Programm mit Kunst und Musik ab 6. August im zentralen Innenhof des Humboldt Forums Schlüterhof wird bis September zur Sommerbühne

© Alexander Schippel
Der Schlüterhof wird im Sommer zur Bühne. Im Rahmen der schrittweisen Öffnung des Humboldt Forums lädt die Veranstaltungsreihe Durchlüften – Open Air im Schlüterhof vom 6. August bis 11. September immer freitags und samstags alle Berliner*innen, Kunst- und Musikinteressierte zu einem Besuch in den zentralen Innenhof ein. Es entsteht so ein gemeinsamer Raum, in dem Beiträge von Berliner Künstler*innen aus den Bereichen Pop- und Kunstavantgarde auf Communityprojekte treffen – und Veranstaltungen und Workshops für Familien und Jugendliche auf ein interdisziplinäres Musikprogramm.

Mit den Spreeterrassen und der Passage bildet der Schlüterhof im Humboldt Forum einen neuen Stadtraum, der allen Besucher*innen als Aufenthaltsort, Treffpunkt und Veranstaltungsort zur Verfügung steht. Die Veranstaltungsreihe Durchlüften – Open Air im Schlüterhof macht den zentralen Innenhof dabei zum Open Space: Ein Bühnenprogramm präsentiert Konzertauftritte aus der vielseitigen Szene der Stadt sowie Gespräche, Performances und Videokunst. Das künstlerische Familien- und Jugendprogramm bietet Radio zum Mitmachen und Geschichten zum Zuhören. Dazu gibt es eine Pop-up-Architektur, eine multimediale Installation zur Kolonialgeschichte der Kartoffel sowie ein kulinarisches Angebot.

Die Berliner Musikkuratorin Melissa Perales (Night School, Music Pool Berlin, Torstraßen Festival und andere) lädt jeden Freitag- und Samstagabend eine diverse Gemeinschaft von Musiker*innen, Künstler*innen, Performer*innen, Denker*innen und Aktivist*innen in den Schlüterhof ein. In dem wechselnden Bühnenprogramm werden Konzertauftritte, ergänzt durch DJ Sets, Gesprächsformate, Videokunst und Performances präsentiert. Im Mittelpunkt stehen Persönlichkeiten, deren Arbeit auch ein Statement für eine vielstimmige, vernetzte Idee von Kultur, Geschichte und Identität ist – unabhängig von ihren musikalischen Genres oder Herkunftsländern. Melissa Perales: „Das Publikum ist eingeladen, uns auf einer Reise zu begleiten: Über einen Zeitraum von sechs Wochen wird das Programm viele unterschiedliche Talente zusammenbringen, die durch ihre Musik und ihre Worte Raum für einen kritischen Dialog beanspruchen, die ihre individuellen Geschichten hervorbringen, schwierige Fragen stellen und ihren Vorfahren eine Stimme geben. Unsere Hoffnung ist, dass dieser Anstoß über den Sommer hinaus in Diskussionen innerhalb der Räume des Humboldt Forums weitergeführt wird.”

Zudem gibt es mehrere Installationen. Die Pop-up-Architektur der Gruppe Parasite 2.0 (Mailand/London) interveniert in die historische Gestaltung des Schlüterhofs: mit begehbaren Inseln, die den Hof in eine bunte Landschaft verwandeln. Sie laden nicht nur zum Entspannen und Austausch ein, sie werden auch zur interaktiven Bühne für die künstlerischen Beiträge. Die kulissenhaften Holzelemente stehen für die ständige Weiterentwicklung des Humboldt Forums. An diesem zentralen, öffentlichen Ort inmitten des Forums und inmitten der Stadt wollen sie symbolisch der Stadtgesellschaft die Möglichkeit aufzeigen, diesen Prozess mitzugestalten.

Spannend klingt auch Culo de Papa. Ein Kunst-Kiosk, eine Videoinstallation sowie Kartoffeln, die im Schlüterhof wachsen: Mit Culo de Papa verwebt die Berliner Künstlerin Anne Duk Hee Jordan die koloniale Geschichte Preußens mit persönlichen Erfahrungen und nimmt die Kartoffel zum Anlass, über Identitäten, Vergänglichkeit und Transformation nachzudenken. Jordans interdisziplinärer Ansatz gibt Materialität immer weitere Dimensionen – sie baut z.B. motorisierte Skulpturen und schafft essbare Landschaften – und eröffnet so wie auch bei Culo de Papa einen Dialog zwischen Naturphänomenen, Philosophie und Kunst. Am Kiosk können sich Besucher*innen ihre ganz persönliche Kartoffel-Erfahrung abholen. Die Installation kann freitags und samstags von 14 bis 20 Uhr besucht werden.

Das komplette Programm findet sich unter www.humboldtforum.org