Nickelback-Bassist Mike Kroeger im Interview

Nickelback-Bassist Mike Kroeger im Interview

Gegen den Strom rocken

23.05.2018
Autor: Anna Heinze

Seit Jahren zählt Nickelback zu den erfolgreichsten Rockbands weltweit. Und für die vier gestandenen Musiker ist noch lange nicht Schluss. Am 3. Juni machen sie auf ihrer „Feed the Machine Tour“ Halt in der Arena. Im Interview mit Mike Kroeger, Bassgitarrist und einem der beiden Gründer der Band, erfahren wir, welche wichtige Botschaft das neue Album mitbringt, warum es cool ist, in Deutschland zu sein und was einen alten Rock-Hasen so umtreibt.

Nickelback-Bassist Mike Kroeger im Interview
Seit Jahren zählt Nickelback zu den erfolgreichsten Rockbands weltweit. Am 3. Juni machen sie auf ihrer „Feed the Machine Tour“ Halt in der Arena.

Nickelback ist mittlerweile seit mehr als 20 Jahren im Showbusiness. Gibt es etwas, das euch als alte Hasen im Bandleben noch überraschen kann?

Ich würde sagen, dass das Rock’n’Roll-Business sehr gnädig zu uns ist (lacht). Wir haben überwältigende Erfahrungen gemacht. Das lag nicht nur am Business, sondern vor allem an unseren Fans, die uns gezeigt haben, dass unsere Musik ihr Herz berührt. Das bedeutet viel. Es ist ein langer Weg bis dahin, dass man sich gut für das fühlt, was man tut. Man trifft eine Menge Leute, die erzählen, dass die Musik sie beeinflusst und das ist das Wichtigste.

 

„Feed the Machine“ ist euer neuntes Studioalbum. Was unterscheidet es von anderen Alben?

Die Leute werden wie bei den vorherigen Alben hören, dass es ein Nickelback-Album ist. Das soll es auch sein. Wir haben aber sehr hart daran gearbeitet, dass „Feed the Machine“ ein echtes Rockalbum wird. Das wollten wir in erster Linie erreichen und das ist der entscheidende Unterschied.

 

Und es soll politischer als die vorherigen Alben sein?

Ja einige Leute sagen, dass es politischer ist. Aber ich weiß nicht, ob das alle so sehen. Ich denke in Europa achten die Menschen eher auf politische Messages als anderswo. Nickelback ist und war noch nie wirklich eine politische Band. Wir haben uns sehr selten dazu geäußert. Also müssen wir besonders darauf achten, was wir politisch in unseren Songs thematisieren. Allerdings denke ich nicht, dass Nickelback generell als politische Band angesehen wird. Dafür sind unsere Themen wie Trinken und Sex wirklich zu unpolitisch (lacht).

 

Was steckt dann hinter dem Titel „Feed the Machine“?

„Feed the Machine“ steht dafür, dass wir Dinge in der Gesellschaft als natürlich annehmen, ohne sie richtig zu hinterfragen. So wie Maschinen es machen würden. Sie stellen keine Fragen wie: „Hey, Moment mal. Wieso erlauben wir uns selbst, in den Krieg zu ziehen?“ Das bezieht sich dann doch auch auf politische Angelegenheiten. Warum hinterfragen Menschen nicht viel mehr und treten für ihre Meinung ein? „Feed the Machine“ ist eine Metapher für das stumpfe Befolgen und Wiederholen von Regeln und Meinungen, mit denen man gar nicht einverstanden ist.

 

Im Mai und Juni werdet ihr das Album euren deutschen Fans auf insgesamt sechs Konzerten präsentieren. Was bringst du mit Deutschland in Verbindung? Wie waren deine bisherigen Aufenthalte hier?

Ich kann hier leider nichts über unsere verrücktesten Erfahrungen in Deutschland erzählen (lacht). Aber ich kann sagen, dass gerade zu Anfangszeiten von Nickelback Deutschland das größte und wichtigste Anlaufziel für uns in Europa war. Rockmusik kommt in Deutschland super an. Das ist bis heute so. Auf unserem Tourplan kann man sehen, dass wir auch viele Konzerte in Großbritannien spielen, aber nirgends treten wir häufiger auf als in Deutschland. 

 

Gibt es privat etwas, was dir hier besonders gut gefällt, zum Beispiel ein bestimmtes Gericht?

Du weißt wohl, dass ich Vegetarier bin? Was das Essen angeht, mag ich Europa ganz besonders, denn jedes Land hat eine einzigartige Küche. Anderswo ist es als Vegetarier oft schwierig. In Deutschland gibt es in jedem Restaurant vegetarische Gerichte. Das ist nie ein großes Ding. Überall gibt es wirklich gutes vegetarisches Essen – und deutsches Bier natürlich!

 

Auch hier in Deutschland verbinden die Fans Nickelback besonders mit Liedern wie „How you remind me“ oder „Rockstar“. Die Songs sind über 15 Jahre alt und ihr spielt sie in so gut wie jeder Show. Wird das irgendwann langweilig?

Ich würde es mal so sagen: Die Chance besteht, dass es langweilig wird, aber auf jedem Konzert sind unterschiedlichen Menschen, die dir beim Spielen ein anderes Gefühl geben. Durch verschiedene Städte, Ländern und Menschen kommt es also selten vor, dass es mich langweilt, die alten Lieder zu spielen. 

 

Kommt es dabei auch auf die Anzahl der Zuschauer an? Oder gibt es andere Dinge, die ein Konzert für dich besonders machen?

Es kommt für mich persönlich immer darauf an, wie ich mich bei einem Konzert fühle. Meistens fühle ich mich sehr wohl und habe eine gute Zeit auf der Bühne. Natürlich trägt die Laune des Publikums dazu bei. Aber es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um 100 oder 100.000 Menschen handelt.

 

Wie bereitest du dich auf solche großen Shows vor? Bist du noch nervös vor großen Auftritten?

Nervös bin ich nicht mehr. Ein Grund dafür ist, dass ich seit so langer Zeit vor Menschen auftrete. Außerdem ist es so, dass ich nicht singen muss. Wenn ich singen müsste, würde ich unter einem enormen Druck stehen. Vor der Show setze ich mich mit den einzelnen Songs noch einmal auseinander, konzentriere mich auf meine Parts, bevor wir dann alles gemeinsam durchgehen. 

 

Inwiefern hat das Projekt „Nickelback“ dein persönliches Leben verändert?

Ich hätte so oder so mein ganzes Leben Musik gemacht. Ich wüsste nicht, wie ein Leben ohne Musik aussehen würde. Durch Nickelback hatte ich immer die Freiheit, genau das zu machen, worauf ich Lust hatte.

 

Gibt es denn nichts, was du unbedingt noch machen willst? Ein kleiner Traum, der noch nicht erfüllt ist?

Es gibt schon Dinge, die ich gern ausprobieren will, zum Beispiel Fallschirmspringen! Aber insgesamt mache ich sehr viele neue Erfahrungen in meinem Leben. Es sind mir so gute Dinge geschehen, dass ich mir nichts vorstellen kann, was mir noch fehlt. 

 

Mittlerweile bist du auch Vater zweier Kinder. Mögen sie deine Musik oder bist du eher der peinliche alte Vater?

Ich glaube, dass meine Kinder sehr stolz auf mich sind. Aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie sie zu meiner Musik stehen. (lacht)

 

 

INFO: NICKELBACK LIVE Feed the Machine Tour 2018 | 3. Juni, 19 Uhr | Arena Leipzig | Tickets ca. 80 €

 

 

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