euch schon jetzt ein Album oder weitere Gimmicks sichern!

www.startnext.com/diekosmonauten 

www.kosmonauten-online.de



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