Artikelbild für Ein Tag mit: Matthias Schnarr (Access)

Ein Tag mit: Matthias Schnarr (Access)

Der Label-Chef, Booker und DJ über seinen Job

27.03.2016

Artikelbild für Ein Tag mit: Matthias Schnarr (Access)
Matthias Schnarr leitet das Dresdner Independent Plattenlabel NewDef
Musik ist oft eine Herzensangelegenheit und nur wenige schaffen es, ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Einer von ihnen ist Matthias Schnarr, der als Gründer und Manager des Dresdner Independent Labels NewDef die Deutschrap-Szene mitgestaltet.

 

Die Playlist im Autoradio des 29-Jährigen ist lang. „Ich höre mir jede Art von HipHop an. Momentan laufen beispielsweise Azad, Lakman oder Ssio und auch die Sachen von Nico Suave feier ich sehr“, erklärt er. Auf dem Rücksitz steht ein Karton mit CDs. „Die Alben von Abroo sind angekommen. Der releast am 18.03.2016 ‚Königreich der Angst’.“ Das neueste Werk des Rappers aus Lemgo wird wie bereits die Vorgänger der letzten Jahre beim Dresdner Label NewDef veröffentlicht, das Matthias als Manager betreut und vor rund zehn Jahren gründete ...

 

Blick zurück

 

Die ersten Berührungspunkte mit HipHop gab es bereits in frühen Jahren. „Mit 12/13 habe ich Aaron Scotch und T.Wonder beim Skaten kennengelernt und wir haben angefangen Musik zu machen“, erinnert er sich. In einem Keller in Klotzsche startete Matthias seine ersten Versuche als DJ, heute legt er unter dem Namen Access auf. „2006 ist unser erstes Album ‚3Komma5 Promille’ erschienen, das uns schnell recht bekannt gemacht hat“, blickt der er zurück. „In Dresden hat sich im Bereich HipHop viel gedreht, immer mehr Leute wurden aktiv und ich habe mit Freunden ein Netzwerk zusammengetrommelt.“ Aus diesem Dunstkreis entstand schließlich das Label NewDef.

 

Fokus auf das Label

 

Seit dem Jahr 2013 ist der gelernte Einzelhandelskaufmann nun selbstständig und widmet sich komplett der Label- und Vertriebsarbeit. „Das habe ich einem glücklichen Umstand zu verdanken. Ein Kumpel von mir gründete in Berlin einen Digitalvertrieb namens recordJet und bat mich ein Teil des Teams zu werden.“ Auch heute, drei Jahre später ist recordJet Teil seiner täglichen Arbeiten. „Ich fahre regelmäßig nach Berlin, signe Künstler, kümmere mich um den physischen Vertrieb usw.“, beschreibt Matthias seine Aufgaben. 

 

Das tägliche Business

 

Artikelbild für Ein Tag mit: Matthias Schnarr (Access)
Ein Leben für die Musik
Innerhalb der Woche beschränkt sich die Arbeit des Dresdners vor allem auf das Networking. „Das ist klassisches Büro Business“, sagt er. Die meiste Zeit verbringt der Labelchef am PC in seinem Home Office in Striesen, beantwortet Booking-Anfragen, streut Pressemitteilungen und kümmert sich um den Vertrieb. Das spannendste ist für ihn jedoch die direkte Arbeit mit den Künstlern. Momentan stehen beispielsweise der lokale Rapper Aaron Scotch, die Antihelden und die Snowgoons bei NewDef unter Vertrag, die alle regelmäßig neue Platten veröffentlichen und dabei auf Matthias vertrauen. „Der jeweilige Musiker kommt mit seiner Idee zu mir, die wir dann besprechen. Ich gehe mit ins Studio, koordiniere die verschiedenen Produzenten und bin in jeder Instanz im Entstehungsprozess dabei. Der Künstler gibt mir dann die fertige Platte und ich kümmere mich um den Rest“, erklärt er lächelnd. Als Vertriebspartner konnte im letzten Jahr beispielsweise das Berliner Plattenlabel Wolfpack Entertainment gewonnen werden, das mit Universal kooperiert. Wachstum ist dem Dresdner generell wichtig. Erst kürzlich kamen Omik K, Sendemast und T9 hinzu, die ab sofort ihr Booking über NewDef koordinieren lassen. 

 

Auf Tour mit Freunden

 

Als Live-DJ begleitet Matthias Künstler wie Morlokk Dilemma, Damion Davis und Plusmacher auf ihren Konzerten. „Auf Tour haben wir immer eine geile Zeit. Es ist sehr unterhaltsam mit Damion oder Dilemma stundenlang im Auto zu sitzen und zu quatschen. Das fühlt sich nicht wie Arbeit an.“ Das freundschaftliche Verhältnis zu den Künstlern äußert sich nicht nur in der entspannten Zusammenarbeit, auch privat verbringen Labelchef und Musiker Zeit miteinander. Erst kürzlich reiste das Dreiergespann nach New York. 

 

DJing als Leidenschaft

 

Artikelbild für Ein Tag mit: Matthias Schnarr (Access)
Die eigene EP erscheint am 01.04.2016
Die Wochenenden, an denen er nicht auf Promo-Tour durch die Lande zieht, widmet sich Matthias seiner zweiten großen Leidenschaft: dem Auflegen. Mit eigenen Partyreihen wie Soul Box belebt er die Szene in Dresden und wird am 01.04.2016 auch eine eigene EP mit namhaften Acts wie MirkoMachine auf Vinyl releasen. In Planung ist außerdem die dritte Tour mit einem DJ aus den USA. In den Vorjahren spielte Access zusammen mit Total Eclipse und Babu bundesweit in verschiedenen Clubs.

 

Basketball als Ausgleich

 

Nach den langen Tagen am PC, findet Matthias seinen Ausgleich im Sport. Vor ein paar Jahren entdeckte er Basketball wieder für sich, spielt heute aktiv in dem Freizeitverein DSV 1953. Die Spiele der Dresden Titans verfolgt er jedoch auch gern live im Stadion. „Das ist ein enger Austausch mit Spielern und dem Verein entstanden. Seit einem halben Jahr organisiere ich die Shows in den Pausen“, sagt er. So zeigen die deutschen Meister „The Saxonz“ beispielsweise ihre Breakdance-Performances oder DJ Access gibt sich persönlich die Ehre. 

 

Infos: www.newdef.de



Diese Artikel könnten Dir gefallen:


Kommentare
› Schreibe einen Kommentar
    • Bisher keine Kommentare.
  • Bitte registriere dich bei uns oder log dich ein um Kommentare zu schreiben oder Bewertungen abzugeben.

Teilen auf

auf: