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Ein Tag mit den App Erfindern von 20squares

Mit kleinen Programmen, ganz groß durchstarten

06.01.2017

In jedem Smartphone befindet sich ein kleiner Mikrokosmos der eigenen Person. Es ist Terminkalender, Telefonbuch, digitales Fotoalbum, Wecker, Spielekonsole und Surfgerät fürs World Wide Web. All dies wäre kaum möglich, wären da nicht die vielen verschiedenen Apps auf den mobilen Endgeräten. 

Manche Programme sind für den gemeinen Digital Native überlebenswichtig, manche schlicht praktisch oder wenigstens lustig, wenn schon total überflüssig. 

 

Nach Auskunft der beiden Marktführer Google und Apple bevölkern in Summe mittlerweile mehr als 4,43 Millionen Programme deren Stores. Man kann aus einem aberwitzigen Angebot auswählen. Und egal, ob die Entwickler der Programme über In-App-Käufe oder Werbung Geld verdienen – es lohnt sich. 2015 lag der durch mobile Apps erzielte Umsatz in Deutschland bei circa 1,3 Milliarden Euro, die Schätzungen für den weltweiten Umsatz belaufen sich für das Jahr 2016 auf etwa 50,9 Milliarden US-Dollar. Und für 2020 werden über 100 Milliarden prognostiziert. 

20squares Gründer
Die 20squares Gründer: Johannes Richter (l.) und Julius Sohn

Zwanzig Quadrate zum Erinnern

Ein Stück vom übergroßen Kuchen wollen sich auch Johannes Richter und Julius Sohn abschneiden. Die zwei Studenten haben gemeinsam mit dem Kulturveranstalter Jörg Polenz eineinhalb Jahre lang an ihrer App 20squares gearbeitet. „Wenn man die Fähigkeiten dazu hat, juckt es einen schon in den Fingern, seine eigene App im Store zu haben”, sagt Kommunikationsdesign-Student Julius Sohn. Die Frage, nach der Anzahl der Arbeitsstunden, die er für die Programmierung unbezahlt in das Projekt gesteckt hat, kommentiert er mit: „Das will ich besser gar nicht so genau wissen.” 

 

Seit dem 1. Dezember 2016 kann die App, mit der ihr innerhalb kürzester Zeit ein 20-seitiges Hardcover-Fotobuch mit den Bildern eures Instagram-Accounts generieren und in Auftrag geben könnt, kostenlos im App-Store heruntergeladen werden. Wie bei vielen Unternehmensgründungen beginnt auch die App-Entwicklung stets mit einer guten Idee. „Bisher gab es keine Möglichkeit schnell und vor allem unkompliziert seine Handyfotos in einem Fotobuch zusammenzufassen”, erklärt Johannes und Julius ergänzt: „Auf Instagram zeigt man sich immer von seiner besten Seite. Man hat die Bilder meist schon vorher bearbeitet, es sind die schönsten und besten Schnappschüsse.” Eine ideale Grundlage also für ein offline-Fotobuch

 

Was nach einer einfachen Lösung klingt, muss in der Umsetzung nicht unbedingt einfach sein. Und so blieb auch den 20squares Gründern die ein oder andere Schwierigkeit nicht erspart. „Mir ging durch eine ganze blöde Sache meine Festplatte kaputt”, erinnert sich Julius. „Die halbe App musste ich noch einmal schreiben. Nichts hasst ein Programmierer mehr, als die gleiche Sache mehrfach machen zu müssen.” Er lacht. Doch auch abseits der Programmierung musste sich Johannes mit so mancher Baustelle rumschlagen: „Für mich war das Schwierigste einen Druckpartner ausfindig zu machen, der die Fotobücher genauso umsetzt, wie wir es haben wollten. Es hat wirklich lange gedauert, bis wir so jemanden gefunden haben.” 

 

Zielsetzung: 10.000plus 

Statistisch gesehen, befinden sich auf jedem Fünften Smartphone zwischen 21 und 30 Apps, 20squares könnte bald eine davon sein. Mit Redaktionsschluss wurde 20squares bereits über 100 mal heruntergeladen, die ersten Fotobücher haben ihren Zielbriefkasten auch schon erreicht. Der erste Schritt ist gemacht. „Für 2017 ist unsere Zielsetzung, mehrere zehntausend Fotobücher zu verkaufen. Mal sehen, ob wir das schaffen”, sagt Johannes. Ganz unwahrscheinlich ist es vermutlich nicht. Schließlich verzeichnen Programme mit weitaus weniger praktischem Sinn, wie zum Beispiel die virtuelle Feuerzeug-App, Downloads in Millionenhöhe. 

 

Julius und Johannes jedenfalls haben noch einiges vor. Gemeinsam mit ihrem dritten Gründungspartner Jörg Polenz haben sie schon die nächsten Ideen in den Startlöchern: Sie träumen von einer eigenen Online-Community, die gemeinsam zu bestimmten Themen oder Events Fotobücher entwerfen kann und natürlich von der Expansion auf den europäischen Markt. 

 

+++ sharing is caring +++

Ein 20squares-Fotobuch kostet 23 €. Mit jedem Verkauf wird 1€ an ein auf www.betterplace.org gelistetes Hilfsprojekt gespendet. Mit dem Kauf des Fotobuchs kannst du selbst entscheiden, welches Projekt unterstützt werden soll.



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