Casablanca Teaser

Engagement: Casablanca

Film ab im „Casablanca"!

17.01.2016

Das ehemalige Programmkino Casablanca im Hechtviertel hat wieder geöffnet. Im September 2014 haben Medienprofis dort Einzug gehalten und das gemütliche Mini-Kino zum offenen Lehrraum für Medienbildung umgestaltet. Seminare zum Homepagebau werden ebenso angeboten wie Projekttage zur Trickfilmkunst, Blog-Workshops oder Kurse zur Internetsicherheit. Auch für Kunst ist Platz, wie die eindrucksvollen Licht-Installationen des US-stämmigen Künstlers Jesse Langley beweisen.

 

„Wenn sich der Projektleiter langweilt, hat er alles richtig gemacht“

 

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Casablanca-Chefin Peg Koedel (38)
Die 38-jährige Peg Koedel ist gemeinsam mit der Medienpädagogin Laura Hillinger treibende Kraft des Casablanca. Als Geschäftsführerin legt sie, wie sie selbst sagt, großen Wert auf partizipative Bildung und den „Austausch von Lebenswelten“. Gerade bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dürften Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen. Dabei genießen die Kursteilnehmer gleichzeitig viel Freiraum zum eigenständigen Lernen und Erleben: „Wenn sich der Projektleiter langweilt, hat er alles richtig gemacht“, erklärt die Diplom-Informationswissenschaftlerin Koedel ihren medienpädagogischen Ansatz. Koedel kommt ursprünglich aus Warnemünde und lebt seit 32 Jahren in Dresden. Ihre schier unerschöpfliche Energie investiert sie in unterschiedliche Projekte; neben dem Casablanca initiiert sie auch mit der von ihr gegründeten medienfux gGmbH mediale Lernprojekte und leitet deutschlandweit Seminare in Sachen Medienkompetenz. 

 

Museumslotsen und Köchelkompetenz 

 

Ein Schwerpunkt des Casablanca liegt auf crossmedialen Projekten von Dresdnern für Dresdner. Die Bandbreite ist groß: Gemeinsam mit dem renommierten Senckenberg-Institut realisierten die Projektleiter des Casablanca beispielsweise ein virtuelles Museum mit „echten“ Dinosauriern für die Naturhistorischen Sammlungen Dresden. Die filmische Umsetzung zum Thema Altersbilder entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz und wird seitdem in diversen Seniorenzentren Dresdens aufgeführt. Zahlreiche Schüler wurden im Medienprojekt „Kultur macht STARK – Dresden ERFAHREN“ zu „Museumslotsen“ des Verkehrsmuseums ausgebildet und in der kuscheligen Teeküche bietet das Casablanca mit den „Köchelkompetenz“-Kursen regelmäßig ein Abendprogramm für Mütter und Töchter an.

 

Islamisches Leben gibt es in Dresden seit dem 17. Jahrhundert

 

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Lernen und Spaß haben gehen im Casablanca Hand in Hand
Aktuell arbeitet das Team um Peg Koedel an einem Dokumentarfilm zum Thema „Islam in Dresden“. Gefördert wird das Projekt vom „Lokalen Handlungsprogramm (LHP) für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus“ der Landeshauptstadt, das Projekte und engagierte Bürger im Bereich der Extremismus-Bekämpfung unterstützt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umgang mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung. Gar nicht so einfach in einer Stadt, in der islamisch geprägtes Leben im Alltag deutlich weniger präsent ist als in anderen Teilen des Landes – und doch zu einem Thema geworden ist, das die Gesellschaft spaltet. Eine willkommene Herausforderung für die Medienschaffenden des Casablanca. Dabei ist der Islam nicht erst seit der Flüchtlingswelle 2015 in der Stadt verankert: „Islamisches Leben findet beispielsweise mit dem Damaskuszimmer im Japanischen Palais bereits seit dem 17. Jahrhundert in Dresden statt“, erklärt Peg Koedel. Sie will mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln diesen Teil des urbanen Lebens in Dresden sichtbarer machen und helfen, bestehende Vorurteile abzubauen. 

 

Skeptiker gesucht

 

Gemeinsam mit zwei Honorarkräften der Bildungsstätte und mehreren Ehrenamtlichen befragt Koedel  für das Filmprojekt Dresdnerinnen und Dresdner, die auf unterschiedliche Weise Berührungspunkte mit dem Islam haben. Jeder kann mitmachen, es sollen ausdrücklich auch Skeptiker zu Wort kommen. Die Interviewpartner werden an Orten gefilmt, die für sie persönlich bedeutsam sind, an denen Begegnungen und Alltagssituationen stattfinden. Bei den drei Dresdner Moscheen haben die Filmemacher schon angefragt, einige interessante Gesprächspartner sind bereits im Boot. Die Interviews werden dann zu einem zwanzigminütigen Film zusammengeschnitten. Das Projekt soll nicht statisch sein, sondern zur Kommunikation und Interaktion einladen. 

 

„Ich mag Menschen, die mitdenken“

 

Die Filmemacher wünschen sich daher ausdrücklich Rückmeldungen, wechselseitige Kritik und aktiven Gedankenaustausch. „Ich mag Menschen, die mitdenken“, betont Koedel. Mit pädagogischen Begleitmaßnahmen versehen, kommt das Werk dann in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen zum Einsatz. Das Feedback zum Filmprojekt wird ebenfalls aufbereitet und fließt in das Konzept mit ein. Auf Anfrage bietet das Casablanca auch Seminare rund um das Thema Islam in Dresden an. Bis zum Jahresende soll der Film fertig sein. Als „Open Educational Resource“ ist er dann für alle frei zugänglich und darf ausdrücklich weiterentwickelt und verändert werden, so lange niemand mit dem Dokumentarfilm Geld verdient. Auch Peg Koedel nicht, darauf legt sie Wert. Schließlich gründete sie das Casablanca ausdrücklich als gemeinnützige GmbH mit dem Ziel, der Gesellschaft etwas zu geben – „mit dem, was wir können.“

 
Infos: www.casablanca-dresden.de, www.facebook.com/casablanca.dresden

Viola Martin-Mönnich

 



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