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Ein Tag mit Choreographin Cindy Hammer

... beim Tanzen erzählen

03.11.2016
Autor: Marko Beger

Die Reihe „go plastic company“ ist die künstlerische Aufarbeitung von verschiedenen Filmgenres. „Clean me“ ist die dritte Ausgabe und befasst sich ausschließlich mit Science-Fiction. Wir haben mit der Choreografin der „clean me“ Produktion Cindy Hammer gesprochen und einiges über ihren Beruf erfahren.

 

 Ein Tag mit Choreographin Cindy Hammer

Wie wird man denn eigentlich Choreografin?

Ich denke da gibt es kein „Allgemeinrezept“ - in meinem Fall war das Bedürfnis mein Handwerk Tanz zu nutzen, um Dinge zu erzählen so groß, dass ich 2010 begonnen habe eigene Stücke zu kreieren. Mit jeder Arbeit habe ich mehr dazu gelernt, mein Handwerk erweitert und entwickelt.

 

Was sind die Hauptaufgaben einer Choreografin?
Das hängt stark mit der Wahl über die jeweilige Arbeitsweise zusammen. Ich arbeite z.B. extrem eng mit meinem Cast zusammen. Am Anfang einer Produktion steht natürlich immer die Idee, die erst zum Konzept wird, dann beginnt die konkrete Recherche nach Fragen, Material, Bewegungen. Damit einhergehend entsteht die ästhetische Richtung (Tänzer, Bühne, Kostüm, Video, Licht etc) - die ganzen Faktoren zusammen zu bringen, in Relation zu bringen und letztendlich stimmig zu komponieren sehe ich als Hauptaufgaben. Mir selbst ist Teamarbeit sehr wichtig. Ich habe Leute um mich herum, die alle an einer Produktion arbeiten, verschiedene Disziplinen, Background und Qualitäten, diese zu vereinen empfinde ich als eine meiner spannendsten Aufgaben.

 


Welche Art von Projekten verwirklichst du am liebsten?
Am liebsten verwirkliche ich die Projekte meiner eigenen Tanzcompany, der go plastic company - welche ich gemeinsam mit meiner Kollegin Susan Schubert leite. Seit 2014 kreieren wir jährlich eine abendfüllende Produktion, in diese stecken wir all unsere Energie, Kraft und Kreativität. Wir schmieden das Konzept gemeinsam, gehen die Recherche, Umsetzung und Planung Schritt für Schritt durch, bis dann die aktiven Probenprozesse mit dem Cast statt finden. Dieser Arbeits-flow ist sehr bereichernd und das was wir am liebsten tun.

Dein aktuelles Projekt wird am 4. und 5. November 2016 in Hellerau aufgeführt. Mit welchen Themen beschäftigst du dich darin und was wird die Zuschauer erwarten?

Unsere aktuelle Produktion „clean me“ ist der dritte Teil unserer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Film-Genre“.

Nach dem Stück „about : blank“ aus 2014 - welches sich mit dem Krimi / Thriller beschäftigte und der Western-Produktion „go west, young men“ aus dem letzten Jahr, haben wir uns dieses Jahr intensiv mitt dem Filmgenre SCIENCE FICTION auseinander gesetzt. Mit einem 7-köpfigen Cast sind wir seit Wochen am arbeiten und sammeln. Zu erwarten ist ein abendfüllender Trip, welcher die einzelnen Facetten, Sichtweisen und Perspektiven der jeweiligen Performer auf das Thema SciFi aufzeigt und verhandelt.

 

 

Wie sieht dein Probentag aus?
Dadurch dass ich freischaffende Choreographin / Tänzerin bin, ist das sehr unterschiedlich. In diesem Prozess läuft es so, dass wir früh mit einem gemeinsamen Company - Training starten, danach gehts bis in den frühen Nachmittag in die Probe. In der wir uns meist auf Solo-Parts, Text-Szenen und Detail-Arbeit fokussieren. Danach gibt es eine längere Pause, in der ich verschiedene administrative Aufgaben erledige (Bühnenbild klären, Telefonate, Emails, Absprachen mit Technik, Haus, Projektbeteiligten) ab 19 Uhr gehts dann in die Abendprobe bis 22 Uhr. In diesen Proben geht es um die Gruppensequenzen, die Struktur des Stückes, Kombinationen testen und festlegen. Danach ist dann Nachbereitung des Probentages und Vorbereitung für den nächsten Tag angesagt.

 

Du warst an der Palucca Schule in Dresden. Welchen Ruf hat diese Tanzakademie weltweit und findet die Schule in Dresden genügend Beachtung?
Ich war von 2000 - 2010 an der Palucca Hochschule für Tanz. Habe also die komplette Ausbildung dort durchlaufen. Die Schule genießt national wie international einen sehr guten Ruf. Herr Jason Beechey tut gut daran die Schule zu vernetzen und dem Studiengang Bühnentanz viele Möglichkeiten und Gelegenheiten zu geben, Erfahrungen zu sammeln, sich zu präsentieren und vorbereitet in den Beruf zu starten. In der Stadt selber seh ich das ähnlich. Ich denke die Tendenz, dass die Absolventen perspektivisch auch in DD bleiben ist da und sollte weiter gefördert werden.

 

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Was verbindet dich mit dem Festspielhaus Hellerau?
Das Festspielhaus Hellerau ist der Ort, an dem ich meine erste choreographische Arbeit zeigen durfte. Mein Diplom-Stück „WANKUKU“ präsentierte ich 2010 auf der Bühne im großen Saal. Als freischaffende Tänzerin / Choreographin hab ich in Hellerau ein Zuhause gefunden, eine Bühne auf der ich mich und meine Arbeit weiterentwickeln und präsentieren kann. Das Team im Haus ist mittlerweile wie Familie - wir verbringen viel Zeit dort, nicht nur zum Arbeiten & Proben - wir sehen viel von den großartigen Choreographen/innen die dort gastieren.

 

Was macht Cindy Hammer außer tanzen und Choreografien erarbeiten?
Mich engagieren für das Netzwerk „TanzNetzDresden“, welches die freien Tanzschaffenden in Dresden vernetzen soll. Filmmarathons, Musik hören, Ausgehen, Reisen und Zeit mit meiner Familie verbringen.

 

Was schätzt du an Dresden?
Dresden ist eine Stadt, mit einer Menge Potential. Es ist nicht zu groß und nicht zu klein. Man kann sich gut ein eigenes Netzwerk generieren und sich selbst einen Platz in der Stadt und der Szene schaffen. Wir als Tanzschaffende schaffen es miteinander und nicht gegeneinander zu agieren, das schätze ich sehr an der Stadt. Es leben und arbeiten eine Menge tolle Leute in dieser Stadt und gestalten diese mit ihrer Arbeit. Das sollte weiter unterstützt und gefördert werden.



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