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Von der Bibliothek zum Laptop – Lernen im Wandel der Zeit

01.07.2019
Autor: urbanite 

 Von der Bibliothek zum Laptop – Lernen im Wandel der Zeit

Unsere Art zu lernen hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten massiv geändert. Einen großen Einfluss auf diese Entwicklung hat die Digitalisierung. Es gibt heutzutage viele Tools und Medien, um besonders schnell und effizient zu lernen. Hierfür ist es aber wichtig, die unterschiedlichen Techniken und Möglichkeiten zu kennen und gezielt anzuwenden. Dieser Ratgeber befasst sich daher mit der Entwicklung des Lernens und zeigt auf, welche Lernformen heutzutage aktuell sind und zu den besten Ergebnissen führen.

Individuelles Lernen vs. Teamarbeit

Die Vernetzung der Arbeitswelt führt zu einer Vernetzung der Schülerinnen und Schüler. Informationen werden aus digitalen Quellen gewonnen und die Versendung von Daten erfolgt heutzutage weitestgehend über E-Mail, Cloud und Messenger. Die Schulen, Universitäten und Weiterbildungsstätten legen heutzutage vermehrt Wert auf Teamwork, weswegen Arbeitsgruppen und Gemeinschaftsarbeiten an Bedeutung gewinnen. Das hat zur Folge, dass nicht mehr einzelne Schülerinnen und Schüler für sich arbeiten, sondern gemeinsam an einem Projekt tätig sind. Aus diesem Grund nehmen die verschiedenen Gruppen eine Arbeitsteilung vor und jeweils andere Schülerinnen und Schüler sind für bestimmte Unterthemen verantwortlich.

 

Diese Art zu lernen kommt der modernen Arbeitswelt sehr entgegen. Auch hier gibt es immer seltener einzelne Abteilungen, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich sind. Vielmehr sind die einzelnen Unternehmensbereiche miteinander vernetzt und arbeiten zusammen, um Synergieeffekte zu nutzen. Es ist sinnvoll, dass sich die Schülerinnen und Schüler auf diese Art des Arbeitens vorbereiten und schon frühzeitig gemeinsam mit anderen Lernen und Präsentationen erarbeiten. Zudem lernen Erwachsene bei Weiterbildungen durch solche Lernmethoden besonders praxisnah und zielorientiert.

Der Einfluss der Digitalisierung auf das Lernen

Die Digitalisierung gewinnt im deutschen Bildungssystem immer mehr an Bedeutung. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass Sachinformationen immer seltener in Büchern nachgeschlagen, sondern bei den Suchmaschinen abgefragt werden. Außerdem erstellen Schülerinnen und Schüler ihre Hausaufgaben und Präsentationen immer seltener per Hand, sondern verfassen diese am PC oder Laptop. Das hat den Vorteil, dass sie hier besonders ordentlich arbeiten und diverse Grafiken und Übersichten einbauen können. Außerdem können so Handouts für Präsentationen leicht an die Mitschülerinnen und Mitschüler verschickt werden, was Kopierkosten spart und die Umwelt schont. Hinzu kommt, dass sich Arbeiten auf diese Weise leicht bearbeiten, anpassen und korrigieren lassen, was einer späteren Weiterverwendung sehr zugute kommt.

 

Doch auch die Schulen und Bildungseinrichtungen selbst werden immer digitaler. Die klassischen Tafeln werden weitestgehend durch Whiteboards ersetzt und moderne Computerpräsentationen ersetzen die klassischen OH-Folien und Beamer. Häufig haben die Schülerinnen und Schüler Zugang zu einem Computerraum oder bekommen Schul-Tablets gestellt. Diese Entwicklung wird in Zukunft noch weiter voranschreiten, da die Landesregierungen und die Bundesregierung viel Geld für die Digitalisierung der Schulen einplanen. Doch auch Erwachsene lernen im Rahmen ihres Berufs immer weiter und nutzen hierfür verstärkt digitale Methoden des Lernens.

 

Druck vs. Freiheit

Die Art, wie Schülerinnen und Schüler zum Lernen animiert werden, hat sich ebenfalls stark gewandelt. In früheren Jahren waren es vor allem Druck und Angst, die als Lehrmethoden verbreitet waren. Die Schülerinnen und Schüler mussten damit rechnen, für schlechte Arbeiten gemaßregelt zu werden und sogar Prügelstrafen standen auf der Tagesordnung. Das Elternhaus hat ebenfalls häufig Druck gemacht und von den Kindern Spitzenleistungen verlangt. Die Schülerinnen und Schüler haben aus Angst getan, was von ihnen verlangt wurde. Echtes Wissen und Freude für ein Thema wurden so aber nicht erreicht.

 

Heute liegt der Fokus eher auf der individuellen Freiheit der Schülerinnen und Schüler. Diese können teilweise selbstbestimmt entscheiden, mit welchen Themen sie sich befassen. Einige europäische Länder gehen zudem dazu über, sich immer weiter von den Schulfächern zu verabschieden. So kann zum Beispiel ein Thema wie die Olympischen Spiele aus einer sportlichen, wirtschaftlichen, politischen oder biologischen Perspektive betrachtet werden. Die Lehrerinnen und Lehrer der einzelnen Fächer müssen sich absprechen, damit die Schülerinnen und Schüler ihren ganz individuellen Zugang zu der Thematik bekommen.

 

Ebenso steht individuelles Lernen aktuell hoch im Kurs. Es soll verhindert werden, dass sich gute Schülerinnen und Schüler im Unterricht langweilen, während weniger gute dem Stoff nicht folgen können. Deswegen wird angestrebt, den Kindern und Jugendlichen Zeit und Raum zu geben, um ihren eigenen Lernrhythmus zu finden. Außerdem steht ihnen oftmals die Wahl der Lernmittel frei. Sie können somit unterschiedliche Technologien nutzen und sich Wissen auf dem für sie besten Weg aneignen. Wegen des großen Erfolgs findet dieser Ansatz auch immer häufiger in der Erwachsenenbildung Anwendung.

 Von der Bibliothek zum Laptop – Lernen im Wandel der Zeit

Unterschiedliche Formen des Lernens

Ganz grundsätzlich gibt es unterschiedliche Formen und Strategien beim Lernen. Diese eignen sich für jeweils andere Lerntypen besonders gut und führen zu unterschiedlichen Lernergebnissen. Das „Auswendiglernen“ vermittelt zum Beispiel keine Sachzusammenhänge, sondern führt lediglich dazu, dass Inhalte sachgetreu wiedergegeben werden können. Das bietet sich lediglich für wenig komplexe Lernaufgaben wie das Vokabellernen an. Demgegenüber setzt „Dialogisches Lernen“ auf die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden beziehungsweise zwischen den Lernenden untereinander. Hierbei stehen neben den reinen Inhalten die Kommunikationsformen im Fokus der Aufmerksamkeit.

 

„Episodisches Lernen“ nimmt den Ablauf des Lernens in einem Zeitraum in den Blick. Denn erst durch regelmäßiges Wiederholen und Anwenden setzen sich Lerninhalte wirklich im Kopf fest und können praktisch angewendet werden. „Kumulatives Lernen“ konzentriert sich auf das tatsächliche Verständnis der Lerninhalte und verknüpft diese mit bereits vorhandenem Wissen. Beim „Projektlernen“ werden Sachverhalte demgegenüber an einem Fallbeispiel untersucht, analysiert und gelernt. Diese und viele weitere Lernformen gehören bis heute zu einem modernen Unterricht dazu. In der Regel werden sie aber nicht in Reinform genutzt, sondern im Rahmen des „Mehrdimensionalen Lernens“ miteinander verknüpft und in Beziehung gesetzt.

Der Gang zur Bibliothek

An den Universitäten steht der Gang in die Bibliothek immer noch hoch im Kurs. Das liegt daran, dass die meisten Unis über eigene Bibliotheken verfügen, die unmittelbar an die Lernräume angrenzen. Für die Studierenden ist es somit kein Mehraufwand, in die Bibliothek zu gehen und dort zu lernen. Aber auch staatliche Bibliotheken sind nach wie vor ein Ort des Lernens, an dem viele Kinder und Jugendliche anzutreffen sind. Das liegt daran, dass die Bibliotheken die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Angebot modernisiert haben. So gibt es heutzutage viele multimediale Inhalte, auf denen sich die Besucherinnen und Besucher Wissen auf ihre ganz eigene Art und Weise aneignen können.

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Der Einsatz von Karteikarten

Die Bedeutung von Karteikarten beim Lernen nimmt immer weiter ab. Mittlerweile gibt es zahlreiche Apps und digitale Tools, mit denen Sachinformationen leicht erlernt werden können. Gelegentlich dienen Karteikarten bei Präsentationen noch als Orientierungshilfe, an denen sich die Schülerinnen und Schüler festhalten können. Verstärkt werden sie hier aber ebenfalls durch moderne Technologien wie Tablets oder PowerPoint Präsentationen ersetzt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Karteikarten vor allem für das Auswendiglernen von Sachinformationen geeignet sind, eine Darstellung von Zusammenhängen darauf aber schwierig ist.

Multimediales Lernen gewinnt an Bedeutung

Eine klare Veränderung im Lernverhalten von Schülerinnen und Schülern ist, dass multimediale Ansätze an Bedeutung gewinnen. So können bei Präsentationen beispielsweise nicht nur Grafiken und Bilder, sondern auch Videos und Musikdateien zum Einsatz kommen. Das eröffnet den Lernenden ganz neue Möglichkeiten, um sich bestimmten Themen zu nähern und ihre eigenen Ergebnisse ansprechend zu präsentieren. Gleichzeitig setzt diese Entwicklung aber eine immense Medienkompetenz voraus. Deswegen ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit solchen neuen Technologien von Grund auf erlernen, um diese für sich, ihre Schulzeit und ihre späteren Karrieren nutzbar machen zu können.

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Fazit: Neue Methoden, aber vieles bleibt gleich

Es hat sich gezeigt, dass sich die Art des Lernens massiv verändert hat und nach wie vor im Wandel befindet. Vor allem die digitalen Technologien führen dazu, dass ältere Lernmethoden weniger oft genutzt werden. Allerdings sterben sie aufgrund des multimedialen Ansatzes vieler Lehrerinnen und Lehrer sowie ihrer Schülerinnen und Schüler nicht aus. Einige genießen es geradezu, ihre digitalen Lern- und Präsentationsformen durch analoge Techniken zu ergänzen. Es ist also davon auszugehen, dass die Digitalisierung althergebrachte Methoden trotz ihrer großen Dominanz niemals ganz verdrängen wird.

 



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