Der Berliner Hipster: Second-Hand-Vintage meets Designer-Fashion

Der Berliner Hipster: Second-Hand-Vintage meets Designer-Fashion

Vom Vintage-Hipster bis zum Classy-Hipster

24.05.2017

Der Berliner Hipster: Second-Hand-Vintage meets Designer-Fashion
Bei den Herren wandelte sich der Vintage-Stil mit einem Hauch Rock'n'Roll zu Vollbart, Tattoos und Hornbrille
Der Berliner Hipster-Stil wird oft kopiert, doch selten erreicht – denn Coolness lässt sich leider schlecht nachahmen. Zudem lässt sich der Stil der Hipster kaum auf eine konkrete Formel runterbrechen: Nicht umsonst spuckt Google fast 9,5 Millionen Treffer aus, wenn man die Suchmaschine mit dem Begriff "Berlin-Style" füttert. Das hat einen Grund: Denn der Berliner Hipster erfindet sich ständig neu, um den aktuellen Modetrends voraus zu sein. Wir haben uns auf Spurensuche begeben und die wichtigsten Stile des letzten Jahrzehnts zusammengefasst – vom Vintage-Hipster bis zum Classy-Hipster:

"Hipster, der: (Jargon) zu einer [urbanen] Subkultur gehörender junger Mensch mit ausgefallener, nicht der aktuellen Mode entsprechender Kleidung und extravagantem, individualistischem Lebensstil." Laut Duden sind dies die typischen Eigenschaften eines Hipsters. Wobei der individuelle Stil des Hipsters irgendwann in den Trends der Mainstream-Mode aufgeht – und der Hipster nach einem neuen Style suchen muss. So verläuft das Ganze in einem immerwährenden Kreislauf: Der Hipster ist nämlich so cool und gänzlich an aktuellen Trends desinteressiert, dass ihm zahllose junge Menschen eifrig nacheifern – bis sein Style sich irgendwann in den Schaufenstern der einschlägigen Modeketten wiederfindet. Dann ist es vorbei mit seiner Individualität – zumindest vorerst. Der Hipster steht deswegen vor der Herausforderung, sich ständig kreativ weiterzuentwickeln, damit er sich wenigstens eine Zeit lang von der Masse abhebt.

Inspiriert vom Stil der Indie-Bands


Die Ursprünge der deutschen Hipster lassen sich ungefähr in den Jahren 2005/2006 verorten. Der Modestil der damaligen ersten Hipster-Generation orientierte sich vornehmlich am Style ihrer Lieblings-Indie-Bands: Die Männer trugen enge Röhrenhosen, bis zum Hals zugeknöpfte Hemden in Slim-Fit und Lederjacken wie die Jungs von Mando Diao, den Arctic Monkeys oder We Are Scientists. Die Frauen lackierten sich die Fingernägel tiefrot, steckten die Haare zum Dutt auf und trugen Blümchenkleider und Schnürschuhe im Stil von Kate Nash, Zooey Deschanel oder der Sängerin von The Ting Tings. Dieser Vintage-Stil mit einem Hauch Rock'n'Roll wandelte sich in den folgenden Jahren zu Vollbart, Tattoos und Hornbrille bei den Herren und zu Vintage-Jeans, roten Lippen, Blüschen und Lederjacke bei den Damen. Dieser Stil hielt sich für einige Jahre wacker in der Hipster-Welt, bis diese individuelle Mode mehr und mehr im Mainstream ankam.




Bildrechte: Flickr #davidjonesstore #fashion #glam #fashiona2z #style #dope #accessoires #womenfashion #fashionindustry #onlinestyle #fashionworld Glam UK CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten 

Soziale Netzwerke beeinflussen die Hipster-Mode


Plötzlich war es vorbei mit Vintage-Chic, Blümchen, Punkten und bunten Farben – aktuell trägt der Hipster nämlich Normcore und steht auf Minimalismus – inspiriert von den Königen des Hipstertums: den Skandinaviern. Es dominieren also gedeckte Farben und cleane Schnitte und der Hipster schwingt sich auf sein Fixie-Fahrrad. Dank Online-Plattformen wie Instagram und Pinterest ist der Hipster-Style mittlerweile schneller im Mainstream angekommen als der Hipster #scandinaviandesign in sein Smartphone tippen kann – es ist also mal wieder Zeit für eine Veränderung.

Was sich in diesem Jahr an der Hipster-Front verändern wird, lässt sich mit einem Blick in unseren Instagram-Feed zumindest erahnen. Es gibt ganz klar eine Tendenz hin zu Designerkleidung von Edelmarken wie Moschino, Chanel und Dior. Hipster kaufen 2017 nicht mehr günstige Second-Hand-Teile auf dem Flohmarkt, sondern schauen sich in Online-Shops wie Yoox nach High-End-Fashion von Givenchy & Co. um – ein wenig Vintage ist das Tüpfelchen auf dem "i".

Stilikonen sind nicht mehr nur Fashion-Blogger, sondern auch Instagram-Stars wie die in Berlin lebende Anouschka Marlene: Sie posiert auf ihren Bildern im Lässig-Look mit Oversized-Mantel und Sneakern, dazu führt sie ihre Gucchi-Tasche spazieren. Ihr Stil ist irgendwo zwischen sexy, weiblich, elegant, cool, unaufgeregt und Schlabberlook angesiedelt – kurz, sie verkörpert exakt den Stil, der bei der Generation unter 30 in Berlin derzeit angesagt ist: klassisch-lässig. Classy Hipster? Die männlichen Hipster setzen ebenfalls auf Designer-Kleidung und edle Statement-Mode. Beispielsweise liebt Rapper Yung Hurn seine Sneaker, manchmal zeigt er sich auf seinem Instagram-Account aber auch mit Moschino-Accessoires oder in einem Zweiteiler von Burberry mit einer Shopping-Bag von Dolce & Gabbana.



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