ANDA Kino

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Kein Kino für die Blase

31.08.2019

„¡ANDA! – Wir bringen Kino dorthin, wo es keines gibt. Mit dem fahrenden Kino möchten wir Filmen eine Leinwand bieten, Menschen zusammenbringen und zum Gespräch einladen.” So beschreiben Isabel Lindemann (26) und Felix Kolb (27) aus Leipzig ihr Projekt, das sie vor einem Jahr ins Leben riefen. Und genau das bringt es auf den Punkt.  

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Im Sommer zieht es das Paar ins Ländliche – mit ihrem umgebauten Transit, der mit Solarzellen auf dem Dach ausgestattet ist, machen die beiden auch in diesem Jahr an 14 Orten Halt, um unter freiem Himmel Kurzfilme zu zeigen. Das Programm reicht von Dokus, die kultur- und zeitrelevante Themen anschneiden, bis zu Kunstfilmen, die vielleicht manchmal auch einfach nur ein Fragezeichen im Kopf hinterlassen. Genau darum geht es Isabel und Felix: Fragen stellen, Gedanken kreisen lassen und miteinander ins Gespräch kommen. Das Medium Film haben sie sich dafür ganz bewusst ausgesucht. Ein Film wirkt für sich, er löst Gefühle und Gedanken aus und das Kino bringt Menschen verschiedener Altersklassen und unterschiedlicher Lebensarten zusammen. Bei selbstgemachtem Popcorn und kühlen Getränken lockert sich die Atmosphäre. „Bei vielen ist Skepsis gegenüber Fremden da, das beginnt ja schon in der Nachbarschaft. Wir haben gehofft, das dadurch vielleicht ändern zu können“, erklärt Felix.

 

Auch, dass sie ihre Leinwand auf dem Dorfplatz und eben nicht in der Stadt aufbauen, ist für beide essenziell. Sie wollen einen Raum „für gesellschaftliche Teilhabe“ auch an jenen Orten schaffen, wo der letzte Tante-Emma-Laden seine Rollos vielleicht schon nicht mehr hochzieht, und die Kluft zwischen Stadt- und Landbevölkerung verringern. „Einfach Kino für die Blase machen, das ist es nicht. Das ist nicht, weshalb wir das machen.“

 

Dass sie mit ihrer Idee, die auf einer gemeinsamen Reise durch Spanien und Portugal Gestalt annahm, inzwischen tatsächlich durchs Land ziehen, ist für das Paar manchmal selbst unglaublich. Zuerst schien es wie einer dieser Einfälle, den man am Ende nie in die Tat umsetzt. „Wir haben es einfach gemacht.“ Seitdem heißt es: Learning by doing. Gelder zusammenbekommen, Filme besorgen, Technik und Tour-Planung – man groovt sich ein. Inzwischen haben die beiden auch einen Verein gegründet, Freunde und Interessierte mit ins Boot geholt. Auch, weil man dann „offiziell“ größere Chancen auf Kultur-Förderung hat. ¡ANDA! betreiben die beiden ehrenamtlich, es ist ein Herzensprojekt.

 

Weitere Infos unter: www.anda-kino.org oder www.facebook.com



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