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Ein Eismärchen aus Dresden

"Wenn es Spaß macht, wächst man einfach rein"

17.02.2017

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Lea: „Ich war so begeistert vom Eiskunstlauf, dass ich nach einem Probetraining beim Dresdner Eislauf-Club dabei geblieben bin.“
Mit dem „Eismärchen“ fing alles an: Eigentlich wollten Leas Großmütter der damals Zweijährigen mit dem Besuch der traditionsreichen Dresdner Eisrevue nur eine Freude machen, „aber ich war so begeistert vom Eiskunstlauf, dass ich nach einem Probetraining beim Dresdner Eislauf-Club geblieben bin,“ erinnert sich die heute 17-jährige Lea Johanna Dastich. 

 

Waren es zuerst nur wenige Trainingseinheiten pro Woche, steht sie heute täglich auf dem Eis oder legt Balletteinheiten ein – sowohl vor, als auch nach der Schule. „Wenn es Spaß macht und man früh beginnt, wächst man rein“, erzählt Lea. Ihr Einsatz hat sich bereits gelohnt, denn im Oktober belegte die gebürtige Dresdnerin beim „Pokal der Blauen Schwerter“ in ihrer Heimatstadt Platz 8 und holte Ende 2016 bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin Silber. 

 

Training mit Olympia-Siegern

 

Auf dem Weg ganz nach oben wird die Schülerin des Dresdner Sportgymnasiums tatkräftig von ihren Eltern unterstützt. Ihr Vater leitet den Dresdner Eislauf-Club, von ihrer Mutter wird Lea zum Training und zu Wettkämpfen begleitet. Dazu kommen regelmäßige Choreografie-Stunden beim renommierten Eiskunstlauf-Trainer Oleg Ryjkin in Berlin, das Trainingslager im Eislaufzentrum Oberstdorf und natürlich tägliches Training mit Anett Pötzsch, ihres Zeichens Olympia-Siegerin von 1980. Zeit für Privates bleibt Lea nur am Wochenende, „dann gehe ich auch mal zum Shoppen in die Stadt.“

 

Das große Ziel ist ein Startplatz bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea. Dafür trainiert Lea mit äußerster Disziplin die verschiedenen Eislaufelemente wie Sprünge, Pirouetten und vor allem das „Laufen“, also das Geradeausfahren. Das ist deutlich schwieriger, als es aussieht und „soll noch eleganter werden“, urteilt Lea selbstkritisch. Für den begehrten Startplatz muss sie im März einen guten Platz bei der Junioren-WM in Taipeh hinlegen; dafür konkurriert sie allein in Dresden mit vier anderen Weltklassesportlerinnen.

 

hart im Nehmen

 

Viel Motivation von außen braucht Lea dabei nicht. „Meine Trainingsgruppe treibt mich an“, erzählt sie. Neben den Eltern ist Leas Trainerin eine feste Größe in ihrem Leben. Gemeinsam werden Kurzprogramme und Küren erarbeitet, wobei zu jedem Programm die entsprechende Musik – aktuell „West Side Story“ und „Pina“ – sowie ein passendes Kleid gehört. Das perfekte Outfit ist ein Gemeinschaftsprojekt von Lea, ihrer Mutter, Trainerin Pötzsch und der Schneiderin. Den Feinschliff an ihrem aktuellen Wettkampfkleid nimmt die Athletin dabei persönlich vor: „Die Glitzersteine habe ich alle selbst draufgeklebt“. 

 

Leistungssportler müssen hart im Nehmen sein, das gilt auch für Lea. Stürze kommen vor, und solange es sich um Prellungen handelt, wird „halt weitertrainiert“. Großes Vorbild ist der japanische Eiskunstläufer Yuzuru Hanyū, mit dem Lea in Toronto, Kanada trainierte. Die Begegnung sei sehr inspirierend gewesen, der Olympiasieger war an dem Tag nicht gut in Form und sei immer wieder gestürzt, „aber er ist immer und immer wieder aufgestanden“. 

 

Pyeongchang 2018

  

Im Jahr 2020 will Lea mit der Schule fertig sein und bis dahin auf jeden Fall weiter an ihrer Eislauf-Karriere arbeiten. Danach überlegt sie, Sportmedizin zu studieren. Bis dahin stehen aber noch jede Menge Trainingsstunden und natürlich Wettkämpfe auf dem Programm. Dabei bleibt Lea betont bodenständig, auch einen speziellen Ernährungsplan gibt es nicht. Nach erfolgreich bestrittenen Turnieren geht Familie Dastich meist essen. Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften 2015 gewann Lea Gold – „da gab’s dann Burger“.



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