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16.12.2014 Wo Tier, Tier sein darf

Der Gnadenhof „Katzeninsel“ e.V.

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Der Gnadenhof gleicht einem kleinen Zoo. 1.500 Quadratmeter umfasst das Gelände, früher war es eine Gartenkolonie. Dass der Gnadenhof „Katzeninsel“ einmal so groß werden würde, hätte Konrad Trummer anfangs auch nicht gedacht. Die Aufnahmekapazitäten sind derzeit ausgeschöpft. 
Aus gesundheitlichen Gründen konnte Trummer seinen Beruf nicht mehr ausüben. Aber die Hände in den Schoß zu legen ist absolut nicht seine Sache. So suchte er sich eine neue Aufgabe. Der Hof ist zu seinem Lebensinhalt geworden. „Man findet mich hier eigentlich fast immer“, sagt er. Seine Frau nehme es gelassen. „So gehen wir uns wenigstens nicht, wie manch andere Paare, auf die Nerven“, meint der 67-Jährige augenzwinkernd.
Die Freigehege und Lagerräume für das Futter hat er hauptsächlich selbst gebaut. Die Baumaterialien sammelt er sich zusammen, einige sind Spenden von Baufirmen und Baumärkten. Auch Privatpersonen bringen hin und wieder etwas vorbei. Alles, was geeignet erscheint, wird verbaut. „Man kann auch mit einfachen Mitteln etwas aufbauen“, sagt Trummer. Dadurch sehen einige Konstruktionen recht Eigen aus. Doch das Bauamt hätte nie etwas zu beanstanden gehabt, versichert er. Auch das Veterinäramt sei mit der Unterbringung der Tiere sehr zufrieden. 

 

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Futterspenden sind gern gesehen
Doch nicht alle Tierschützer sehen das so, erzählt Trummer. Immer wieder müsse er sich mit absurden Vorwürfen auseinandersetzen: Er würde Katzen für Versuchslabore züchten oder die Tiere seien unterernährt. Doch Trummer hat nichts zu verbergen, offenherzig führt er durch das Gelände. Alle Tiere sehen gut gepflegt aus, die Gehege sind großzügig und sauber. In den geschlossen Gehegen riecht es nicht unangenehm nach Kot oder Urin. 
Eine Handvoll Mitstreiter unterstützt ihn regelmäßig bei seiner Arbeit. Weitere zuverlässige Tierfreunde, die mit anpacken wollen, sind gern gesehen. Die Spendengelder sind nicht üppig, reichten aber bisher aus, um den Gnadenhof zu unterhalten. Vor allem Futterspenden werden gerne angenommen. Sie können nicht nur bei ihm auf dem Hof abgeben werden, auch in der Zoohandlung am Flora-Park sowie im Hellweg Baumarkt (Siedlerweg 9) sind Spendenboxen aufgestellt. „Ich möchte mich bei allen Leuten bedanken, die hier immer etwas vorbeibringen“, sagt Trummer. 

 

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Die Waschbärdame Bruni
Die Tiere stammen nicht nur aus Magdeburg, sondern kommen auch aus anderen Städten. Sie wurden ausgesetzt, vernachlässigt oder misshandelt. Jedes Tier hat eine bewegende Geschichte. Zum Beispiel die Katzen Godi und Goda aus Gotha. Beim Abriss eines Hauses befanden sie sich noch darin und wurden unter den Trümmern verschüttet. Oder die Shetland-Ponys, die den Besitzern zu kostspielig waren und zum Schlachter sollten. Zwei Stunden vor seinem Eintreffen, konnte Trummer die Tiere vor ihrem Schicksal bewahren. Die Waschbärdame Bruni, zu deren Lieblingsspeisen Stolle gehört, lebte zuvor bei einem Alkoholiker. Trummer päppelt sie wieder auf, aber vermenschlichen will er die Tiere nicht. Dennoch schafft er es, dass die Tiere wieder Vertrauen zum Menschen finden und viele zutraulich auch auf einen fremden Besucher zukommen. Manche Tiere werden auch erfolgreich vermittelt und fanden ein neues Zuhause, in dem sie sich sauwohl fühlen. 
Konrad Trummer ist sehr zuversichtlich, den Gnadenhof auch in den kommenden 30 Jahren zu betreiben. „In meiner Familie werden alle sehr alt“, 
sagt er. 

 

Den Gnadenhof Katzeninsel e. V. findet ihr in der Windmühlenstraße 70, Tel.: 0175/281 84 87

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News-Info
  • veröffentlicht am 16.12.2014
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  • Kommentare 4
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    Gnadenhof Magdeburg, Gnadenhof, Tierheim magdeburg, Konrad Trümmer magdeburg, katzeninsel e.v.
    Fotograf: Florian Schreiter
Kommentare
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    • ute26 geschrieben am

      hallo

      wir spenden soweit,wie es geht monatlich futter, es ist uns eine herzenssache. traurig ist nur, das die stadt magdeburg, keine würdigung in irgend einer art über hat. menschen, die sich um katzen kümmern, sind auch lebewesen, die keiner mehr haben will. leute wenn ihr eine katze sucht, bewegt euch dahin, zur katzeninsel.

    • maau geschrieben am

      Ich habe den Gnadenhof  mit dem " Katzenpapa" Konrad Trummer u. seinen liebevollen ehrenamtl. Mitarbeitern erstmals Febr. 2015 persönlich vor Ort kennengelernt, mit vielen Katzen. Alle werden liebevoll betreut. Sie haben auf unterschiedlichen sehr großen Gehegen mit zugehörigen Häusern-Art Bungalow- die Möglichkeit, sich nach ihren individuellen Bedürfnissen zu entfalten. In den Bungalows gibt es Heizkörper, so dass sie sich jederzeit in der Winterzeit aufwärmen können.Durch Katzenklappen können sie selbst entscheiden: bleib ich drin oder gehe ich raus! In den Häuserm gibt es viele Fressnäpfe, wo täglich die  ca. 120 Katzen oder so gar ein paar mehr ihre Mahlzeit bekommen.  Die Katzenklos, werden täglich gesäubert. Dies geschieht noch nicht einmal von ein paar Katzenfreunden. Die Katzen haben ein sehr gutes Sozialverhalten untereinander. Einen großen Teil kann mal auch schreicheln. Sie sind dafür dankbar. Auch Spenden und Sachleistungen, wie Fresschen, werden gern gesehen. Seit 2015 war ich mehrfach dort. Meine eigene Katze ist im Alter v. 19 Jahren Ende des Jahres verstorben. Ich habe mir nun  2 kleine Katerchen v. 5 1/2 Monaten Ende 01/16 v. "Gnadenhof "adoptiert. Sie wurden zuvor liebevoll v. d. Katzenfreunden/ Ehrentlichen  mit noch 3 weiteren Katzenbabys im Alter v. 2 Wochen, wo sie im Müll gefunden worden sind, ansonsten verstorben wären, aufopfernd über 3 Monate lang aufgepeppelt. Meine Katerchen sind so liebevoll und kuschelig. Das sagt, glaube ich, alles. Das kleine Miniteam im Gnadenhof ist einfach einmalig!!! Seht euch einfach mal die "Katzeninsel" sebst an, um euch ein eigenes Bild machen zu können.Ggf. findet ihe so gar auch eine Katze o. Kater, dem ihr ein neues Zuhause geben könntet. Ihr werdet beraten, zu weche Katze euch passen könnte. Denn die Katze sucht euch aus, nicht umgelehrt, wie meine Katerchen mich ausgesucht haben und ich diese Liebe auf d. 1. Blick einfach erwiedert habe! Nun sind wir ein Team gemeinsam mit meinem Mann! Eure Yvonne Schalwig

       

       

       

       

    • IngoM geschrieben am

      An alle Tierfreunde,

      ich habe Korad Trummer mal besucht und kennengelernt. Als Katzenliebhaber, habe selber 3 Katzen und einen Hund, war ich mal neugierig und wollte helfen. Hilfe kann Konrad immer gebrauchen, was er da für die Tiere leistet, ist der reinste Wahnsinn.

      Allein 120 Katzen haben dort ein Zuhause, die verputzen pro Tag ca. 70 Dosen 400g Katzenfutter, das sind rund 30 Euro täglich! Nichts bekommt er an Zuschüssen, weder von der Stadt oder sonstigen staatlichen Stellen. Ich glaube, er buttert von seiner Rente so einiges zu jeden Monat.

      Er ist absolut auf Spenden angewiesen. Also Leute, wenn ihr mal oder regelmäßig den ein oder anderen Euro übrig habt, dann spendet einfach mal, auch kleine Beträge helfen. Oder kauft mal ein bischen mehr an Futter ein und bringt es ihm vorbei, erfreut sich über jeden, der ihn besucht. Ihr könnt euch von seiner Arbeit direkt selber überzeugen.

      Ich selber spende eine regelmäßigen Betrag monatlich. Geldspenden braucht er dringend, schon wegen der Tierarztkosten.

      Unter http://gnadenhof-katzen.beepworld.de/ findet ihr das Spendenkonto, auch eine finanzamtkonforme Spendenquittung könnt ihr bekommen.

      Also Tierfreunde, wenn ihr helfen wollt ... auch ein Arbeitseinsatz wäre toll!

      Tierische Grüße!

       

       

    • jasmin91 geschrieben am

      Toll, weiter so

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