Gitarrenwerkstatt

Ausbildung in Deutschland - Kuriose Jobs und die Zukunft der Berufswelt

Berufszweige für Unentschlossene

16.03.2015
Autor: urbanite 

Durch die Entwicklung des Internets und der Vernetzung vieler Branchen ist zum einen die Anzahl an neuen Berufen im IT-Bereich stark angestiegen, während zum anderen klassische ältere Berufe noch an Personal und an Bedeutung verlieren. Diese Entwicklung ist nicht unbedingt nur negativ, doch es gibt zahlreiche Berufszweige, in denen es an Nachwuchs mangelt, die jedoch noch nicht durch andere Berufe oder Prozesse zu ersetzen sind.

  

1. Der Ausbildungsmarkt in Deutschland

 

Steinmetz
Der Beruf des Steinmetzes hat eine sehr lange Tradition.
In Deutschland existieren rund 340 Ausbildungsberufe, bei rund 500.000 Auszubildenden im ersten Lehrjahr. Viele Universitäten sind mit den insgesamt 2,6 Millionen Studierenden überlastet und der Arbeitsmarkt ist auch nach der Bachelor-/Masterumstellu¬¬ng auf die Summe der Absolventen nicht oder nur geringfügig vorbereitet. Dabei besitzt Deutschland ein großes Ausbildungsangebot mit unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen, wie das duale Studium oder Weiterbildungsangebote.

 

a) Zahlen und Fakten – Wo fehlt es an Stellen oder Auszubildenden?

 

Der Fachkräftemangel ist in vielen Medien immer wieder präsent, dabei lässt er sich pauschal nicht so einfach erklären. Im Durchschnitt sind pro Jahr über 500.000 Ausbildungsstellen in Deutschland gemeldet, auf die sich in einigen Bereichen mehr Personen bewerben, als Stellen angeboten sind. Im Schnitt bleiben 20.000 Bewerber ohne Ausbildungsplatz, doch die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsstellen schwankt zwischen 33.000 und 37.000. Dieses Missverhältnis ergibt sich bei vielen Stellen aufgrund von unzureichenden Fähigkeiten der Bewerber oder abgesprungenen Interessenten sowie einer fehlenden Anzahl an Bewerbungen.

Ausbildungsstellenmarkt Deutschland

Zu den Berufen mit einer großen Anzahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen gehören unter anderem:

 

  • Restaurantfachmann/ -frau
  • Fleischer/ -in
  • Bäcker/ -in
  • Fachmann/- frau für Systemgastronomie
  • Pflegekräfte

 

Großen Andrang gibt es hingegen bei folgenden Berufen:

 

  • Tierpfleger/ -in
  • Gestalter/ -in für visuelles Marketing
  • Mediengestalter/ -in Bild und Ton
  • Veranstaltungskaufmann/ -frau
  • Informations- und Telekommunikationssystem-Elektroniker/ -in

 

Knapp 60 Prozent der Bewerber auf den Beruf Tierpfleger und fast 50 Prozent der Bewerber auf Gestalter für visuelles Marketing konnten in ihrem Berufswunsch keine Ausbildungsstelle finden. Hier zeigt sich, dass das Interesse und das Angebot bei den jungen Menschen deutlich auseinander gehen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung untersucht die Gründe dafür. Einerseits ist der demografische Wandel zu nennen, andererseits die wirtschaftlichen Schwerpunkte der Regionen. So sind in touristischen Hochburgen im ländlichen Raum oft sehr viele Lehrstellen in der Gastronomie und im Hotelgewerbe frei, da sich zu wenig Jugendliche und Interessierte in der Region befinden. Das Institut verlangt eine größere Vernetzung und Verbesserung der Angebote, damit Jugendliche mit flexibleren Abläufen ihre neue Ausbildung antreten können.

 

b) Lösungsansätze – Fachkräfte aus dem Ausland oder duale Systeme?

 

In Deutschland gibt es einen 10-Punkte-Plan, der unter anderem bis 2025 rund 800.000 Fachkräfte aus dem Ausland anwerben will. Weitere Punkte sind die Erhöhung der Wertschöpfung der Arbeitskräfte und eine Transparenz des Arbeitsmarktes. Allerdings stellt sich der Markt in Deutschland für viele Fachkräfte nicht nur positiv dar, denn die gesellschaftlichen Hürden, Sprachbarrieren und enge Strukturen machen es vielen ausländischen Kräften schwer, in Deutschland Fuß zu fassen.

Das duale Studium ist in Deutschland beliebt und findet immer mehr Anlauf in mittelständischen Betrieben. Diese können mit der Ausbildung und dem Studium ihren Nachwuchs an die Firma binden, da sie fachliche und wissenschaftliche Kompetenzen erwerben und ihre Arbeitskraft der Firma zur Verfügung stellen. Allerdings sind die Investitionskosten hoch und die Unternehmen sollten längerfristig denken, denn der Nachwuchs muss im Betrieb durch angemessene Stellen gehalten werden.

 

c) Probleme der Finanzierung und Bezahlung – Ausnahmefall Mindestlohn?

 

Für eine Ausbildung in Deutschland wird im Schnitt im ersten Ausbildungsjahr zwischen 400 und 900 Euro vergütet, mit Steigerungsmöglichkeiten in meist kleinen Schritten. Die niedrigen Gehälter sind für viele junge Menschen abschreckend und mit einem Studium erhoffen sie sich einen Einstieg in die Berufswelt mit höheren Gehaltsstufen. Der Mindestlohn greift bei der Ausbildung zwar nicht, da er nur für Arbeitsverträge, nicht Ausbildungsverträge vorgesehen ist, doch einige Berufe könnten dadurch aufgewertet werden, wie Friseure oder Maler. Die Finanzierung der Ausbildungsplätze ist immer noch den Betrieben überlassen, denn neue Ideen und Modelle eines Branchenfonds oder Stipendien sind in Deutschland noch nicht etabliert.

Finanzmittel für Bildung

 

3. Arbeitsmarkt Unterhaltungsindustrie: Glitzer und Glamour oder nur Scheinwelt

 

a) Drehbuchautor – Freiheit und Kreativität mit schwieriger Arbeitsmarktsituation

 

Drehbuchautor
Viele Drehbuchautoren arbeiten freiberuflich von zu Hause aus.
Meist arbeiten die Autoren freiberuflich für Film- und Fernsehproduktionsfirmen oder öffentlich rechtliche Anstalten. Die Ausbildung muss jedoch selbst finanziert werden und kostet je nach Anbieter 50 Euro im Monat oder 100 bis 2000 Euro pro Ausbildungsjahr. Darüber hinaus gibt es einige Universitäten, die mittlerweile einen Studiengang in Richtung Drehbuch, Dramaturgie oder Film und Medien anbieten. Informationen bietet die Drehbuch-Akademie der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin an.

Die Verdienstmöglichkeiten sind ebenfalls sehr unterschiedlich, von 30.000 Euro pro Drehbuch, beispielsweise für einen Tatort, bis zu einem Jahresgehalt unter 30.000 Euro als Serienschreiber. Eine Übersicht über die Verdienstmöglichkeiten gibt es in diesem Blogeintrag.

 

b) Croupier im Casino – Prestige und Anspruch zu später Stunde

 

Croupier
Der Croupier muss hoch konzentriert arbeiten.
Beim Thema Casino denken viele an James Bond, das große Geld und ein gehobenes Ambiente, in dem gut gekleidete Angestellte für Ordnung und Spielübersicht sorgen. Tatsächlich ist der Croupier ein Ausbildungsberuf, der ein hohes Maß an Konzentration, Rechenfähigkeiten, Seriosität und gute Umgangsformen mitbringen muss. Die Ausbildung zum Croupier erfolgt meist in den Spielbanken selbst oder in privaten Croupier-Schulen, die jedoch häufig hohe Kosten verlangen. Dazu kommt ein Aufnahmetest an den Spielbanken und mehrere Monate Einführung, in denen sich der Auszubildende beweisen muss. Viele schaffen diese Prüfungen beim ersten Anlauf jedoch nicht. Ausführliche Informationen und Einblicke zu der Arbeitswelt Casino und den weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten liefert CasinoVerdiener.com.

Croupier
Der Croupier ist eines der Aushängeschilder der Casinos und ein professionelles Auftreten im Umgang mit Kunden, Fremdsprachenkenntnisse und eine perfekte Handhabung der Spiele sind ebenso notwendig. Das Gehalt variiert je nach Ausbildungsstand und Erfahrung und Mitarbeiter am Tisch erhalten zusätzlich das Trinkgeld der Spieler. Die Werte liegen meist zwischen 1500 Euro und 5000 Euro, je nach Gästen und Tageszeit.

 

c)  Requisiteur – Hintergrund für Theater, Film und Fernsehen, Zugang über das Handwerk

 

Ein Requisiteur kommt oft aus einem handwerklichen Beruf an das Theater oder zum Film. Meist haben die Azubis andere Handwerksberufe erlernt wie Tischler, Schreiner, Schlosser oder Dekorateur und für eine Ausbildung oder Weiterbildung an Theater oder Fernsehanstalten ist dies oft eine Voraussetzung. Eine andere Möglichkeit besteht darin, ein zweijähriges Volontariat oder einen Weiterbildungskurs zu einem Geprüften Requisiteur zu absolvieren. Ein Requisiteur arbeitet beim Theater, in Film und Fernsehen, stattet Bühne und Locations nach Vorgaben von Regisseur, Bühnenbauer oder Kostümbildner aus und setzt so das Werk in Szene. Gehalt gibt es in vielen Fällen wöchentlich für die Zeit der Dreharbeiten oder der Projekte mit rund 1000 Euro pro Woche, allerdings bei hohen Arbeitstagen von 12 bis 14 Stunden.

 

d) Musicaldarsteller – Knochenjob vor großem und kleinem Publikum

 

Musicaldarsteller
Der Traum Broadway bleibt für viele Künstler unerreicht.
Der Traum vom Broadway ist bei der Ausbildung zum Musicaldarsteller groß. In Deutschland gibt es mittlerweile viele Akademien und Schulen, welche die Ausbildung anbieten. Diese dauert drei Jahre und beinhaltet Dramaturgie, Singen und Tanzen, inklusive Choreografie, Akrobatik oder Musiktheorie. Viele Schulen verlangen mindestens 500 bis 900 Euro monatlich und nicht immer ist eine Förderung über BAFÖG möglich. Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1500 und 2800 Euro monatlich bis zu 3700 Euro und mehr in Ensembles. Oft sind pro Saison acht Shows in sieben Tagen vorgesehen und nicht immer ist eine Anstellung über mehr als eine Show gesichert.

 

e) Game Designer – Die große Zukunft der Unterhaltungsindustrie 

 

Die Computerspielbranche boomt seit einigen Jahren, vor allem durch die Entwicklung von Online-Games, Konsolen und Apps. Ein Game Designer erstellt Charakter für die Spiele, animiert die Szenen und Inhalte und entwirft die Modelle für den 2D- und 3D-Look. Verständnis für Informatik, Zeichenfähigkeiten und Kreativität gehören zu den Voraussetzungen für die Ausbildung. Es gibt Universitäten, an denen Studiengänge zu dem Thema angeboten werden, private Schulen, die zum Teil bis zu 800 Euro pro Monat für die Ausbildung verlangen und Firmen, welche ihren Nachwuchs direkt im Betrieb anlernen. Viele gehen den Weg über einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss in Informatik, um sich in Kursen oder Fortbildungen weiterzubilden. In Berlin gibt es die staatlich anerkannte Games Academy, welche zahlreiche Seminare, Ausbildungen und Studiengänge anbietet. Die Gehälter richten sich meist nach Größe und Umfang der Firma, der Einstieg liegt in etwa zwischen 30.000 bis 40.000 Euro. 

Game Designer

 

4. Handwerksberufe aus vergangener  Zeit und moderne Wege 

Gitarrenwerkstatt
Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Gitarrenwerkstätten und Gitarrenbauer.
  

a) Instrumentenbauer – Alte Handwerkskunst für Perfektionisten

 

Ob Klavier, Geige, Metallblasinstrumente oder Zupfinstrumente, die Anforderungen an die Handwerker sind hoch. Der Ausbildungsmarkt ist für Selbstständige angespannt, denn die Produktion ist zu einem großen Teil in andere Länder ausgelagert, in denen die industrielle Fertigung kostengünstiger erfolgt. Ein Instrumentenbauer ist meist auf ein Instrument spezialisiert, das er im Idealfall selbst spielen kann, um die Anfertigung überprüfen zu können. In Deutschland gibt es einige Schulen, wie die Geigenbau-Schule in Mittenwal oder die Schule Vogtländische Musikinstrumentenbau Klingenthal, die zum Teil über 300 Jahre in Betrieb sind. Das Gehalt in der Ausbildung liegt zwischen 300 und 500 Euro und als selbstständiger Instrumentenbauer sind 15 bis 30 Euro die Stunde meist der Regelfall.

Instrumentenproduktion

 
b) Seiler, Gerber und Schuhmacher – Überflüssige Handwerke in den Industriewelten?

 

Einige Handwerksberufe überdauern bereits Jahrhunderte. Die Seiler stellen Textilseile, Stahlseile und Netze her und müssen mit einer Vielzahl an Materialien zurechtkommen. Meist sind die Betriebe hochspezialisiert, da die industrielle Anfertigung einen Großteil der manuellen Arbeiten übernommen hat und die Ausbildung richtet sich eher auf das Bedienen der Maschinen und der Berechnung der Zusammensetzung. Ein Gerber stellt aus Fellen und Häuten echtes Leder her für die Automobilindustrie, Polster oder Schuhe. Dabei kommen chemische Stoffe zum Einsatz und das Bedienen vielseitiger Maschinen. Die Branche hat seit Jahren Nachwuchsprobleme, da viele Betriebe auf bestimmte Ledersorten spezialisiert sind und der Beruf weitgehend unbekannt bleibt. Außerdem verdrängen Kunstlederhersteller nach und nach die Echtlederproduktionen. Die Anzahl der Schuhmacher geht seit Jahren ebenfalls zurück. Die Handwerksarbeit für Maßschuhe rentiert sich nur noch für wenige Betriebe, die zum Teil über 1000 Euro für die Anfertigung der Schuhe verlangen, bei bis zu neun Monaten Anfertigungszeit. Der Berufszweig Orthopädie-Schuhmacher ist jedoch weiterhin gefragt, um bei Fehlstellungen und körperlichen Problemen zu helfen. 

 

c) Berufsimker – Mit Natur und Wirtschaft im Einklang für wenig Geld 

 

In Deutschland gibt es über 80.000 bis 90.000 Imker, doch nur rund 3000 arbeiten hauptberuflich als Bienenzüchter. Die Ausbildung ist eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Tierwirt mit der Fachrichtung Bienenhaltung und dauert drei Jahre. Sie beinhaltet unter anderem die Biologie der Tiere, die Honigherstellung und die Arbeiten am Bienenstock selbst. Um sich finanzieren zu können, sind meist Betriebe mit 300 Bienenvölkern notwendig und wenige fest angestellte Jobs bringen bis zu 2000 Euro brutto. 

Berufsimker

d) Modist – Hutmacher in moderner Aufmachung

 

Der Beruf Hutmacher besitzt eine langjährige Tradition und ist heutzutage überwiegend an Theatern und in Filmproduktionen zu finden. Bis zum 20. Jahrhundert trugen viele Menschen täglich abwechselnde Kopfbedeckungen, während in der modernen Zeit Theater und Film auf die Modisten angewiesen sind. Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfordert Kreativität und ein Gespür für Farben, Formen und Mode. In Deutschland gibt es 200 Kammerbetriebe, welche die Hüte produzieren, meist für rund 2000 Euro brutto im Monat. Nur die wenigsten arbeiten mit renommierten Modedesignern zusammen und auch hier verdrängt die Massenproduktion den Handwerksberuf. 

 

e) Stuckateur – Zwischen Restauration und Neugestaltungen

 

Stuckateur
Ob Fassade oder Innengestaltung - Der Stuckateur besitzt viele Aufgaben
Ein Stuckateur restauriert Kirchen, Schlösser und Kunstwerke mit alten Verzierungen aus Gips. Zusätzlich dazu saniert er Gebäude energetisch und verputzt Rohbauten. Die Arbeit ist körperlich sehr anspruchsvoll, gleichzeitig benötigt der Stuckateur jedoch einen Sinn für Formen und feinmotorische Fähigkeiten. Heutzutage sind vielseitige Fachkenntnisse über Innen- und Außenputzen sowie Ausbau und Trockenbau wichtig. Die Ausbildung kann mit Fortbildungen zum Restaurator im Handwerk oder Geprüften Gebäudeenergieberater im Handwerk ergänzt werden und einige streben ein Studium zum Bauingenieur an. In der Ausbildung sind 600 bis 700 Euro Verdienst möglich, während ein Meister bis zu 5000 Euro brutto verdienen kann. 

 

f) Kunsthandwerke für Kreative – Glasbläser, Goldschmied, Töpfer

 

Kunsthandwerksberufe sind auch heute noch beliebt, da viele Personen ihre Hobbys zum Beruf machen können und die gestalterische Freiheit für sich nutzen. Die Ausbildungsplätze sind oft sehr begehrt, vor allem im Bereich Schmuckgestaltung und Design. An Fachhochschulen für Kunsthandwerk und Berufsfachschulen sind Ausbildungen und Studiengänge ebenfalls möglich. Neben der Schmuckherstellung gehören Reparaturen zu den Aufgaben der Kunsthandwerker. Das Einstiegsgehalt liegt bei 1200 Euro brutto, doch als Meister und Selbstständiger sind höhere Gehälter möglich, vor allem bei einem guten Ruf innerhalb der Branche. Die Innungen der Gold- und Silberschmiede geben Hinweise über die Berufsmöglichkeiten und über die Geschichte des Handwerks, wie beispielsweise die Innung der Stadt Köln auf ihrer Homepage

 

5. Kuriose und seltene Berufe mit Zukunftsperspektive 

 

a) Schädlingsbekämpfer – Den Insekten und Nagern auf der Spur 

 

Kammerjäger
Kakerlaken, Ratten und Bettwanzen sind für die meisten Menschen ein Horror, vor allem wenn sie sich in der eigenen Wohnung befinden. Schädlingsbekämpfer sind für den Schutz von Mensch und Tier zuständig, aber auch von wichtigen Materialien, Gebäuden und der Umwelt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und beinhaltet unter anderem Sicherheits- und Gesundheitsschutz, Umweltauflagen und den Umgang mit Schadstoffen, Gefahrenstoffen und Schädlingen. Da die Ausbildung erst seit 2004 einheitlich zusammengefasst wurde, sind die Ausbildungsgehälter je nach Unternehmen sehr unterschiedlich. Der Berufsalltag wird durch Fortbildungen und Weiterbildungen ständig ergänzt, so dass auch in Zukunft ein spannendes Berufsfeld vorhanden ist. 

 

b) Bestattungsfachkraft – Beruf mit Einfühlsamkeit und Organisationstalent

 

Wer als Bestatter arbeitet, ist Trostspender für die Hinterbliebenen, Organisator für die Trauerfeier, richtet Verstorbene her und ist bei Beerdigungen erste Ansprechperson. Die Ausbildung existiert zusammengefasst seit 2003 und findet unter jungen Menschen einen großen Andrang. Die Bestattungsfachkraft muss kaufmännisches Talent besitzen, aber auch einfühlsam mit Angehörigen umgehen können. Der Beruf ist mit vielseitigen Aufgaben versehen, allerdings auch mit einer großen Bereitschaft für Wochenend- und Spätschichten. Das Gehalt variiert je nach Firma und schwankt als Angestellter zwischen 1500 und 2500 Euro. Einen Einblick in den Beruf und die Ausbildung bietet folgendes Video:

 

c) Fachkraft für Fruchtsafttechnik – Saftherstellung und Analyse im Labor 

 

Die Ausbildung beinhaltet die Wissensaneignung zu den Inhaltsstoffen von Obst und Gemüse und die Fähigkeiten, diese im Labor zu analysieren. Aus den unterschiedlichsten Konzentraten stellen die Fachkräfte verschiedene Säfte her, die mit Vitaminen und anderen Zusatzstoffen angereichert werden. Die Konzentrate sind meist ebenfalls eine Herstellung der Fruchtsafttechniker. Zusätzlich dazu gibt es Fachwissen zu Hygiene und Sauberkeit während, vor und nach der Verarbeitung. Nach der Ausbildung ist eine Spezialisierung und Weiterbildung zum Getränkebetriebsmeister oder Industriemeister durchführbar. Meist gibt es Tarifeinstiegsgehälter zwischen 2500 und 2700 Euro im Monat. 

 

d) Brauer und Mälzer – Moderne Brauverfahren und Gespür für die richtigen Zutaten 

 

Artikelbild für Ausbildung in Deutschland - Kuriose Jobs und die Zukunft der Berufswelt
Bierbrauer ist ein Handwerksberuf mit vielen technischen Prozessen.
Die Braukunst ist in Deutschland eine jahrhundertealte Tradition, die mittlerweile wieder viele Hobby-Brauer und Mälzer vorweisen kann. Nicht nur die großen Firmen produzieren beliebte Biermarken, auch die kleineren Betriebe können lokal große Erfolge vorweisen. Das sogenannte Craft Beer ist die Herstellung des eigenen Bieres von Hobbybrauern oder kleineren Betrieben. Weitere Informationen gibt es beim Craft Beer Magazin hopfenhelden.de. Als Brauer dauert die Ausbildung ebenfalls drei Jahre, mit einer Zwischenprüfung im zweiten Jahr. Neben der Braukunst sind Qualitätsprüfung der Inhaltsstoffe vorgesehen, Wasseranalysen, Gärung und Filtrierung. Je nach Erfahrung und Geschick sind Gehälter ab 2000 Euro möglich.

 

5. Die Zukunft der Ausbildung in Deutschland 

 

a) Triales Studium als Alternative – Gesellenbrief, Meisterbrief und B.A.

 

Das triale Studium sieht eine gezielte Laufbahn des Auszubildenden vor, von dem Gesellenbrief, zum Meister, zu einem betriebswirtschaftlichen Bachelor-Abschluss in einer Zeit von vier bis fünf Jahren. Die drei anerkannten Abschlüsse erhält er nach erfolgreicher Absolvierung und kommt so schnell hochqualifiziert auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings ist die Voraussetzung für das Studium mindestens ein Fachabitur und bisher in nur 19 Handwerksgewerben vorgesehen. 

Triales Studium

 

b) Jugendarbeitslosigkeit in Europa – Eine Herausforderung für Wirtschaft und Bildungssystem

 

Jugendarbeitslosigkeit

Durch die Wirtschaftskrisen der letzten Jahre stehen vor allem junge Menschen in Spanien, Portugal, Griechenland und Italien vor dem Problem der Arbeitslosigkeit, da kaum Ausbildungsplätze oder Stellen vorliegen. Es fehlt an Strukturen, welche den Jugendlichen Perspektiven bieten und Unternehmen, die neue Arbeitsplätze schaffen können, ohne ihre Bilanz zu verringern. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland soll beispielsweise auf Spanien übertragen werden, damit die jungen Arbeitnehmer mehr Praxis und Berufserfahrung sammeln können. Allerdings kritisieren viele Experten die Sparpolitik, die es vielen Firmen schwierig macht, neue Personen einzustellen oder mehr Geld in interne Ausbildung zu investieren. Ein weiterer Ansatz liegt darin, Ausbildungsstellen in Deutschland und anderen Ländern mit Fachkräftemängel mit ausländischen Jugendlichen zu besetzen, so dass beide Parteien einen Vorteil daraus ziehen können. Viele Ausbildungsberufe der Zukunft werden sich mit der Technik weiterentwickeln, während andere verschwinden, da sie nicht mehr gebraucht werden. Um Fachkräfte im Land halten zu können, sind weitere nachhaltige Maßnahmen im Bildungssystem und auf dem Ausbildungsmarkt notwendig. 

 



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