Berlin ist die europäische Startup-Hauptstadt

Berlin ist die europäische Startup-Hauptstadt

Selbstständigkeit im neuen Silicon Valley

27.01.2016
Autor: urbanite 

Wer durch einige Viertel in Berlin schlendert, hat schnell das Gefühl, dass die ganze Stadt aus kreativen kleinen Läden besteht, die Selbstgemachtes anbieten. Ganz so falsch ist der Eindruck nicht: Berlin ist tatsächlich die Stadt der Selbstständigen. Und laut einer neuen Studie ist sie zudem nun auch offiziell die europäische Hauptstadt der Start-Ups.

Berlin ist die europäische Startup-Hauptstadt
In Sachen Startups hat Berlin laut einer Studie von Ernst & Young die Nase ganz weit vorn. 2,14 Milliarden Euro flossen 2015 in junge Unternehmen in der Hauptstadt – doppelt so viel Geld wie das Jahr zuvor und weit mehr als in anderen europäischen Hauptstädten. Mit den kleinen Kreativläden im Kiez haben diese Investitionen von Risikokapitalgebern allerdings wenig zu tun – denn das Geld fließt fast ausschließlich in Internetfirmen.

Berlin wird als das neue Silicon Valley gehandelt


Das europäische Silicon Valley? Bei vielen Beschäftigten in der IT-Branche hat Berlin diesen Namen schon weg. Und wenn weiter so viel Geld fließt, könnte diese Bezeichnung schon bald eine Selbstverständlichkeit werden. In Berliner Startups wird gerne investiert. Das haben die kleinen Hightech-Selbstständigen und die Kreativläden aus dem Kiez nämlich doch gemein: Berlin als Marke zieht auch in der IT-Welt. Dafür sorgten Firmen wie Soundcloud und Zalando, die beide in Berlin gegründet wurden. Grund genug also für Kapitalgeber, sich finanziell an kleinen Firmen in Berlin zu beteiligen. Einige werden scheitern – aber einige könnten später die investierte Summe um ein Vielfaches abwerfen.

Sechzehn Prozent beträgt die Quote der Selbstständigen in Berlin. Die technologiebasierten Startups besitzen einen großen Vorteil gegenüber den kleinen Läden der Hauptstadt: Sie profitieren von den niedrigen Lebenshaltungskosten, können ihre Produkte aber dort verkaufen, wo mehr Kaufkraft herrscht. Denn dass diese in Berlin fehlt, bekommen vor allem Selbstständige zu spüren, die nur in Berlin verkaufen. Und von den steigenden Mieten bleiben auch die kleinen Firmen und Läden nicht verschont.

Standortvorteil und Marke: der Marktwert Berlins


Laut einer Reportage der Deutschen Welle sieht der Alltag für Gründer in Berlin jedoch oft hart aus. Die meisten jobben nebenbei, um sich ihre liebevoll aufgezogene Geschäftsidee überhaupt finanzieren zu können. Das Wort „Überstunden“ kommt hier nicht vor, schließlich war das Produkt oft einst Hobby und lässt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit so verschwimmen. Wer gründet, investiert also zunächst die Aussicht, in den kommenden Jahren weniger als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Für diejenigen, die die klammen Gründerjahre durchhalten, wartet in vielen Fällen ein höheres Gehalt als das, welches sie zuvor aufgegeben haben. Viele flüchten sich jedoch auch zurück in die Festanstellung – oder in die Anstellung in ein anderes, bereits größer gewordenes Startup. Die Jobbörse StepStone listet immerhin rund 5.000 offene Stellen, über 1.000 davon in der IT-Branche. Nach und nach wird Berlin also zum Silicon Valley – durch kleinere und immer größere werdende Startups.



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