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Familienurlaub 2.0 - Das Dresdner Start-up Schnullertourist

Ein Schnuller geht auf Reisen

01.08.2017

Kinderwagen, Reisebett & Co. überall dort, wo man sie auch braucht: Das Dresdner Start-up „Schnullertourist“ versendet Baby- und Kinderutensilien und erleichtert damit reisenden Eltern das Leben.

 

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Madeleine & Tobias Mieth gründeten Schnullertourist
Seit drei Jahren werden von Dresden aus ganz besondere Pakete verschickt. Man erkennt sie an ihren Sondermaßen und leuchtend grünen Banderolen mit der geheimnisvollen Aufschrift „Schnullertourist“. 

 

Darin: Schicke Buggys, Zwillingskinderwagen, Fahrradanhänger oder Babyschalen. Dinge eben, die Familien auf Reisen dringend brauchen, aber die schon beim Packen für Stress sorgen. Mit einem Kinderwagen im Kofferraum passt eben nicht viel anderes mehr hinein und eine sperrige Babyschale macht jede Zugreise zum Schlepp-Marathon.

 

Ist aber ein Schnullertourist-Paket mal ganz unumständlich auf Reisen, landet es wenige Tage später in Hotels und Ferienwohnungen in ganz Deutschland und wird dort von sprichwörtlich erleichterten Eltern in Empfang genommen. 

 

Erfolgskonzept made in Dresden

 

Die Gründeridee Schnullertourist ist ein Erfolgskonzept made in Dresden. Dahinter stecken Madeleine und Tobias Mieth. Das Ehepaar kam auf einer Reise selbst an seine Pack-Grenzen. „Wir haben nach der Geburt unserer ersten Tochter eine Reise durch Frankreich gemacht und dabei gemerkt, was man beim Reisen mit Kind eigentlich alles mit sich herumschleppt. Da dachten wir uns: Das muss einfacher gehen!“, erinnert sich Tobias Mieth. Der studierte Informatiker und IT-Projektleiter tüftelte noch in der Elternzeit gemeinsam mit seiner Frau am Unternehmenskonzept. Inzwischen leiten die beiden nebenberuflich das Unternehmen Schnullertourist.

 

Die richtige Idee zur richtigen Zeit

 

„Gerade für Kurzurlaube oder Besuche bei den Großeltern, die weiter weg wohnen, ist unser Service interessant“, erklärt Madeleine Mieth. Die 37-jährige studierte Kommunikationswissenschaftlerin ist im Marketingbereich tätig. Seit zwei Jahren ist auch die zweite Tochter auf der Welt und die Mieths wissen umso mehr, was reisende Eltern brauchen. „Eltern, die ihre Kinder mit auf Dienstreise nehmen, freuen sich zum Beispiel, wenn der Buggy bei der Ankunft schon in der Hotellobby steht. Immer mehr Familien gönnen sich diesen Service und gehen entspannter auf Reisen“, erklärt Madeleine Mieth. „Wir hatten einfach die richtige Idee zur richtigen Zeit“, ist sich das Ehepaar einig.

 

Familien das Reisen erleichtern

 

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Die jüngsten Mieths prüfen die Produkte stets auf Qualität
Viele ihrer Kunden kommen aus dem Ausland und freuen sich, wenn bei ihrer Ankunft in Deutschland alles Notwendige bereitsteht. Innerhalb Deutschlands wird der Großteil der Baby- und Kinderausstattung in den Großstädten Hamburg, Berlin und München gebucht. „Moderne Eltern sind deutlich mobiler als früher, wünschen sich aber auch einen gewissen Komfort“, stellen die Mieths fest. Sie sehen sich als Dienstleister, die Eltern das Leben mit Kindern einfacher machen.

 

Bei Schnullertourist ist alles online buchbar, mit wenigen Klicks gehen Buggy, Babybett, Autositz und Babynahrung auf die Reise. Wer sich in einen der Mietbuggys verliebt, kann ihn auf Wunsch auch kaufen. Die Miete für die grundsätzlich neuwertigen Buggys beträgt durchschnittlich drei Euro pro Tag, dazu kommt der Versand zum Festpreis. Der Bringdienst bis vor die Tür sowie die Abholung sind dabei im Preis inbegriffen. „Unser Unternehmenskonzept richtet sich auch gegen die Wegwerfmentalität“, erläutert Madeleine Mieth. Natürlich könne man für wenig Geld im Baumarkt einen günstigen Plastikbuggy kaufen und nach dem Urlaub wegwerfen. „Aber wir bieten für einen vergleichbaren Preis neuwertiges Baby- und Kinderzubehör mit hoher Qualität, das nach Gebrauch unkompliziert wieder abgeholt wird.“ Die Mieths verstehen sich als Teil der globalen Bewegung „Sharing Economy“ in der es darum geht, möglichst viele Ressourcen zu teilen und Dinge nur so lange zu besitzen, wie man sie nutzt. Danach profitiert der Nächste davon. 

 

Die perfekte Verpackungsstrategie

 

Der Nachhaltigkeitsgedanke wird beim Schnullertourist konsequent weitergeführt. Eine Dresdner Schneiderin näht individuelle Bezüge in den grün-weißen Unternehmensfarben für die Autositze. Das schützt vor Verschmutzungen und verlängert die Lebensdauer der Sitze. „Beim Nähen muss die Schneiderin ganz schön schwitzen, bis die Bezüge perfekt passen“, lacht Madeleine Mieth. Auch die Verpackung der Kinderwagen ist eine Wissenschaft für sich. Daran tüftelt Tobias Mieth nach Feierabend. Die Kartons sind Spezialanfertigungen, mehrfach verwendbar und möglichst platzsparend konzipiert. Das reduziert Transportkosten, „außerdem wollen die Leute keine riesigen Kartons in ihrer Ferienwohnung herumstehen haben“, erklärt er.

 

Von der Nordseeinsel bis zum Kreuzfahrtschiff

 

Bisher stehen die rund 20 Kinderwagen, Fahrradanhänger und Buggys im Lager eines großen Dresdner Hochhauses. Perspektivisch soll der Betrieb aber in ein eigenes Ladenlokal umziehen. „Manche Kunden möchten vorbeikommen und die Wagen anschauen, bevor sie sie mit in den Urlaub nehmen“, erzählt Madeleine Mieth. „Das versuchen wir natürlich alles zu ermöglichen. Wir sind eben kein normales anonymes Versandgeschäft“, fügt ihr Mann hinzu. 

 

Auch auf ungewöhnliche Kundenwünsche geht der Schnullertourist ein. Sogar auf Nordseeinseln und an die Stege von Kreuzfahrtschiffen hat der Schnullertourist schon geliefert – bis jetzt kam auch alles heil zurück. 

 

Das Konzept funktioniert: „Wir werden oft weiterempfohlen“, erklären die Mieths ihren Erfolg. Denn: Wer bereits einmal mit dem „Schnullertouristen“ gereist ist, weiß den Komfort zu schätzen und spart sich auch bei der nächsten Reise den Pack-Stress von Kinderwagen und Co.



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