Ihre Stimme hat etwas atemloses, leicht angeschrammtes, ist dabei ganz aber auch ganz direkt und durchdringlich. Das passt zu dem, was die Kreuzbergerin Maxine Kazis über ihre Einstellung dem Leben und vor allem dessen Nächten gegenüber erzählt:
„Wenn man ohne Schrammen herauskommt, hat man es nicht richtig krachen lassen“.
Ihre Songs sind, wie zum Beispiel
„Hinfalln Aufstehn Weitertanzen“
auch autobiograpisch: „Ich habe Ballett getanzt, seit ich fünf war. Und mit 19 aufgehört, weil ich musste. Ich habe getanzt und nicht gegessen oder gekotzt, bis ich kaputt war. Ich wollte einfach die Beste sein. Bis ich fertig war.“
Das klingt hart, ist es sicher auch und vielen Tänzern und Tänzerinnen bestimmt nicht unbekannt. Dennoch macht Maxine Kazis definitiv keine Depri-Musik – im Gegenteil, auch dieser Song ist tanzbar, oder wie es von ihrer Seite heißt: „Der wichtigste Song auf der EP, ganz bestimmt, ist einer über Essstörungen, zu dem man abrocken kann, wenn man will.“ Essstörung plus Abrocken, das klingt gewagt für einen Song, geht aber auf. Und, Achtung Lebensweisheit: Nur wer hinfällt, kann aufstehen.
Neben der Tanzbarkeit lohnt aber auch allein ihre Stimme das Reinhören. Auch wenn Maxine Kazis als Tänzerin ihren Weg begonnen hat – hier haben wir wirklich keine Aus-der-Not-Umsteigerin, sondern eine Person mit Stimmjuwel. Vielleicht ist es ja sogar gut so, sonst wäre vielleicht der Gänsehaut-Song „Wer wird uns sehn“ nicht entstanden.
Infos: Am Donnerstag, 4.8. spielt Maxine Kazis im Badehaus (FB-Event) und stellt ihre erste EP „Metamorphose“ vor.
und stellt ihre erste EP „Metamorphose“ vor.