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Buchrezensionen: Von Möppelchensex und dem Verschwinden

Januar 2017: Möppelchensex, Buch gegen das Verschwinden & Der furchtbare Kalender

14.01.2017

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Juliane Albrecht 

Möppelchensex

Andrea Rosso legte im Dezember 2016 unter dem Pseudonym Juliane Albrecht ihren zweiten Erwachsenenroman vor.

Protagonistin des im Pro-Talk Verlag erschienenen Werkes ist Mona, die zwar rundlich, sonst aber zufrieden mit sich und der Welt ist. Das ändert sich, als sie erfährt, ihr beinah-Ehemann Christian habe keine Lust mehr auf Möppelchensex und noch dazu eine Affäre. Daraufhin fasst sie den Entschluss, ihr Leben umzukrempeln.

„Möppelchensex“ kommt in einem flotten Plauderton daher, liest sich deshalb gut und ist an einigen Stellen durchaus erheiternd bis wirklich witzig. Allerdings sorgt nicht zuletzt der lockere Sprachstil auch dafür, dass die Charaktere recht flach und leider auch eindimensional erscheinen. So will sich echte Empathie beim Leser nicht einstellen. Obendrein bedient sich die Autorin leider viel zu vieler stereotypischer Standards, die in einer vorhersehbaren Abfolge wenig überraschend dahinplätschern. Keine preisverdächtige Literatur, aber wer im Urlaub am Strand oder Sonntagabend in der Badewanne nach kurzweiliger und dabei amüsanter Zerstreuung sucht, der kann getrost zu Möppelchensex greifen. 

 

Möppelchensex, erschienen im Pro Talk Verlag • 11,90€

 

 

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Ulrike Almut Sandig

Buch gegen das Verschwinden

Geschichten vom  Verschwinden, sechs (je nach zählweise auch sieben) an der Zahl erzählt Ulrike Almut Sandig in ihrem neuen Buch. Und das auf eine sehr eindringliche, faszinierende Weise.

Eigentlich dürfte am Ende der Geschichten niemals ein Punkt stehen, denn eigentlich haben Sandigs Geschichten keinen wirklichen Anfang und irgendwie auch keinen Schluss. Zumindest nicht, wenn Ihr ein eindeutiges, ein absolutes Ende haben wollt, dem es nichts mehr hinzuzufügen gibt. Ulrike Almut Sandig veröffentlichte bereits drei Lyrikbände, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, ehe sie mit ihrem „Buch gegen das Verschwinden“ ihre zweite Prosaveröffentlichung vorlegte.

Und die lohnt sich wirklich: Hier ist nichts wie es scheint, der Blick hinter die Fassade scheint unabdingbar, trotzdem steht man am Ende manchmal da und weiß nicht, wohin – wohin mit einem selbst und vor allem, wohin sie gegangen sind, die Dinge, die gehen in ihren Geschichten. Gefühle, ein alter Herr im Gebirge, ja, ein ganzes Dorf löst sich in nichts auf. Berührend, überraschend, empfehlenswert! Am 16. Januar 2017 liest Sandig um 18:30 Uhr in der Bibliothek Strehlen. Schaut doch mal vorbei.

 

Buch gegen das Verschwinden, erschienen bei Schöffling & Co • 18,95€

 

 

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Marc-Uwe Kling 

Der furchtbare Kalender 

Na? Habt ihr auch wieder nur furchtbare Kalender für 2017 unterm Tannebaum gefunden? Oder ward gar bisher zu faul, dem neuen Jahr einen planvollen Tribut zu zollen?

Dann lasst euch gesagt sein: Es ist nie zu spät! Marc-Uwe Kling, seines Zeiches Erfinder der ruhmreichen Känguru-Chroniken, veröffentlicht in regelmäßigen Abständen herrlichen Quatsch, der Sonne in den Alltag bringt und immer auch noch einem guten Zweck dienlich zeichnet. Und von wegen 2017 und so, nehmt das: Den furchtbaren Kalender!

365 Zitate, die dem neuen US-Präsident Donald Trump wissentlich und voll absichtlich falsch zugeordnet wurden! Das ganze in Gestalt eines formschönen Abreißkalenders, damit die Aggression auch ein bisschen ihr Ventil findet. Der Autor bewirbt seinen neuesten Coup wie folgt: „Dieser immerwährende Abreißkalender (Rip-off-Calender) ist ein widerliches Produkt, das Profit aus einer Katastrophe zu schlagen versucht. Niemand sollte ihn kaufen.“ Doch! Sollte man! Allein schon, weil Ihr mit dem Kauf Mimikama unterstützt, ein deutschsprachiges Portal, das sich gegen Falschmeldungen im Internet einsetzt. Und weil Marc-Uwe sowieso einfach großartig ist.  

 

Der furchtbare Kalender, erschienen bei Voland & Quist • 12,90€



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