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Ein Tag mit den Jungs vom Fotoblog DDpix

So schön können Pixel sein

05.08.2017

Mit ihren Fotos, die stets die schokoladigste Seite des Elbflorenz’ zeigen, begeistern sie seit Jahren. Ausnahmsweise durften wir bei einer Fotosession Mäuschen spielen …

 Ein Tag mit den Jungs vom Fotoblog DDpix
Mondaufgang über Schloss Pillnitz

Der Weg zum vereinbarten Treffpunkt am Elbufer führt durch kniehohes Gras, vorbei an wild wuchernden Brombeerbüschen und feiernden Jung-Erwachsenen. 

Patrick und Marcel Quietzsch haben Stativ und Kamera schon platziert und prüfen mit einer App gerade noch einmal die Bahn, welche der Mond am Himmel ziehen wird. Heute soll der Mondaufgang über Schloß Pillnitz auf Speicherkarte gebannt werden. Ganz nebenbei handelt es sich für die beiden auch noch um eine Premiere, denn dass ich ihnen über die Schulter schauen darf, ist eine echte Ausnahme. „Wir ziehen gern allein los. Höchstens ein Kumpel kommt mal mit“, erklärt Patrick. „Einerseits entscheiden wir immer relativ spontan, wann es los geht und wohin und andererseits möchte ich ehrlich gesagt, als Ausgleich zum Beruf, bei meinem Hobby für mich sein. Außerdem bin ich nicht sonderlich gut im Dingeerklären“, lacht er. Die Details ihrer Arbeit berichten sie Interessierten dann lieber ganz in Ruhe, minutiös und bereitwillig in ihrem Fotoblog DDpix. Bereits seit mehr als zehn Jahren betreiben sie erfolgreich ihre Website. „Wir fotografieren, worauf wir Lust haben. Im Moment ist das nach wie vor die Stadt. Sozusagen die typischen Motive“, so Patrick. „Allerdings versuchen wir immer, sie aus untypischen Blickwinkeln zu betrachten.“ Und glaubt man den über 30.000 Facebook-Fans und über 6.000 Instagram-Followern, gelingt das den beiden durchaus häufig. 

 

 

Ein Beitrag geteilt von DDpix.de (@ddpix) am 9. Apr 2017 um 11:16 Uhr

 

 

Für den perfekten Foto-Moment investieren sie durchaus einige Stunden der Vorbereitung und legen dabei auch den ein oder anderen Kilometer zurück. Selbst wenn es in finsterster Nacht durch den Wald geht. „Man darf da keine Angst haben“, kommentiert Marcel schulterzuckend. Dabei ist es von Vorteil, dass die beiden in ihrem Leben noch keinen Horrorfilm gesehen haben. Wüssten sie um die Jason Voorhees, Slendermen und Blair Witches dieser Welt, würden sie es sich vermutlich doch noch einmal anders überlegen. Aber selbst ohne nächtliche Spaziergänge käme für Patrick und Marcel kein anderes Hobby in Frage. Dabei soll es aber bleiben. „Hauptberuflich kann ich mir das nicht vorstellen. Wir kennen ein paar Fotografen und da bekommt man schon mit, was die für einen Stress haben, weil sie eben liefern müssen“, so Patrick. Dann doch lieber ganz entspannt das Fotoerlebnis genießen. 

 


Apropos – Mondaufgang ist für 21:06 Uhr angesetzt. Marcel wirft einen skeptischen Blick Richtung Himmel „Das sieht ziemlich grau aus. Ich glaube das wird heut nichts.“ Tatsächlich kommt es häufiger vor, dass ihnen die Natur einen Strich durch die Rechnung macht. „Fast jede zweite Fototour ist sinnlos“, so Marcel. 

 

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Marcel und Patrick Quietzsch sind die DDpix Fotografen
Passend zum fehlenden Quäntchen Glück, ist auch gelegentlich mit Pannen zu rechnen. Ihr treuester Begleiter, ein Edelstahl-Stativ, welches sie seit nun fast einem Jahrzehnt im Einsatz haben, kann ein Lied davon singen. Marcel deutet auf die ein oder andere Schramme: „Es ist schon einen Teil des Liliensteins hinabgestürzt. Und einmal, als wir damit knietief in der Elbe standen, hat es eine überraschend hohe Welle eines vorbeifahrenden Dampfers mitgerissen. Eine halbe Stunde sind wir durch die Elbe gewatet, bis wir es endlich gefunden hatten“, berichten sie lachend. Auch an diesem Tag wird es für Stativ und Kamera noch einmal knapp, als ein Dampfer unseren Standpunkt passiert. Erst wird die herannahende Welle nur kritisch beäugt, bis Marcel schließlich beherzt nach Kamera und Stativ greift und damit die Böschung hinauf eilt. Keine Sekunde zu früh. Wer weiß, ob die beiden ihr Equipment dieses Mal wiedergefunden hätten.

 

Ansonsten mussten sie bisher bis auf den ein oder anderen Fernauslöser und einige Objektivschutzkappen kaum schwerwiegende Verluste hinnehmen. Glücklicherweise, denn die Summe, die die Brüder in ihre Ausrüstung investiert haben, besitzt stolze fünf Ziffern. „Teures Hobby“, so Patrick und zitiert lachend: „Bring dein Kind dazu, sich für Fotografie zu interessieren und es wird nie Geld für Drogen und Alkohol haben.“

 

Und obwohl es zunächst nicht danach aussah, lässt sich der Mond dann doch noch blicken. Ein paar Minuten nach vorhergesagtem Mondaufgang kämpft sich die hellgoldrote Scheibe für alle gut sichtbar hinter dem Schloss Pillnitz den Horizont hinauf, flankiert von nur wenigen Wolkenfetzen. Beständig klickt der Auslöser der Kamera. Da hat sich das Warten wirklich gelohnt.  



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