Crossgolfszene in Dresden

Crossgolf-Szene in Dresden

Golfen mal ganz anders!

15.05.2016

Die Sonne scheint und es ist herrlich warm draußen: Zeit für eine Runde Crossgolf! Cross- was? Für alle die mit diesem Begriff und dieser Sportart noch nicht so viel anfangen können, haben wir hier ein paar Infos und Eindrücke gesammelt. Benny und David sind beide (junge) Crossgolfspieler und erzählen ein bisschen von dieser mal etwas anderen Art von Golf.

 

Crossgolf-Szene in Dresden
Beim Crossgolf gibts keinen kurzgemähten Rasen, sondern nur natürlichen Boden, mit all seinen Hindernissen.

 

Wie lang spielt ihr schon Crossgolf?

 

Benny: Ich würde sagen wir spielen seit November 2015.

David: Sagen wir einfach Ende 2015.

 

 

Wie seid ihr überhaupt zum Crossgolf gekommen?

 

Benny: Ich habe mit Crossgolf angefangen, als ich im Kletterurlaub in der Nähe unserer Hütte ein paar Schläger mit Bällen gefunden habe. Da haben wir immer ein bisschen drauf los geknüppelt und so hat sich bei mir die Leidenschaft entwickelt. Als ich aus dem Urlaub gekommen bin, habe ich davon David erzählt und der war gleich Feuer und Flamme. Von da an ging es los! 

David: Ja genau! Ich bin durch Benny dazu gekommen. Nach seinem Urlaub kam er auf ein Bierchen bei mir vorbei und erzählte von seinen ersten Golf-Versuchen. Es klang so spannend und mitreißend, dass ich begeistert war und das sofort auch ausprobieren wollte. Und man bedenke, dass es sich hierbei um Golf handelt. Vorher dachte ich, dass man bei diesem Sport wohl eher einschläft. Aber dem ist ganz und gar nicht so! Sicherlich wollen wir auch irgendwann auf einem klassischen Golfplatz spielen. Dazu brauchen wir aber wahrscheinlich noch die ein oder andere Trainingseinheit. Wobei ich dazu sagen muss, dass wir uns durch regelmäßiges Spielen schon sehr verbessert haben. Jetzt geht es nicht mehr darum, den Ball überhaupt zu treffen, sondern dass Richtung und Weite stimmen. Und das ist schon eine Sache für sich. Nicht immer ganz einfach, aber sehr erfreulich, wenn es dann doch klappt. Im Sommer 2017 geht es dann wahrscheinlich nach Spanien zum „Golfurlaub“. Die haben wunderschöne Plätze.

 

 

So schnell kann man also eine neue Leidenschaft für sich entdecken. Ist Crossgolf jetzt trotzdem cooler als normales Golf? Und wenn ja, wieso?

 

Benny: Also prinzipiell find ich es cooler. Es ist einfach freier und entspannter, denn man kann sich seine Ziele selbst stecken und auch immer neue Orte entdecken. Es herrschen einfach nicht diese strengen Regeln wie auf richtigen Golfplätzen, mit Anzugsordnung usw. Und man kann einfach drauf los spielen - auch wenn man kein guter Golfer ist.

David: Genauso, es ist schon sehr entspannend, wenn man einfach loslegen kann, wo und wann man will. Wobei mich ein richtiger Golfplatz schon sehr reizen würde. Nächstes Jahr dann. Da haben wir uns die Skills dafür antrainiert.

 

 

Hört sich gut an. Nimmt man denn genau solche Schläger, die auch beim normalen Golf verwendet werden? Ist Crossgolf eigentlich ein teures Hobby?

 

Benny: Ja genau, man nimmt genau solche Schlager wie beim richtigen Golf. Am Anfang reichen auch Gebrauchte. Es gibt aber auch spezielle Crossgolf-Schläger, die sind etwas stabiler und härter gebaut als normale Schläger, weil man halt auch mal auf Asphalt oder Beton spielt.

David: Benny setzte anfangs auf diese Crossgolf-Schläger. Diese kamen für mich aber nie in Frage. Ich wollte sofort mit den Schlägern spielen, die auch Profis verwenden. Natürlich war mein erster Schläger, wie alle Folgenden auch, gebraucht. Es bringt einfach nichts, sich für hunderte Euro mit einem Schläger zu versorgen, wenn man mit ihm eh im Gelände spielt. Wenn man Pech hat, muss man den Ball von härteren Untergründen (Stein, Schotter oder Ähnliches) abschlagen. Da kann es eben passieren, dass sein „geliebtes“ Eisen einen ordentlichen Cut bekommt. Von daher muss Crossgolf absolut kein teures Hobby sein. Die Grundausstattung eines jeden Crossgolfers besteht aus einem 7er Eisen und ein paar Bällen. Bei Ebay oder sonstigen Kleinanzeigenanbietern bekommt man beides schon für um die 30€. Gebraucht natürlich! Man kann sich durchaus aber auch mit neuen Schlägern für mehr Geld eindecken.

 

 

Also ein Eisen, ein paar Bälle und das Spiel kann losgehen. Könnt ihr nochmal kurz erklären wie so ein Spiel überhaupt aussieht? Gibt es bestimmte Regeln die einzuhalten sind?

 

David: Prinzipiell geht es darum, sich ein Ziel zu wählen und dieses mit so wenigen Schlägen wie möglich zu treffen. Also soweit komplett analog zum normalen Golf. Ziele können alles sein: Bäume, Steine, kleine Löcher. Natürlich sollte man darauf achten, dieses Ziel mit eben jenem Ball zu treffen, mit dem man auch begonnen hat. Also immer ein Auge auf den Ball! Das wird zum Beispiel dann schwierig, wenn man seinen Spielball ins hohe Gras oder in ein Gebüsch schlägt. Dann geht das Gesuche los. Und es wird immer von dort aus weitergespielt, wo der Ball liegengeblieben ist. Anfassen nicht erlaubt! Findet man den Ball nicht wieder oder muss ihn doch von Hand anders positionieren, bekommt man beispielsweise Fehlschläge angerechnet. Aber wie gesagt, jeder kann es spielen, wie er es für richtig hält.

 

 

Und wo spielt ihr immer so? Was sind eure Lieblingslocations in Dresden?

 

Benny: Heller und Flutrinne!

David: Ja, die größte Zeit verbringen wir auf dem Heller. Dort ist ausreichend Platz, um ordentlich auf die Bälle einzuschlagen. Unseren aktuellen Weitenrekord hält zu meinem Ärger Benny. Er hat letztens seinen Ball auf 200 Meter gebracht. Eine ordentliche Leistung, wie ich finde. Zum Vergleich: Ein Profi-Golfer bringt seinen Ball auf ca. 300 Meter. Also so weit sind wir nicht mehr hinterher. Daher ist der Heller unsere inoffizielle Heimspielstätte. Wir planen aber auch mal quer über den Altmarkt bzw. durch die Altstadt zu spielen. Dazu besorgen wir uns allerdings Softbälle. Ein Spiel in der Stadt mit normalen Bällen wäre nicht machbar. Verletzungsgefahr für andere oder Sachbeschädigung wollen wir ja ausschließen.

 

 

Wie kam es eigentlich, dass ihr eure Gruppe Happy Tee Friends gegründet habt?

 

David: Wenn ich mich recht erinnere, ist die Idee bei einem Spiel auf dem Heller entstanden. Langfristig wollen wir ja nicht nur gegeneinander spielen, sondern uns auch auf Turnieren mit Gleichgesinnten messen. Das bedeutet, dass wir als Team auftreten müssen, um unser Dresden im Wettkampf gut zu repräsentieren. Und ich muss sagen, dass mir unser Name „Happy Tee Friends“ außerordentlich gut gefällt. Jeder kennt doch die „Happy Tree Friends“. Diese kleinen Chaoten, die sich keiner Norm unterwerfen und auf jede Art und Weise irgendwie zu Schaden kommen. Ebenso unterwerfen wir uns eben nicht den klassischen Golfregeln. Das „Tee“ in Happy Tee Friends  steht dabei für das Abschlag-Tee. Das ist ein kleiner Holzstift, mit dem man den ersten Abschlag macht. Dieser wird in die Erde gesteckt und der Ball oben drauf positioniert. Von diesem Punkt beginnt dann Schlag 1. und das Spiel beginnt.

Die Idee ist, dass wir diesen Sport in Dresden etwas populärer machen können. Vielleicht können wir den ein oder anderen dazu ermutigen, Crossgolf einfach mal auszuprobieren. Wer gerne draußen ist und die Natur genießt, sollte es mal versuchen! Für sämtliche Fragen zu dem Thema, oder wenn sich jemand Crossgolf gern mal näher anschauen möchte, stehen wir auf Facebook sehr gern zur Verfügung. Einfach nach „Happy Tee Friends – Crossgolf aus Dresden“ suchen.

 



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