Oxo Oho

Dresdner Bands im Fokus: OXO OHO

Cocktails schlürfende Großkotze

23.12.2017
Autor: Kaddi Cutz

Frank Leichauer und Sebastian Piskorz von OXO OHO lernten sich 2009 bei einem Teewurstfrühstück kennen – was in einer hippiesken Haus-WG begann, ist seit Mai dieses Jahres ein fleischgewordenes Band-Projekt. Kaum waren die ersten Gehversuche gemacht, ließen die beiden es bei der diesjährigen BRN krachen und testeten die eigene Mucke direkt an einem tanz- und feierwütigen Publikum.

 

Oxo Oho
Dieses reagierte mit ähnlich freundlicher Euphorie auf den von elektronischer Tanzmusik geprägten Sound von OXO OHO, der von Neuer Deutscher Welle über Blondie bis Goldfrapp eine bunte Gewürzme-lange in den Eintopf wirft. Ergänzt wird dieser durch diverse Live-Elemente – es wird viel gesungen und auch eine heroische Gitarre, eine Trompete und ein schillernder Sythesizer spielen wichtige Hauptrollen. Schillernd sind auch die Texte, facettenreich werden liebenswerte menschliche Unzulänglichkeiten in den Fokus gerückt - es geht um blasse Stubenhocker, Cocktails schlürfende Großkotze auf Kreuzfahrtschiffen, schräge Gestalten in Gartenlauben, die sich für antike Herrscher halten und um Eltern, die ihren Kinder munteres Passivrauchen kredenzen.

 

Die Arbeit am Entstehungsprozess ihrer Musik wird bei den Jungs brüderlich geteilt. Auf klassisches Songwriting mit Text und Instrumentals folgt die Tüftelei an den elektronischen Sounds für die Backingtracks. Inspirationsquelle ist dabei alles, was die Musik- und Kunstwelt in Sachen Poesie aufzufahren hat. Das sind manche Künstler aus dem Pop, aber natürlich auch viel Elektro, Indie und Jazz, wo sich Sebastian in seiner OXO-OHO-freien Zeit recht umtriebig bewegt. Highlight der Bandgeschichte war der Auftritt beim Festival L*abore im Juli - „Wir haben auf der großen Bühne des Festivalgeländes gespielt und hatten ein für unser Empfinden riesiges Publikum von mehreren hundert Leuten, die mit uns getanzt und gefeiert haben. Ein grandioser Abend!“, resümiert Sebastian. Einen Tag später ging’s dann direkt weiter zum ersten Videodreh: „In einem niedlichen kleinen Dorfhaus im Vogtland haben wir unser Musikvideo zum Song ‘Alle Frauen Sind Wunderbar’ gedreht - in vollem Bühnenoutfit und mit ganzem schauspielerischen Einsatz. Je skurriler desto besser! Mit dieser Devise haben wir uns vor die Kamera gestellt. Besser kann man ein Festival nicht ausklingen lassen, finden wir im Nachhinein“.

 

„Riesiger Output und ein kosmisch gutes Angebot”

An Dresden hängt derweil das Herz der beiden: „Die Stadt ist wundervoll mit dem kulturellen Potential und ihren vielen tollen Menschen mit Herz und Tatendrang. So präsentiert sich uns auch immer wieder die Musiklandschaft der Stadt - durch die etablierten Institutionen wie beispielsweise

Oxo Oho
die hervorragende Hochschule für Musik, aber ebenso durch vieles, was in unabhängig arbeitenden Initiativen oder gar im Underground entsteht, gibt es einen riesigen Output und ein kosmisch gutes Angebot. Die Aufforderung zum breitgefächerten Konsumieren dessen können wir an dieser Stelle allen Dresdnern nur wärmstens empfehlen!“ Wenn es die beiden auf Tour zieht, sind neben Federnhaube und Zylinder immer auch zwei Bügelbretter mit am Start: „Auf denen breiten wir unser Instrumentarium aus. Dass das Hemd bei Mamas Geburtstagsfeier dann knittrig aussieht, weil das Bügelbrett ja im Probe-raum gebraucht wird, nehmen wir dafür gern in Kauf“. Infos: www.oxooho.de



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