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Der Pate ruft zum Brexitus

„The London Boys“ machen Mafia Mia very british

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28.12.2018
Autor: Kaddi Cutz

 

Dass die Mafia globusumspannend ihre schwarze Hand im Spiel hat, ist schon lange kein Geheimnis mehr – bereits zum achten Mal brennt La Familia um Mafia-Padrone Bert Callenbach im Erlwein-Capitol ein spektakuläres Show-Feuerwerk ab. Ging es im vergangenen Jahr bei der Fiesta Mexicana noch etwas rustikaler zu, hat der Pate diesmal Gelegenheit, sich von seiner piekfeinen Seite zu zeigen.

Und das muss er ja jetzt irgendwie auch, schließlich wird in „London Boys“ endlich offenbart, was irgendwie alle schon immer vermutet haben: Durch des Paten Adern fließt Blut von einem Blau, wie es royaler kaum sein könnte.

 

Teatime mit dem Padrone und Leibwächter Schlicht
Teatime mit dem Padrone und Leibwächter Schlicht

Grund genug also für eine Stippvisite in London, die in alter Tradition natürlich mit reichlich skurillem Videobeweismaterial dokumentiert wurde - ohne die irrwitzigen Filmsequenzen wäre Mafia Mia schließlich auch nur halb so schön. Der Pate darf sich nunmehr mit dem Titel Duke of Clarence and Avondale schmücken und trägt ihn mit sichtlichem Stolz – welche Verstrickungen und Verzweigungen der durchaus komplexen britischen Monarchie am Ende dazu geführt haben, liegt unter einer dicken Schicht Londoner Nebels. Die Queen zumindest scheint keinerlei Zweifel an der Blaublütigkeit unseres Padrone zu hegen und gönnte sich eine Privataudienz in seinen Hotelräumen. Oder war es am Ende doch nur ein Double? Genaues ist nicht überliefert, die gestiftete Verwirrung unter den Hotelgästen vermag aber durchaus zu amüsieren.

 

Und auch der Pate gönnt sich, denn Mafia Mia tischt nicht weniger als 22 internationale Künstler auf. Vor allem die Artisten sorgen in diesem Jahr für Schnappatmung. „Tempo Rouge“ verzaubert mit Paar-Akrobatik am Trapez – das ist tatsächlich mal was Anderes. „Joe & Martin“ begeistern auf dem Schleuderbrett und lassen unzählige Münder offenstehen. Klar, dass das auch Nachahmer anlockt. Die Herren Schlicht & Kümmerling versuchen ebenfalls, ihr artistisches Können zum Besten zu geben und scheitern zur Belustigung aller natürlich kläglich. Nicht, dass man als Fan irgendetwas anderes von den beiden Tollpatschen erwarten würde. Auch die Firebirds, auch diesmal die „Bang Gang“ des Vertrauens, enttäuschen nicht die hohen Erwartungen und hauen einen Insel-Hit nach dem anderen raus. Ob die Beatles, Elton John oder die Rolling Stones – es gibt das ganze Ballett. Auch das schon obligatorische A-Cappella-Medley überzeugt und auch wenn eigentlich erst die Aftershow-Party im Foyer zum Tanzen aufruft, reißt es im Angesicht der mehr als ansteckenden Spielfreude der alten Rock’n-Roller schon während der Dinnershow so manchen Gast vom Stuhl.

 

Der Pate in herzöglicher Anmut
Der Pate in herzöglicher Anmut

Auch gespeist wird gar königlich, denn Andreas Kirsch, also known as Event-Kirsche, macht auch diesmal wieder seinem Namen alle Ehre und hat very britische Leckereien ersonnen. Glücklicherweise verzichtet er dabei auf Essig-Chips und dicke Bohnen. Stattdessen gibt es Roastbeef als Opener und als ersten Gang dürft ihr euch auf ein sehr schmackofatzes Maiscremesüppchen mit Chili-Popcorn und Minze freuen. Natürlich fehlt auch die traditionsreiche Ente nicht in der royalen Menüfolge. Nicht nur die Queen wäre alles andere als amused, wäre zugunsten von Fish & Chips auf das knusprige Federvieh verzichtet worden. So herrscht also die gewohnte Barbarie auf dem Teller und führt zu gnadenloser Vernichtung von Rotkohl und mit Semmelbutter gefülltem Kloß. Als buchstäblich krönenden Abschluss gibt es diesmal -Trommelwirbel- Apple Pie mit Curd Lemon und Pflaumen-Confit auf die Geschmacksnerven. Und so lässt auch Folge 8 des alljährlichen Paten-Spektakels keine Wünsche offen – sowohl kulinarisch als auch künstlerisch könnten die Royals selbst kaum mehr auffahren. Und so lässt sich dann auch für die englische Variante des mafiösen Familienfestes wie alle Jahre wieder nur einmal mehr feststellen: Ente gut, alles gut. 

 

Tickets ab 58,50 Euro (inkl. 3-Gang-Menü)

Läuft noch am 4., 5., 6., 11., 12. und 13. Januar

https://www.mafia-mia.de/



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