
„A most wanted man“ ist das spannungsgeladene Werk von Regisseur Anton Corbijn („Control“, „The American“). Die Darstellerriege reicht von Rachel McAdams („Midnight in Paris“, „Wie ein einziger Tag“), Willem Dafoe („Antichrist“, „Spiderman“) und Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman („Capote“, „Tribute von Panem“) bis hin zu dem russischen Shootingstar Grigoriy Dobrygin und den deutschen Schauspielern Nina Hoss, Daniel Brühl, Kostja Ullmann und Herbert Grönemeyer. Auch die Filmmusik stammt von Grönemeyer, der seit langem wieder vor der Kamera zu bewundern ist. Die deutsch-britische Koproduktion spielt in Hamburg und Berlin.
Ein grandioser Philip Seymour Hoffman

Normalerweise sind wir fragwürdige und unkonventionelle Ermittlungsmethoden nur von US-Geheimdiensten oder James Bond gewohnt. Um so erfrischender ist es, dass Günther Bachmann (Hoffman) mit seiner kleinen Truppe halb legaler Geheimdienstler auf eigene Faust und mit ungewöhnlicher Handhabung ermittelt. Philip Seymour Hoffman brilliert in „A most wanted man“, einer seiner letzten vollendeten Rollen und geht ganz in seiner Figur auf. Laut Regisseur Anton Corbijn war es offensichtlich, dass Hoffman derjenige sei, der diese Figur von Autor John le Carré zu Leben erwecken könne. Und das tat er. Manch trockener Witz, hingeworfener Kommentar und die Fähigkeit, ganz in die Person des Günther Bachmann einzutauchen, sorgen für die nötige Authentizität beim Zuschauer. Wieder einmal beweist Hoffman dadurch, was für ein großartiger Schauspieler er ist.
Unterschiedliche Überzeugungen und das Thema Terrorismus

Seit dem 11. September 2001 hat sich unser Weltbild verändert. Auch „A most wanted man“ behandelt dieses Thema auf eine sehr anspruchsvolle und instinktive Weise. Während Dieter Mohr (Rainer Bock), Leiter des deutschen Geheimdienstes und Martha Sullivan (Robin Wright), Mitarbeiterin der amerikanischen CIA in Deutschland, den von Interpol als militanten Dschihadist eingestuften Flüchtling Issa Karpov schnellstmöglich in Verwahrung wissen wollen, setzt sich Bachmann dafür ein, Karpov weiter zu überwachen, bis deutlich ist, was er in Deutschland will.
Ausdrucksstarke Charaktere

In „A most wanted man“ verschwimmen die Grenzen von Gut und Böse. Welche Absichten besitzt der Flüchtling Issa Karpov? Kann Günther Bachmann den Geheimdiensten trauen? Welche Rolle spielt der angebliche Wohltäter Dr. Faisal Abdullah, den Bachmann und sein Team schon länger beobachten? Auf welcher Seite steht die junge Rechtsanwältin Annabel Richter? Jeder dieser Charaktere besitzt eine emotionale und vor allem einzigartige Tiefe, die den Zuschauer fesseln und ihn in das Geschehen einbeziehen. Besonders der noch relativ unbekannte Grogoriy Dobrygin, glänzt in seiner Rolle als gebrochene Persönlichkeit Issa Karpov. Er braucht nicht viele Worte, oft reicht nur ein Blick oder eine bestimmte Körperhaltung, um die Aufmerksamkeit und Emotionen des Zuschauers zu bannen.
Fazit:
Ein packender und einnehmender Spionage-Thriller, der den Zuschauer fesselt und ihn eine eigene Meinung und Sichtweise entwickeln lässt. Philip Seymour Hoffman in seiner Rolle als Günther Bachmann fasziniert durch seine schauspielerische Leistung, die einfach authentisch und außergewöhnlich ist. Dabei stehen ihm seine Schauspielkollegen in fast nichts nach. Ein Film über Verrat, Liebe und Vertrauen, den ihr garantiert nicht verpassen dürft.
Filmstart in Deutschland: 11. September 2014