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Dresden Titans: Wir können jeden in der Liga schlagen

Der ProA Aufsteiger zeigt sich selbstbewusst

12.08.2016

 

Lange haben die Dresdner Titans drauf hingearbeitet und nun sind es nur noch wenige Wochen bis zum Saisonstart in der ProA – der zweithöchsten deutschen Basketballliga. Als Underdogs sehen sich die in die höhere Spielklasse aufgestiegenen Elbriesen nicht. Im Gegenteil: Sie räumen sich selbst alle Chancen ein und wollen jene, die es wagen sie zu unterschätzen eines Besseren belehren.

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Headcoach Steven Claus, Geschäftsführer Peter Krautwald & Pressesprecher Florian Wunderlich (v.l.n.r.)
Formuliert man in Bezug auf den Basketball in Dresden Sätze wie „Die haben es ordentlich weit gebracht“, lehnt man sich durchaus nicht zu weit aus dem Fenster, auch wenn das Phrasenschwein vielleicht auffordernd grunzt.

Dennoch war der Erfolg der Dresden Titans für die Vereinsleitung nur bedingt eine Überraschung. „Die Titans hatten und haben das Potenzial für die ProA“, zeigt sich Geschäftsführer Peter Krautwald beim Pressegespräch überzeugt. Headcoach Steven Clauss springt ihm verbal zur Seite: „Ich habe damals schon gesagt: wir können jeden in der Liga schlagen. Und das gilt auch in dieser Saison.“ Wumms. Für einen Aufsteiger ist das doch mal eine wenig bescheidene Kampfansage

Fraglich ist ob Vereine, die quasi schon zum Inventar der ProA gehören, die Dresdner Basketballer auch als echte Bedrohung wahrnehmen. Aber auch das sieht Clauss durchaus positiv: Natürlich werde es das eine oder andere Team geben, welches die Titans unterschätze und deshalb - oder gerade auch deswegen? - werden die Elbriesen sehr gefährlich sein. Wöllte man es in ein Bild packen, wären es wohl Wölfe im Underdog-Pelz. 

Das Ziel ist natürlich der Klassenerhalt, aber sie erlauben sich auch von mehr zu träumen und streben nach dem Erreichen der Play-Off Runde. Ob die Titans dieses Selbstbewusstsein auch aufs Parkett bringen können, werden in naher Zukunft die kommenden Testspiele und mittelfristig die Hinrunde zeigen.

Ein schnelles, aggressives Spiel möchte Clauss mit seinem elf Mann starken Kader auf die Beine stellen. „Die Jungs können Gas geben. Sie sind fit und bereit.“

Wurden in der letzten Saison noch größere Leistungsunterschiede zwischen den Spielern deutlich, sind diese im jetzigen Kader egalisiert und mit ihnen auch eventuelle Wechselschwierigkeiten.

Trotz allem Optimismus ist der Leistungssprung von der ProB in die ProA nicht zu unterschätzen. An dieser Stelle kann das Team jedoch von der Erfahrung jener Spieler, wie beispielsweise Sebastian Heck oder Walter Simon, die bereits in der ProA aktiv waren, profitieren. 

 

Flink auf den Füßen

 

Auch wenn das "Katsching" des Phrasenschweins deutlich zu hören ist, als Headcoach Clauss verkündet, der Weg zum Erfolg führe über eine aggressive Verteidigung, hat er damit durchaus recht.

In der vergangenen Saison war es aufgrund physischer Schwächen eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit die Verteidigung über das Halbfeld hinaus auszudehnen, das soll sich in dieser Saison ändern. Clauss fordert von seinen Jungs eine hartnäckige Ganzfeld-Presse. Gut möglich, dass der ein oder andere Zuschauer bereits vom bloßen Zugucken aus der Puste kommt.

Eine aggressive Verteidigung verlangt vor allem eines: schnelle und saubere Fußarbeit. Und da die ProA ohnehin ein Samelbecken voller körperlich sehr leistungsstarker Spieler ist, gegen die sich durchgesetzt werden muss, wurde in der Vorbereitung mit professioneller Unterstützung vor allem an Physis und Athletik gearbeitet – und das sehr gründlich. Laut Flügelspieler Walter Simon sitzen die häufigen Besuche im Kraftraum dem ein oder anderen immer noch in den Oberschenkeln, was sowohl Setzen und wie auch Aufstehen zu einer schmerzhaften Aufgabe werden lässt.

 

Ganz authentisch harmonisch

 

In Summe zeigt sich Clauss mit seinem Kader durchaus zufrieden: „Wir haben bekommen, was wir wollten und was auch innerhalb unserer Möglichkeiten lag. Es sind tolle Leute.“ Es ist fast schon rührend, mit welcher Überzeugung er von den individuellen Fähigkeiten seiner Spieler schwärmt, sobald man auf sie zu sprechen kommt. Auch Neuzugang Jusuf El Domiaty kommt nicht umhin den Teamgeist der Titanen positiv zu erwähnen: „Wir sind charakterlich gut zusammengestellt. Keiner hat Allüren, das ist toll, sowas kommt nicht allzu häufig vor.“ Und auch Walter Simon bestätigt zwar einen gewissen Konkurrenzkampf, aber letztlich verstehe jeder worum es im Ganzen gehe. „Der Teamspirit ist da.“

Es wirkt fast schon zu schön um wahr zu sein. Ist nicht alles ein wenig zu harmonisch? Sind sich nicht alle ein wenig zu einig und verstehen sich zu gut, als das es noch der Realität der ehrgeizigen Sportwelt entsprechen kann? Es sind unschöne Überlegungen, die sich ungefragt aufdrängen.

Doch dann steht die Frage nach dem Mannschaftskapitän im Raum. Gibt es ihn überhaupt schon? Wird er benannt oder demokratisch vom Team gewählt?

Clauss runzelt kurz die Stirn, zuckt schon fast mit den Schultern und deutet auf den drei Plätze weiter sitzenden Walter Simon. Und genauso schnell wie spontan ist der Kapitän der Titans festgelegt. „Ich weiß, in manchen Vereinen wird das innerhalb der Mannschaft demokratisch gewählt. Aber im Grunde ist es doch etwas, was sich ganz natürlich entwickelt" und eigentlich sei es doch für alle im Team klar. 

Und genau in dem Moment, wird die zuvor beschworene Harmonie innerhalb der Mannschaft grefibar. Wenn die Wahl des Kapitäns nur noch eine Nebensächlichkeit, eine organisatorische Kleinigkeit ist, die schnell und spontan abgehakt werden kann, kann man nicht anders als leicht beeindruckt zu sein. Die Geschlossenheit mit der sich die Titans präsentieren, dürfte selbst hartnäckige Skeptiker überzeugen. 

Wir sind gepsannt auf den Start der Saison.

 

 



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