Ken Panda

Bio, fair und fesch: Faire Mode in Berlin

Nachhaltige Mode

15.03.2016
Autor: urbanite 

Ken Panda
Kenan Polat von Ken Panda
Kleidung ist wie eine zweite Haut. Um sich in ihr wohlzufühlen, muss alles stimmen. Auch die Frage nach den Bedingungen, unter denen etwa in China, Indien oder Bangladesch Arbeiterinnen die Textilien färben und nähen, gehört für immer mehr Menschen zu einer bewussten Kaufentscheidung.


Fair Trade meint ganz grundlegende Standards wie Verzicht von Kinderarbeit, Begrenzung der Arbeitszeit, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sowie existenzsichernde Löhne. Wie fair und ökologisch ein Kleidungsstück hergestellt wurde, ist jedoch nicht einfach zu erkennen.

Ein wenig Orientierung bieten verschiedene Siegel. Das blau-gelbe Fair-Trade-Logo, bekannt von fair produzierten Lebensmitteln, garantiert Mindestpreise für Baumwoll-Bauern. Die restliche Produktionskette kontrolliert die Fair-Trade-Organisation nicht. Anders ist dies beim Öko-Siegel GOTS. Die Herstellung von Textilien, die so gekennzeichnet sind, erfolgt ohne umweltschädliche Chemikalien und unter Kontrolle sozialer Mindest-Standards. Seit 17 Jahren kämpft auch die Fair Wear Foundation mit eigenem Siegel für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Mitglied können allerdings auch Unternehmen werden, die noch nicht alle Ziele erfüllt haben. Außerdem gibt es etliche kleinere Labels mit fair und öko produzierter Kleidung, die sich Zertifizierungen nicht leisten können.

Noch bedient faire Mode einen Nischenmarkt. Während H&M oder Primark mit einer größeren Auswahl und ständig neuer Ware locken, gibt es fair gehandelte Kleidung neben Online-Shops zumeist nur in kleineren Geschäften zu kaufen. Wer bereit ist, für eine Jeans 100 Euro auszugeben und einer Einkaufs- und Wegwerfmentalität entfliehen möchte, wird in einem der folgenden Läden aber mit großer Wahrscheinlichkeit fündig. Denn wer glaubt, dass öko und chic sich ausschließen, darf sich überraschen lassen.

 

Loveco
Loveco
Loveco

Sonntagstraße 29, 10245 Friedrichshain, Mo–Fr 12–20 Uhr, Sa 11–18 Uhr, www.loveco-shop.de

 

Wer es nicht nur öko und fair, sondern auch vegan mag, ist bei Loveco am richtigen Ort. Seit über einem Jahr versorgt Christina Wille ihren Kiez mit cooler Streetwear und schicker Business-Kleidung. Auch eine längere Anfahrt lohnt, um im stylisch eingerichteten Laden (mit Schaukel!) vorbeizuschauen. Vegan bedeutet der Verzicht auf tierische Produkte wie Leder oder Schafwolle. Bei Alternativen wie Biobaumwolle, Hanf, Leinen oder recyceltem Polyester muss die jedoch niemand vermissen.

 

Supermarché
Supermarché
Supermarché

Wiener Str. 16, 10999 Kreuzberg Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-18 Uhr, www.supermarche-berlin.de

 

Mit über 100 Quadratmetern ist Supermarché das größte Bekleidungsgeschäft in Berlin, das ausschließlich nachhaltige Mode anbietet. Der Laden von Nicole Jäckle und Benny Irion bietet eine beachtliche Auswahl an Hosen, T-Shirts, Pullis, Kleidern und Schuhen – von Streetwear bis Business. Auch die Herrenabteilung ist gut bestückt. Neben Marken wie armedangels, Bleed oder Knowledge Cotton Apparel sind auch die bedruckten T-Shirts vom Eigenlabel Hirschkind zu empfehlen.

 

Wertvoll
Wertvoll
Wertvoll

Marienburger Strasse 39, 10405 Prenzlauer Berg Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr oder im Online-Shop unter www.wertvoll-berlin.com

 

Das vor sieben Jahren eröffnete Geschäft war eines der ersten mit nachhaltiger Mode in Berlin. Wer es etwas eleganter mag, kann sich hier komplett ökofair eindecken bis hin zu Schuhen, Taschen und Jacken. Bei Wertvoll rückt die Qualität der Stoffe in den Vordergrund. Zur Kundschaft gehören neben Öko-Bewussten auch viele, die die Modeauswahl einfach toll finden. Wertvoll bietet Marken wie les racines du ciel, Annette rufeger oder das Berliner Label Format. Genaue Infos, wo und wie ein Kleidungsstück hergestellt wurde, finden sich im Online-Shop. Vor Ort beantwortet das Team um Monika Lesinski und Judith Finsterbusch alle Fragen zur Nachhaltigkeit.

 

Ken Panda
Ken Panda
Ken Panda

Alt-Stralau 12, 10245 Friedrichshain, Mo–Fr 10–18 Uhr oder im Online-Shop www.dawanda.com

 

Ken Panda – das sind coole Hoodies, die Kenan Polat seit acht Jahren designt und bedruckt. Am Anfang stand das Muster eines roten Pandas, eine rolle Bio-Jersey aus Holland und die Erkenntnis, dass sich mit dem Hobby Textildruck auch Geld verdienen lässt. Die Stoffe bezieht Ken insbesondere von einem Familienbetrieb aus der Türkei, arbeitet aber auch mit recyceltem Material. Das Nähen übernehmen zwei Mitarbeiterinnen und häufig auch eine Behindertenwerkstatt in Weißensee. Über seine Kundschaft sagt Ken, es seien fröhliche Menschen, die bereit seien, auf eine Bestellung mehrere Wochen zu warten. Denn das kleine Unternehmen kommt der Nachfrage kaum hinterher. Das Warten lohnt sich. Denn jeder darf mitgestalten, Schnitte, Stoffe und Muster neu kombinieren. Vielfalt ist das Credo. Doch auch Ken Panda wandelt sich ständig. Demnächst möchte der Designer mit luxuriöseren Stoffen experimentieren. Man darf gespannt sein.  

 

Von Hendrik Rohling



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