Dresden Umsonstladen Teaser

Ehrenamt: Umsonstladen

Hilfe muss nichts kosten

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14.12.2015

Alle Engagierten unter euch aufgepasst – Helfen  kann ganz einfach sein! Ihr müsst nur eure alten Sachen an die richtige Stelle bringen. Dafür gibt es seit rund fünf Jahren den Umsonstladen auf der Alaunstraße 68. Alles was ihr nicht mehr braucht, aber zu Schade zum Wegwerfen ist, wird euch dort liebend gern abgenommen. Die gesammelten Klamotten, Küchengeräte, Spielsachen und Co. gehen an sozial benachteiligte Menschen. Und das für lau. Es gibt nur eine Regel: Die Gratisgüter dürfen nicht weiter verkauft werden. 

 

Alte Sachen sind kein Abfall

 

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Außenansicht des Umsonstladens
Der Umsonstladen finanziert sich über Spenden. Keine einfache Angelegenheit, denn die Mieten in der Neustadt steigen immer weiter an. Daher war es für Mitarbeiterin Katja Baumann (41) und ihre Kollegen schon schwer genug, überhaupt einen geeigneten Standort zu finden. Als ihnen nach sieben Jahren der Mietvertrag gekündigt wurde, mussten sie sich also nach etwas Neuem umsehen. Das hat zum Glück auch geklappt. „Wir sind froh, diesen Laden gefunden zu haben, denn die Miete ist bezahlbar und die Leute spenden ausreichend.“ Dennoch ist es ein „Plus-Minus-Null Geschäft“, betont Katja. Wie alle anderen Helfer arbeitet sie ausschließlich ehrenamtlich. Die einzelnen Bereiche des Umsonstladens sind fremdenfreundlich in verschiedenen Sprachen beschriftet. Teilweise sogar mit Piktogrammen. „Die Leute kommen mit ihren Sachen in den Laden. Wenn sie schon öfter da waren, sortieren sie diese meist selbstständig ein.“ Das Geschäft bietet eine riesige Auswahl. Ob Bekleidung, Bücher und Bettwäsche, Handtücher, Spielzeug, kleine Technikgeräten, Deko, Geschirr, Küchengeräten oder CDs – vom praktischen Haushaltshelfer bis hin zur Freizeitbeschäftigung ist alles dabei.

 

Umsonst für alle

 

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Der Umsonstladen verfügt derzeit über ein breites Angebot
Katja Bauermann betont: „Der Umsonstladen ist für alle da.“ Das können Erwerbslose oder Flüchtlinge sein, aber auch Studenten zählen zur Kundschaft. „Derzeit ist der Laden sehr gut besucht, es kommen derzeit viele Flüchtlingsfamilien zu uns.“ Dabei weist Katja Bauermann auf ein ziemlich bedeutendes Problem hin: Denn obwohl jeder hier willkommen ist, kommt es leider manchmal zu rassistischen Äußerungen anderer Ladenbesucher. „Oft ist es wirklich schwierig damit umzugehen. Wir mussten deswegen sogar schon Leute vor die Tür setzen.“ Daher planen Katja Bauermann und die anderen Mitarbeiter des Umsonstladens schon ihr nächstes Projekt: Aufklärung schaffen. Dazu wollen sie in naher Zukunft kleine Hefte verteilen, die über die Situation der Flüchtlinge aufklären und so Missverständnisse aus dem Weg räumen sollen. 

 

Hilfskonvoi für die Balkanroute

 

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Der selbstständige Lebensmittelverkäufer Axel Steier wirbt für den Dresden Balkankonvoi
In Zusammenarbeit mit dem Umsonstladen wurde vor kurzem ein neues Projekt ins Leben gerufen: „Dresden Balkankonvoi“. Dabei startete am 11. November ein Hilfskonvoi für die Flüchtlinge auf der Balkanroute, vollgepackt mit lebensnotwenigen Dingen. Unter anderem wurde die Initiative von dem selbständigen Lebensmittelverkäufer Axel Steier (40) organisiert. „Ich habe zufällig mit einem Freund im Fernsehen gesehen, wie schlimm die Situation auf dem Balkan ist. Und da es hier in Dresden gerade sehr viele rechtsradikale Demonstrationen gibt, wollte ich ein positives Zeichen setzen.“  

 

Schicksale, die berühren

 

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Umsonstladen: Von Bekleidung, kleinen Technikgeräten, Büchern und vielem mehr, ist alles dabei
Axel Steier weiß, wovon er redet. Denn er erinnert sich noch gut an die Geschichte eines Flüchtlings und dessen Tochter. „Der Mann erzählte mir, wie seine Ehefrau von der Terroristengruppe ‚Daasch‘ (IS, Anmerk.d.Red.) geköpft wurde.“ Doch damit nicht genug: Denn kurz darauf schnitten sie dem Mann sein Tattoo aus dem Arm, schossen ihm in die Schulter und zertrümmerten ihm einen Finger. „Viele der Flüchtlinge kommen traumatisiert in unser Land und müssen dann auch noch feststellen, dass Leute ohne irgendwelches Hintergrundwissen gegen sie sind. Das ist schon hart.“ Umso schöner ist es, wenn die Hilfsbedürftigen dann auf Dresder treffen, die ihnen in der neuen Umgebung zur Seite stehen.

 

 

Infos: 


Umsonstladen: Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 16 bis 19 Uhr,

www.umsonstladendd.wordpress.com

 

Dresden-Balkan-Konvoi: www.facebook.com/events/781903868603397/


Du willst den Umsonstladen oder die Initiative „Dresden Balkankonvoi“ mit einer Spende unterstützen? Kein Problem:


Bei Spenden für den Umsonstladen:
Kontoinhaber: Schmidt
Kontonummer: 420 103 4939
Blz: 85050300 Ostsächsische Sparkasse Dresden
Verwendungszweck: „Umladen“ Dresden

 

Bei Spenden für den Hilfskonvoi: 
Kulturbüro Dresden
IBAN: DE54 8502 0500 0003 6007 04 
BIC: BFSWDE33DRE 
Verwendungszweck: Spende Dresden-Balkan-Konvoi 2015

Solltet du eine Spenden-Bestätigung benötigen, dann kontaktiere einfach das Kulturbüro Dresden.



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