Global Dystopias: Wenn Hören zur politischen Praxis wird

Unter dem Leitthema „Global Dystopias“ bringt die DYSTOPIA Sound Art Biennial vom 26. September bis 17. Oktober 2026 internationale Klangkunst nach Berlin, um Hören als politische, ökologische und kritische Praxis erfahrbar zu machen.

Plakat von Global Dystopia
© Global Dystopia/arc/Mario Asef
Plakat von Global Dystopia

Während visuelle Medien Katastrophenbilder oft konsumierbar aufbereiten, dringt Klang tiefer in die Wahrnehmung ein. Er durchmisst Räume, überwindet Distanzen und macht Schwingungen spürbar, die im Sichtbaren verborgen bleiben. Genau an dieser Schnittstelle setzt die DYSTOPIA Sound Art Biennial 2026 an: Unter dem Leitthema „Global Dystopias“ bringt die vierte Ausgabe des von Künstler*innen initiierten Formats vom 26. September bis 17. Oktober 2026 internationale Positionen der Klangkunst in Berlin zusammen.

Das Konzept: Hören zwischen Krise, Widerstand und Utopie

Seit 2018 vom Berliner Kollektiv Errant Sound e.V. initiiert, versteht sich die Biennale als künstlerisch getriebene Forschungsplattform. Klang wird hier nicht als Ästhetik begutachtet, sondern als kritische und ökologische Praxis begriffen.

In der Ausgabe 2026 treffen Perspektiven aus dem Globalen Süden und Norden aufeinander. Die Arbeiten widmen sich der Frage, wie ökologische Katastrophen und Ausbeutung klingen – aber auch, welche verdrängten Geschichten und oralen Traditionen sich akustisch reaktivieren lassen. Von Field-Recordings bedrohter Ökosysteme über tönende Pilzkulturen bis hin zu den Bässen zeitgenössischer Soundsystem-Kultur verbindet die Schau kollektive Traumata mit spekulativen Zukunftsutopien.

Dezentrale Spielorte & Live-Performances

Die Biennale verzichtet auf ein zentrales Ausstellungshaus und bespielt dezentral historische wie überraschende Orte der Hauptstadt:

Neben den festen Installationen lebt das Festival von Konzerte-Abenden, Klangspaziergängen und Symposien, die den prozesshaften Charakter der Intitiative unterstreichen.

    Hard Facts

    Zeitraum: 26. September bis 17. Oktober 2026

    Eröffnung: Samstag, 26. September 2026 ab 18:00 Uhr bei HAUNT/frontviews (Kluckstraße 23, 10785 Berlin)

    Eintritt: Meist auf Spendenbasis (Ausnahme: Medizinhistorisches Museum)

    Veranstalter: Errant Sound e.V.

    Programm & Details: dystopia.berlin