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Hanfparade in Berlin: Nutzt Hanf!

Bube, Dame, König, grAs

21.08.2015
Autor: urbanite 

Die Hauptstadt im Zeichen des Hanfblatts: In Berlin haben sich Tausende Menschen versammelt, um für die Legalisierung von Cannabis zu demonstrieren. Die jährlich stattfindende Hanfparade zog über 8.000 Marihuana-Freunde auf die Straßen. Vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Brandenburger Tor machte der Zug mit Schildern, überdimensionalen Joint-Attrappen und Hanfblättern seine Botschaft klar: Nutzt Hanf!

 

Bereits zum 19. Mal fand die Hanfparade in Berlin statt

 

Hanfparade in Berlin
"Die gefährlichste Nebenwirkung von Haschisch und Marihuana sei die Strafverfolgung"
In diesem Jahr hat sich der Protestzug am Hauptbahnhof getroffen und mit Zwischenstopps am Berliner Dom und am Gesundheitsministerium seinen Weg zum Brandenburger Tor gefunden. Dort erwartete die Teilnehmer die sogenannte "Hanfmeile". Neben Live-Musik und zahlreichen Informationsständen konnten sich die Besucher der Hanfparade auch von den Qualitäten des Rohstoffs überzeugen. Es wurden verschiedene Produkte aus Hanf vorgestellt, darunter vor allem auch Lebensmittel und Textilien. In Kundgebungen zu Beginn der Parade, an den Zwischenstationen und auch am Endpunkt Brandenburger Tor sprachen Aktivisten und Politiker über die Legalisierung von Marihuana als Rohstoff, Genussmittel und Medizinprodukt.

Eine beliebte These des Tages: Die gefährlichste Nebenwirkung von Haschisch und Marihuana sei die Strafverfolgung. Ziel sei es, bundesweit eine liberale Drogenpolitik auf den Weg zu bringen und Besitz und Konsum des grünen Krauts zu entkriminalisieren. Der Protestzug und die anschließende Veranstaltung verliefen friedlich. Ähnlich wie beim Global Marijuana March im April lag zwar der typisch süßliche Geruch überall in der Luft, laut Aussagen der Berliner Polizei sei es aber zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen. 

 

Unterstützung durch Grüne-Politiker

 

Unterstützt wurde die Hanfparade von Grünen-Politikern auf Landes- und Bundesebene. So schrieb der Berliner Grünen-Chef Daniel Wesener beispielweise auf seiner Twitter-Seite "Höchste Zeit für Legalisierung" und postete ein Foto des Protestzugs. Auch die Berliner Bundestagsabgeordnete Lisa Paus äußerte sich vorab zum Thema. In ihren Augen sei die Cannabis-Verbotspolitik "völlig gescheitert". Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und Grünen-Politikerin Monika Herrmann hielt bei der Abschlusskundgebung eine Rede. Sie hatte im Juni für ihren Bezirk einen Sondergenehmigung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt.

Durch eine staatliche Regulierung erhofft man sich ein Kontrolle des Drogenmarkts und durch die Entkriminalisierung eine Entspannung in den Brennpunktbezirken. Geplant ist ein Modellprojekt, das die kontrollierte Abgabe von Cannabis an vier speziellen Verkaufsstellen – 2 in Kreuzberg und 2 in Friedrichshain –  vorsieht. Mit einem Ausweis sollen registrierte Bezirkseinwohner über 18 auf diese Weise legal bis zu 60 Gramm Cannabis pro Monat kaufen und konsumieren dürfen. Möglich wäre dies durch eine Lockerung des  Betäubungsmittelgesetzes. Verantwortliche beim BfArM werden innerhalb der nächsten Wochen eine Entscheidung fällen. Zuletzt stellte das Land Schleswig-Holstein einen vergleichbaren Antrag im Jahr 1997. Das geplante wissenschaftliche Modellprojekt wurde jedoch von den Behörden abgelehnt.  



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