Der April macht, was er will – und wir machen es uns im Kinosessel gemütlich! Während draußen das Wetter Achterbahn fährt, liefert uns die Leinwand im April 2026 die volle Ladung Emotionen. Von intimen Musik-Dokus über hochkarätige Hollywood-Dramen bis hin zu mutigem Independent-Kino: Diesen Monat ist alles dabei, was das Cineasten-Herz höherschlagen lässt.
IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY

Genre: Dokumentarfilm, Musik
Regie: Amy Berg
Besetzung: Mary Guibert, Rebecca Moore, Joan Wasser, Michael Tighe, Parker Kindred, Ben Harper, Aimee Mann
Fast dreißig Jahre nach seinem frühen Tod gilt Jeff Buckley immer noch als einer der besten Musiker seiner Generation. Der Dokumentarfilm der Oscar®-nominierten Filmemacherin Amy Berg zeichnet ein intimes Porträt des erstaunlichen Künstlers, der nur ein Album brauchte, um als Musiklegende unsterblich zu werden. Anhand von nie zuvor gezeigtem Filmmaterial aus Buckleys Archiven und intimen Berichten seiner Mutter Mary Guibert, seiner ehemaligen Partnerinnen und Weggefährten beleuchtet der Film das Leben und den mysteriösen Tod einer der einflussreichsten Figuren der modernen Musikgeschichte. Ein bewegendes Denkmal für einen Künstler, dessen Stimme die 90er Jahre in Aufruhr versetzte.
Tipp: Wer Jeff Buckleys Musik liebt, sollte diesen Film unbedingt im Original mit Untertiteln (OmU) schauen, um die Gänsehaut-Stimme in voller Pracht zu erleben. Perfekt für einen nostalgischen Abend in den Passage Kinos oder im Luru Kino in der Spinnerei.
DAS DRAMA
Genre: Liebesfilm, Drama, Komödie
Regie: Kristoffer Borgli
Besetzung: Zendaya, Robert Pattinson, Alana Haim, Mamoudou Athie, Zoe Winters, Hailey Gates
Kurz vor ihrer Hochzeit geraten Emma Harwood (Zendaya) und Charlie Thompson (Robert Pattinson) in einen Strudel aus Zweifeln und verletzendem Misstrauen. Was als romantisches Finale ihrer Beziehung gedacht war, kippt schlagartig, als Emma verstörende Geheimnisse über ihren Verlobten entdeckt. Zwischen London und den Orten ihrer gemeinsamen Vergangenheit versuchen beide, ihre Zukunft zu retten – doch je mehr ans Licht kommt, desto stärker bröckelt das Bild der perfekten Liebe. Regisseur Kristoffer Borgli (Dream Scenario) liefert hier eine psychologisch vielschichtige Dramödie ab, die zeigt, dass nicht jedes Lächeln auf den Hochzeitsfotos echt ist.
Tipp: Ein absolutes Muss für alle A24-Fans! Schnapp dir dein Date und schau dir das Power-Duo Zendaya und Pattinson am besten im CineStar Leipzig oder im Regina Palast an. Wer es lieber Programm-kino-mäßig mag, hält Ausschau nach OmU-Vorstellungen in den Passage Kinos.
ALPHA
Genre: Drama, Horror, Science-Fiction
Regie: Julia Ducournau
Besetzung: Mélissa Boros, Tahar Rahim, Golshifteh Farahani, Emma Mackey, Finnegan Oldfield
Frankreich in den 1980er-Jahren: Das Leben der jungen Alpha (Mélissa Boros) in der Hafenstadt Le Havre gerät völlig aus den Fugen, als sie sich ein Tattoo stechen lässt. An ihrer Schule verbreitet sich das Gerücht wie ein Lauffeuer: Alpha soll an einer gefährlichen, neuartigen Krankheit leiden. Regisseurin Julia Ducournau, die schon mit Raw und dem Cannes-Gewinner Titane für offene Münder sorgte, liefert mit Alpha ihren bisher persönlichsten Film ab. Erwarte einen bildgewaltigen und verstörenden Genre-Mix, der die Grenzen des Body-Horrors neu auslotet und unter die Haut geht – im wahrsten Sinne des Wortes.
Tipp: Nichts für schwache Nerven! Wer auf anspruchsvolles Genre-Kino und krasse Visuals steht, sollte sich diesen Schocker im Luru Kino in der Spinnerei oder in den Passage Kinos gönnen. FSK 16 ist hier Programm.
ALLEGRO PASTELL
Genre: Drama, Liebesfilm
Regie: Anna Roller
Besetzung: Sylvaine Faligant, Jannis Niewöhner, Luna Wedler, Martina Gedeck, Wolfram Koch
Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner) führen die perfekte, digital-optimierte Fernbeziehung zwischen Berliner Club-Hedonismus und hessischer Achtsamkeit im Eltern-Bungalow. Sie schreiben sich kluge Nachrichten, schicken sich Fotos und reflektieren jedes Gefühl bis ins kleinste Detail. Doch als Tanja 30 wird, bröckelt die pastellfarbene Fassade: Plötzlich stehen Fragen nach echter Nähe, Zukunft und der Angst vor der Banalität im Raum. Regisseurin Anna Roller verfilmt hier den gefeierten Kult-Roman von Leif Randt und fängt das Lebensgefühl einer Generation ein, die alles kuratieren will – außer das echte Chaos der Liebe.
Tipp: Ein Muss für alle, die moderne Beziehungsdynamiken und ästhetische Bilder lieben. Am besten schaust du dir dieses Porträt der „Generation Maybe“ im CineStar Leipzig oder ganz stilecht in den Passage Kinos an. Danach bietet sich ein Drink in der Luise an, um über die eigenen WhatsApp-Verläufe zu philosophieren.
ALS WÄRE ES LEICHT
Genre: Drama, Romanze
Regie: Milan Skrobanek
Besetzung: Cindy Klink, David Knors, Athena Lange, Marion Kracht, Joachim Raaf
Kati (Cindy Klink) ist gehörlos und sieht die Welt durch ihre Kamera. Florian (David Knors) ist blind und arbeitet als Stadionkommentator bei St. Pauli – seine Welt besteht aus Geräuschen. Als sich die beiden im Hamburger Dialoghaus begegnen, beginnt eine Liebesgeschichte, die ohne klassische Lautsprache auskommt. Gegen die Skepsis ihrer Familien und Freunde entwickeln sie eine ganz eigene Form der Verständigung. Regisseur Milan Skrobanek setzt in seinem Debüt konsequent auf Inklusion: Die Hauptrollen sind authentisch mit einer gehörlosen und einem blinden Darsteller besetzt, was den Film zu einem herzergreifenden Erlebnis macht, das Barrieren im Kopf einreißt.
Tipp: Ein echtes Herzensprojekt, das zeigt, wie Liebe jenseits von Worten funktioniert. Der Film läuft barrierefrei mit Untertiteln und Audiodeskription (via Greta App). Schau ihn dir am besten in den Passage Kinos oder in der Schaubühne Lindenfels an – perfekt, um danach noch bei einem Spaziergang am Kanal über die Sinne zu philosophieren.