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Kultur

02.10.2012 Die Werk 2 Kulturfabrik leipzig

Kultur für Connewitz seit 20 Jahren: Werk 2

Die Lettern der Anzeigetafel am Connewitzer Kreuz verkünden es: Das Werk 2 feiert seinen 20. Geburtstag. Und damit auch der Verein, der seit zwei Jahrzehnten Kultur in den Süden bringt – und damit die gesamte Stadt anlockt.

Betritt man den frisch gepflasterten Innenhof des Werks, so springt einem die Vergangenheit des Geländes förmlich ins Gesicht. Die alten Hallen wurden 1848 als Gasmesserfabrik eröffnet und in der DDR als VEB Werkstoffprüfmaschinen weitergeführt. Als 1992 die Nutzung als Kulturfabrik begann und gleichzeitig der Verein gegründet wurde, setzte man bewusst auf den Industriecharme. „Die Idee war es, Kultur ins alte Fabrikgelände zu bringen“, so Jürgen Ackermann, Vorstandsvorsitzender des Vereins, der heute etwa 40 Mitglieder umfasst.
Kurse im Werk 2 Leipzig
Das Werk 2 bietet auch genügend Platz für Kurse

Musik, Theater, Film und Literatur


Kultur – ein schemenhafter Begriff. Im Falle des Werks bedeutet dies, dass Musik auf Kurse, Theater, Film und Literatur trifft. Katja Krause, seit 2011 Geschäftsführerin des Soziokulturellen Zentrums, fasst es so zusammen: „Wir bieten Kultur für alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen an, quasi Kultur zum Machen.“
 

Halle 1 und Halle D im Werk 2

Das Gelände bietet dafür ausreichend Möglichkeiten. Denn neben der großen Halle A und der neuen Halle D, die vornehmlich für kleinere Konzerte und Partys genutzt wird, findet der Besucher Werkstätten, die Kneipe Connstanze und den Jugendtreff in der Halle 5. Zudem haben sich noch einige andere Vereine auf dem Gelände niedergelassen, das bis heute Eigentum der Stadt Leipzig ist.
Halle A Werk 2 Leipzig
Die Halle A hatte schon die Größen der Musikszene zu Besuch
Eine Aufgabe des Vereins Werk 2 - Kulturfabrik Leipzig ist u.a. die Vermietung der Halle A. Die Größen der Musikszene haben hier schon gespielt, wie Mogwai, Yann Tiersen, Lambchop und Fettes Brot. Der Fokus liegt hier also ganz klar auf Live-Musik – aber eben nicht nur. „Manchmal sind wir aus Gründen der Refinanzierung gezwungen, die Halle für gewerbliche Zwecke oder Partys zu vermieten“, erzählt die Geschäftsführerin.
Halle D Werk 2 Leipzig
Die Halle D ist Schauplatz für kleinere Konzerte und Partys
Seit 2 Jahren bietet die Halle D Platz für bis zu 450 Menschen. Die Idee dahinter ist, kleinere Konzerte fern vom Mainstream im Werk 2 anzusiedeln, für die die Halle A einfach zu groß ist. Aber auch Partys finden mit der Halle D die passende Location.
 

Gegen Faschismus, Sexismus und Rassismus


Dass Kultur in Leipzig auch oftmals mit einer politischen Haltung verbunden ist, sieht man auch am Werk 2. „Zum Glück sind wir in der Position, dass wir entscheiden können, wer bei uns auftritt“, so Katja Krause. Denn, typisch für Connewitz eben, positioniert sich das Werk 2 klar gegen Faschismus, Sexismus und Rassismus. Katja Krause nennt ein Beispiel: „Es kam schon vor,
Katja Krause, Geschäftsführerin, und Jürgen Ackermann, Vorstandsvorsitzender
Katja Krause, Geschäftsführerin, und Jürgen Ackermann, Vorstandsvorsitzender
dass wir Bands aufgrund ihrer frauenfeindlichen Texte abgelehnt haben.“ Außerdem versucht die Kulturfabrik, möglichst eigene Securitys einzustellen, um rechtsradikale Einstellungen von vornherein auszuschließen. „Wir drücken unsere Haltung durch Handeln aus“, so Krause.
Es ist diese Mischung aus Alternativität und guter Musik, die das Werk 2 seit 20 Jahren das Stadtbild des Südens prägen lässt. „Wir wissen, dass wir für Connewitz stehen“, sagt Jürgen Ackermann. Um das zu feiern, gibt es noch bis zum Ende des Jahres Konzerte, die einen Querschnitt der Geschichte des Werks darstellen sollen. Mit dabei sind u.a. Atari Teenage Riot, Mono & Nikitaman oder Cargo City.
 

Die ominöse Schaufensterpuppe


Zum Schluss erzählt Katja Krause noch, wer die ominöse Schaufensterpuppe ist, die hoch oben im Kran auf die Besucher der Halle A schaut. „Vor einigen Jahren gehörte die Puppe mal zur Deko einer Party. Nachdem sie immer wieder auf mysteriöse Weise an verschiedenen Orten auftauchte, landete sie irgendwann im Deckenkran.“ Für einige Leipziger gehört die Puppe schon fest zum Inventar des Werks. Genau so, wie das Werk 2 eben zum festen Inventar der Leipziger Kulturlandschaft gehört.



Weiterführende Links

Steckbrief der Location Homepage
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