refugees welcome

Projekt „Flüchtlinge willkommen“ in Berlin gestartet

Berliner Studenten haben ein WG-Vermittlungsportal für Flüchtlinge gegründet

14.01.2015
Autor: Elli Beier

Warum können Geflüchtete in Deutschland nicht einfach in WGs wohnen, statt in Massenunterkünften? Diese Frage haben sich die Initiatoren der Non Profit Organisation „Flüchtlinge Willkommen“ gestellt.

Flüchtlinge Willkommen
Mit-Initiator Jonas Kakoschke
Derzeit sieht es so aus, dass Flüchtlinge zwar, mit etwas Glück, nach ihrer Registrierung in der Erstaufnahmeeinrichtung auch eine eigene kleine Wohnung zugewiesen bekommen können, für die meisten heißt die nächste Station jedoch Sammelunterkunft. Diese liegen oft fernab von jedem gesellschaftlichen Leben. Menschen verschiedenster Kulturen leben hier auf engem Raum zusammen, was zu Konflikten führen kann. Isolation und mangelnde Privatsphäre können zu einer ernsthaften psychischen Belastung für die meist schon traumatisierten Flüchtlinge werden.

Das System von „Flüchtlinge Willkommen“ soll den geflohenen Menschen ermöglichen, in einer angemessenen Unterkunft zu leben, besser Anschluss zu finden und die Sprache schneller zu lernen. Die Unterkunftsgeber haben die Möglichkeit, eine andere Kultur kennen zu lernen und erhalten als Lohn das gute Gefühl, einem Menschen in einer schwierigen Situation geholfen zu haben.

Die Initiatoren freuen sich über große Resonanz, bereits drei Wochen nach Start des Projekts Ende letzten Jahres gab es 190 Anmeldungen aus über 90 Orten in Deutschland. Mit-Initiator Jonas Kakoschke geht mit gutem Beispiel voran und hat Flüchtling Bakary, 39, aus Mali in seiner WG aufgenommen.

 

Wer kann mitmachen?

 

Anmelden können sich nicht nur WGs, sondern auch andere Wohnsituationen, wie z.B. Ehepaare, die nach dem Auszug der Kinder ein ungenutztes Zimmer haben. Einzige Bedingung ist, dass der geflüchtete Mensch ein eigenes Zimmer zur Verfügung hat, denn er soll unter den gleichen Bedingungen leben wie die anderen Mitbewohner.

 

Wie funktioniert das Ganze?

 

Kein Mensch ist illegal
Das Projekt soll Flüchtlingen ermöglichen unter menschenwürdigen Bedingungen in Deutschland zu leben.
Wer eine Unterkunft anzubieten hat, kann sich hier registrieren. „Flüchtlinge Willkommen“ setzt sich dann mit einem externen Partner, der mit Flüchtlingen zusammenarbeitet, in Verbindung und der sucht, entsprechend eurer Angaben, einen passenden Mitbewohner. Sobald der gefunden ist, wird der Kontakt hergestellt und ihr könnt euch kennenlernen. Wenn ihr euch sympathisch findet, zieht eure oder euer neue/r Mitbewohner/in schon bald bei euch ein. Die Organisation begleitet euch unterstützend während dieser Zeit.

 

Wie wird das Zimmer finanziert?

 

Die Organisation hilft euch dabei, eine geeignete Finanzierungsmöglichkeit für die Mietkosten zu finden, zum Beispiel durch Mikrospenden. Einige Länder, dazu zählt auch Berlin, fördern den Auszug aus Sammelunterkünften und übernehmen die Kosten der neuen Unterbringung. Andere Kosten finanziert der geflüchtete Mensch in der Regel selbst, oder erhält je nach Status staatliche Zuwendungen.

Wenn ihr keinen Wohnraum zu Verfügung stellen könnt, aber andere Wohngemeinschaften unterstützen wollt, findet ihr alle nötigen Infos, sowie weitere Details über das Projekt auf der Webseite: www.fluechtlinge-willkommen.de

 

*Name geändert



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Kommentare
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    • Maboeba geschrieben am

      Schöner Artikel, schönes Projekt!

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