„Das ist so Berlin" – Was ist der Style der Hauptstadt?

„Das ist so Berlin" – Was ist der Style der Hauptstadt?

Berlin: Magnet für Individualisten, Freigeister und künstlerisches Chaos

25.10.2016

„Das ist so Berlin" – Was ist der Style der Hauptstadt?
"Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin"
Bereits im 19. Jahrhundert soll der österreichische Komponist Franz von Suppé gesagt haben: "Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin" – und inzwischen zieren diese Worte etliche Häuserwände und Postkarten und man kann sie auch auf den Social-Media-Profilen all jener junger Menschen lesen, die in Berlin das große Abenteuer suchen. Die Stadt wirkt wie ein Magnet für Individualisten, Freigeister und Leute, die künstlerisches Chaos und "Berliner Luft" erleben wollen. Und die kann man nicht nur atmen, sondern als Songtitel auch hören – und sogar ein Getränk dieses Namens findet man in nahezu jedem Späti der Stadt.

In der deutschen Hauptstadt werden auch Modetrends gesetzt. Was in Berlin getragen wird, findet seinen Platz schnell auf den Modeblogs dieser Welt. Doch wie "Berlin" ist dieser Style und was tragen "echte Berliner"?

 

Von Mitte bis Neukölln

 

Wer an Berlin denkt, hat oft Bilder von gut gekleideten, jungen Menschen im Kopf, die mit ihren Macbooks im St. Oberholz sitzen, Latte-Macchiato mit Sojamilch trinken und dabei an ihrem veganen Sandwich knabbern. Man findet diesen Typus in Bioläden, Galerien und Szenebars in Kreuzberg, Friedrichshain oder auch in der Weserstraße in Neukölln. Kreidetafeln, Vintage-Möbel, zusammengewürfelte Dekoration und eine XXL-Kaffeemaschine: Die Hipster-Cafés der Stadt unterscheiden sich kaum voneinander. Und auch, was die Mode betrifft, heißt es: Einheitsbrei. Was früher als besonders individuell galt, trägt heutzutage fast jeder. Doch das Wort Hipster passt nicht mehr so ganz, denn vorbei sind die Zeiten der Jutebeutel und Holzfällerhemden aus dem Secondhandshop. Die modebewussten Leute von heute setzen auf Qualität und Luxus bei der Wahl ihrer Kleidung. Diese sogenannten Luxus-Hipster sind minimalistisch, cool und gepflegt. Eine Skinny Jeans kombiniert mit limitierten Sneakern oder Plateau-Schuhen und drüber ein Oversized It-Piece von Urban Outfitters, Wood Wood oder COS. Die absolute Lieblingsfarbe ist schwarz, ganz nach dem Motto: Black is beautiful. 

 

 

 

Vom Ku'damm bis zum Grunewald

 

Berlin kann auch schick. Der Berliner Westen ist bekannt für seinen eleganten Flair. Bei ihrem Shoppingbummel über den Kurfürstendamm bis hin zum KaDeWe zeigen die wohlhabenderen Berliner nur zu gern, was sie haben: Ob der teure Pelzmantel oder die exklusive Designertasche, auch in der flippigen Hauptstadt mögen es viele edel und schick. Chanel, Céline, Mochino oder YSL – Mode dieser Labels findet man nicht nur in den Geschäften, sondern sie ziert auch so manchen Berliner. 

 

Und mittendrin? Ganz normale Menschen

 

In Berlin schreibt nicht jeder einen Modeblog oder führt ein angesagtes Szenecafé. Die meisten sind schlicht Menschen, die kaufen was ihnen gefällt oder was sie eben brauchen. Also Berliner die mit ihrem Stil nicht unbedingt einen neuen Mega-Trend schaffen oder eine gesellschaftskritische Message senden wollen. Es muss nicht immer Bio, Fairtrade oder vegan sein, sondern einfach gefallen. Eingekauft wird in angesagten, aber günstigen Modeläden wie Gina Laura und man kleidet sich zeitgemäß, sportlich elegant oder schlicht – ganz wie es einem gefällt.

Berlin ist nicht nur Mitte-Hipster, Hornbrille und Supreme- Cap, sondern auch Leggins und Arschgeweih, Woolrich-Jacke und Kaschmirpullover oder einfach Jeans und T-Shirt. Böse Zungen behaupten, Mitte ist all das, was Berlin nicht ist. Doch lässt sich das so genau festmachen? Besticht die Stadt nicht durch ihre Vielseitigkeit und die ständigen neuen Einflüsse und Impulse? Berlin ist nicht nur ein Haufen supertrendy Menschen, sondern ein bunter Mix. Und letztlich entstehen Trends in der U-Bahn und auf den Straßen und nicht auf der Fashionweek. Man trägt Turnschuhe zum Abendkleid oder die Designertasche zur Second-Hand-Jeans. Die Stadt ist schick, entspannt, provokant, pompös und minimalistisch zugleich. Wie Klaus Wowereit einst sagte: "Berlin ist arm, aber sexy." Fest steht eines: Berlin ist anders, und das ist auch gut so. 



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