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24.07.2013 Code-Girl-Interview: Frauen lernen Programmiersprache Ruby

Rails Girls Workshop in Leipzig

Ist urbanite kürzlich noch aufgefallen, dass es uns in unserer Themengestaltung ein wenig an „Herr Professorin“ fehlt, sind wir just auf ein paar von ihnen gestoßen. Die Leipziger Code Girls, ein Netzwerk programmier-enthusiastischer junger Frauen, veranstalten zum ersten Mal einen Rails Girls Workshop. Was Frauen und Mädchen bei dem Workshop erwartet und warum es die Bewegung gibt, erzählt uns das Code Girl Theresa Heilmann.

Rails Girls in Leipzig

Was ist der Rails Girls Workshop in Leipzig?
Rails Girls ist eine Bewegung, die es schon seit einiger Zeit gibt. Der erste Workshop wurde 2010 in Finnland veranstaltet und darauf folgten viele weitere auf der ganzen Welt. Es geht darum, dass sich Frauen bei diesem Workshop treffen und mehr über das Programmieren von Apps und die Programmiersprache Ruby lernen. Das Ganze geschieht mit Hilfe von Coaches, die sich bereit erklären, uns über die Schultern zu gucken und uns dabei helfen. Es geht um einen Kreationsprozess. Dabei möchte ich betonen, dass es sich hierbei um ein Non-Profit-Event handelt. Wir suchen auch immer noch Sponsoren und freiwillige Coaches.

Was ist die Intention der Code Girls und Rails Girls?
Die Code Girls versuchen Mädchen und Frauen die Möglichkeit zu geben, einen Zugang zum Programmieren zu finden und damit ein kreativer Teil der digitalisierten Welt zu werden. Es ist ein großer Unterschied, ob man sich selbst immer nur in der Rolle des Konsumenten sieht oder auch mal sagen kann: „Das habe ich gemacht!“. Doch nach wie vor ist es einfach so, dass Frauen in der IT-Branche unterrepräsentiert sind.

Woran liegt das?
Das weiß ich nicht so genau. Ein Punkt kann natürlich sein, dass sich manche Menschen einfach nicht dafür interessieren. Aber auch, weil sie sich nicht trauen. Viele Frauen denken, dass sie Programmieren nicht lernen könnten oder auch einfach keine Idee davon haben, was man damit alles machen kann. Ein anderer Punkt für z.B. fehlendes Interesse ist vielleicht auch, dass es keine weiblichen Vorbilder in der IT-Branche gibt. Wir wollen mit dem Workshop helfen, Frauen einen Einstieg zu geben und sich für das Thema zu öffnen.

Wie ist der Ablauf des Workshops?
Der Workshop findet im Tapetenwerk statt. Am 30. August veranstalten wir eine Installationsparty. Dort sollen sich die Teilnehmer und Coaches kennenlernen. Am 31. August beginnt dann der eigentliche Workshop – da geht es dann richtig los. Wir programmieren eine erste kleine App, Schritt für Schritt.

Was braucht man, um mitzumachen?
Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Das einzige, was mitzubringen ist, sind ein Laptop und natürlich Enthusiasmus und Interesse, etwas zu lernen. Es geht darum, etwas zu kreieren. Und natürlich kann man an einem Wochenende keine Programmiersprache lernen aber die
Code Girls auf der re:publica
Code Girls auf der re:publica
TeilnehmerInnen werden danach eine Idee davon haben, wie Web-Applikationen funktionieren und wie man sie baut.

Wer finanziert euch?
Wir sind auf Sponsorengelder angewiesen. Wir und die Coaches machen das alles unentgeltlich. Wir hoffen, dass sich noch ein paar Firmen und Unternehmen melden und uns unterstützen. Wie uns Sponsoren unterstützen können und was sie dafür bekommen, kann auf railsgirls.com/leipzig angesehen werden.

Das ganze wird von den Leipziger Code Girls organisiert. Wer seid ihr?
Wir haben uns zusammengeschlossen und die Code Girls Leipzig gegründet. Wir hatten bis dahin wenig oder keine Erfahrungen mit dem Programmieren. Zwei der Code Girls, Natalie und Julia, waren auf der Campus Party in Berlin und dort berichteten so viele Menschen davon, wie sie Programmieren gelernt haben und was sie heute für cooles Zeug machen. Und weil sich das so einfach anhörte, dachten sich die beiden: „Hey, das können wir doch auch!“ So war dann die Idee geboren. Unsere Treffen darf man sich aber nicht als Hochschulkurs vorstellen: Da steht keiner vor uns und leitet uns an, wie man z.B. eine Homepage baut. Wir versuchen uns selbst an den Sachen und tauschen uns aus, wenn es irgendwo hakt. Der Lernprozess findet gemeinsam statt.

Sind auch Männer erlaubt?
Ja, wir haben auch einen Jungen dabei (lacht). Stephan hilft uns hier und da. Er hat eine Informatik-Ausbildung. Außerdem ist er wirklich ein netter Mensch und wir wollen ja auch nicht diskriminierend sein. Es gibt keinen Grund, radikal zu werden (lacht)! Aber insgesamt richtet sich unsere Bewegung eher an Mädchen und Frauen.

Die Code Girls haben sogar schon auf der re:publica, der Konferenz rund um soziale Medien und digitaler Gesellschaft, gesprochen. Wie wurdet ihr mit eurer Idee aufgenommen?
Code Girls
Die Codegirls treffen sich im sub:lab
Ja, das war wirklich toll. Kurz vorm Ende des „Call for Papers“, also der Bewerbungsfrist, haben wir unser Exposé eingeschickt und wurden tatsächlich mit unserem Vortrag zur re:publica eingeladen. Wir haben auf der Konferenz sehr positives Feedback – von Frauen und Männern – bekommen, weil es nun mal nicht zu leugnen ist, dass Frauen deutlich seltener in IT-Berufen zu finden sind. Und ehrlich gesagt, glaube ich, dass viele einfach von unserem Engagement und Mut beeindruckt waren, denn wir hatten ja eigentlich keine Ahnung vom Programmieren.

Wo treffen sich die Code Girls? Darf jeder mitmachen?
Wir treffen uns alle zwei Wochen 19 Uhr im sub:lab im Westwerk. Es kann jeder kommen, ohne Voranmeldung. Wir freuen uns, wenn unsere Gruppe wächst.

 

Wenn ihr noch Fragen zu den Code Girls habt, dann schreibt einfach eine Email an code.girls@yahoo.de

Für den Rails Girls Workshop am 30. und 31. August 2013 meldet ihr euch einfach bis zum 10. August hier an.

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