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Dating - Apps

Von Tinderellas und digitalen Fröschen

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29.12.2016
Autor: Kaddi Cutz
Alle Jahre naht es wieder – das Fest der Liebe. Und mit ihm der Wunsch, sich vielleicht doch lieber zu zweit aufs Sofa zu kuscheln anstatt sich allein mit der Katze um das beste Plätzchen auf dem Polstermöbel zu prügeln. Und immerhin: Von dort aus kann man sich heutzutage ja zumindest bequem auf Partnersuche begeben.
 Dating - Apps
 
Flirten und Daten, ganz ohne das Haus zu verlassen oder sich gar in überfüllten Entertainmenttempeln herumzudrücken. Das Smartphone macht es möglich! Tinder, OkCupid oder der Dresdner Anbieter Lovoo versprechen den schnellen Flirtspaß und die volle Vorabkontrolle sämtlicher selbstgewählter optischen Kriterien. Aber wartet die Liebe wirklich in der virtuellen Welt darauf, gefunden zu werden?
 
Zumindest die Hoffnung darauf scheint groß, wie eine auf androidmag.de veröffentlichte Weltkarte der Dating-Apps eindrucksvoll illustriert. Weltweit setzen 400 Millionen Menschen auf die Partnersuche im Netz, in Deutschland sind es immerhin 11,5 Millionen. Und wir Deutschen haben dabei einen klaren Favoriten: Lovoo. Das können vermutlich zumindest diejenigen nachvollziehen, die sich schon einmal zu oft über die eigene Links-Rechts-Schwäche bei Tinder geärgert haben. Überrascht aber dennoch ein bisschen, schließlich sah sich der Dresdner Dating-Dienst vor gar nicht allzu langer Zeit noch dem Vorwurf ausgesetzt, weibliche Lücken in der Datenbank einfach mit Fakeprofilen bindungsfreudiger Single-Ladys aufgefüllt zu haben. Ob Dating-Apps die Suche nach dem Traumpartner tatsächlich einfacher machen, ist unterdessen wohl eine Frage, die sich nicht abschließend und schon gar nicht so leicht beantworten lässt. Sicher ist die Hürde einer ersten Gesprächsanbahnung hier oft nicht so hoch wie in der Live-Situation und weil man sich hinter einem gut gewählten Profilbild verstecken kann, funktioniert das Flirten auch mit ungeputzen Zähnen und ungekämmter Lottermähne ziemlich erfolgreich. 
 
Letzlich muss jeder selbst entscheiden, inwieweit er oder sie sich bei der Jagd nach dem perfekten Match, die sich vor allem in oberflächlichem Hin- und Hergewische auf dem Display erschöpft, selbst im Wege steht. So viel anders funktioniert das nämlich auch in der digitalen Welt nicht: Am Ende entscheidet die Qualität der Unterhaltungen, eine gemeinsame Sicht auf die Dinge und die Welt, ob sich zwei Menschen zu einem Paar formieren oder eben nicht. Denn auch wenn das Chatfenster dem kommunikationssüchtigen Monster in uns eine schnellere Sättigung verspricht: Die Themen, die Ängste und die mögliche Enttäuschung bei einem Kennenlernen bleiben gleich. 
 
Wenn Ihr also noch Jemanden für den Winter sucht, schnappt Euch doch lieber den Kumpel oder die beste Freundin für einen Bummel über den Weihnachtsmarkt und lasst das Auge über echte Menschen schweifen. Live-Tinder, quasi. Und weil unsere Generation heute zumindest in großen Teilen weit genug ist, auch Singles als vollwertige Menschen zu begreifen, tut Euch und Euren Lieben an Weihnachten doch mal was Gutes – und lasst das Smartphone ausgeschaltet. 1:0 für die Chemie.
 
Info: Alle Suchenden können auch im Dezember ihr Glück versuchen. Das Habibi Café in der Neustadt bietet beispielsweise einmal im Monat ein Speed-Dating an. Des Weiteren veranstaltet der Hüttenzauber-Weihnachtsmarkt jeden Mittwoch eine Flirtparty. 


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