Bericht: Mode im Hygienemuseum

Bericht: Mode im Hygienemuseum

The Dark Side of Fashion

06.02.2016

Ihr wolltet schon immer mal einen Blick hinter die Kulissen der Bekleidungsindustrie werfen? Die Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ im Hygiene-Museum macht‘s möglich. Bis einschließlich 3. Juli wird dort die weltweite Herstellung unserer Kleidung aus ökonomischer, ethischer und ökologischer Sichtweise betrachtet. Ein Thema, das uns alle betrifft. Deswegen begaben wir uns vor Ort und lernten sie recht schnell kennen: die dunkle Seite der Mode. 

 

Bericht: Mode im Hygienemuseum
Die Ausstellung vermittelt viele Informationen zur Schattenseite der Mode.
Das Licht ist gedimmt, Beamer erhellen die Räume. Es läuft eine Dokumentation über den harten Produktionsalltag von Arbeitern, die luxuriöse Kollektionen für sogenannte „Star-Designer“ herstellen. Direkt gegenüber sehen wir Bilder vom Einsturz des neunstöckigen Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch. Bei dem Unglück starben am 24. April 2013 insgesamt 1.134 Arbeiter, hunderte wurden verletzt.

Es wird höchste Zeit, dass das Bewusstsein für Kleidung gestärkt wird.

 

 

Bericht: Mode im Hygienemuseum
Die Karte zeigt. wo unsere Kleidung herkommt.
Am Ende des Raumes befindet sich eine Präsentation, die sich von einer Leinwand bis auf den Boden erstreckt. Durch Diagramme und Texte wird uns „Massen-Mode-Konsum“ und dessen Auswirkungen auf den Rest der Welt vor Augen geführt. Krass: Die Hälfte der Weltbevölkerung bezieht ihre Kleidung derzeit aus zweiter Hand. Besonders prägt uns ein Film über die Undercover-Recherche der PETA USA von 2014. Er zeigt, wie Schafe während der Schur auf brutalste Weise durch Tritte und Schläge misshandelt und verstümmelt werden. Mit einem dicken Kloß im Hals begeben wir uns einen Raum weiter. Zwei mit Texten und Bildern beklebte Litfaßsäulen stechen ins Auge. Eine davon zeigt Produktionsarbeiter verschiedener Nationalitäten, die wie aus einem Modekatalog stammend in Szene gesetzt wurden. Dabei tragen sie Kleidungsstücke der Fabriken, in denen sie tätig sind. Jedes Plakat ist mit einem Zitat des „Models“ untermalt und berichtet von viel zu niedrigen Löhnen, menschenunwürdigen Bedingungen, endlosen Arbeitsstunden und sexueller Belästigung.


Bericht: Mode im Hygienemuseum
Drastische Filme sollen aufklären.
Die Ausstellung führt schonungslos vor Augen , was eigentlich jeder weiß. Wie große Markenhersteller durch ihre Billigpreis-Politik manipulieren, was mit den Klamotten im Altkleidercontainer wirklich passiert, welche Länder die weltweit größten Produzenten von Bekleidung sind und wie sich die bei der Herstellung verwendeten Chemikalien auf unserer Natur auswirken. Wir schauen an uns herunter. Wie wahrscheinlich ist es, dass selbst die Kleidung, die wir gerade am Leib tragen, unter genau unter diesen menschenunwürdigen und umweltschädlichen Bedingungen produziert wurde? Der letzte Raum unter dem Namen Slow Fashion zeigt Mode, bei der Qualität statt Quantität im Vordergrund steht. Hierbei wird auf eine naturschonende, hochwertige, nachhaltige und vor allem menschenwürdige Herstellung wert gelegt. Wir sehen aus PET-Flaschen hergestellte Daunenjacken, Mode aus Algen und mit Rhabarber gegerbte oder durch Mikroalgen gefärbte Kleidung. Nach rund zwei Stunden verlassen wir die Ausstellung – mit viel neuem Wissen und zahlreichen Gedanken, aber vor allem der Motivation, unser eigenes Kaufverhalten zu überdenken



Diese Artikel könnten Dir gefallen:


Kommentare
› Schreibe einen Kommentar
    • Bisher keine Kommentare.
  • Bitte registriere dich bei uns oder log dich ein um Kommentare zu schreiben oder Bewertungen abzugeben.

Teilen auf

auf: