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Felix Jaehn im Interview

Von Tourstress, Winterhits und dem Geige spielen

13.09.2016

Wenn man die Songs von Felix Jaehn hört, denkt man an Sommer. Fröhlich, fruchtige Klänge, melodische Beats und Vocals die zum Mitsingen einladen. Der 22-Jährige schafft es immer wieder die Charts im Sturm zu erobern. Jetzt geht er auf Tour und legt am 25. September einen Tourstop in Dresden ein. Anlass genug, mal ein längeres Interview zu führen:

 Felix Jaehn im Interview
 

Hallo Felix, deine "Bonfire" Tour beginnt am 22. September, bist du schon im Tourvorbereitungsstress?

Total, ich bereite die Tour schon seit Wochen vor, weil das meine erste Live-Tour sein wird und einfach soviel damit zusammenhängt. Vom ersten Merchandise, was wir designed haben, bis hin zum Bühnenbild. Dann natürlich total viele musikalische Sachen, weil das Programm etwas ganz anderes sein wird als meine DJ-Sets. Da gibt es eine Menge vorzubereiten. Außerdem bin ich vor kurzem noch durch New York, Los Angeles, San Bernadino und Ibiza getourt. Aber die nächste Zeit werde ich, bis auf einige Promo-Aktivitäten, nochmal nutzen um mich richtig fokussiert auf die Tour vorzubereiten, weil ich selbst auch noch viel proben und üben muss.

 

Du hattest mit “Cheerleader”, “Ain’t Nobody” und “Bonfire” jetzt schon mehrere Sommerhits, bist du eher der Typ für sommerliche Musik oder kann man von dir auch mal einen “Winterhit” erwarten?

Ich denke, dass sich meine Musik dadurch auszeichnet, dass sie sehr positiv und vor allem melodisch ist. Das passt natürlich super zum Sommer, wobei ich auch behaupten würde, dass man im Winter beim Skifahren in den Bergen oder in einer schönen, verschneiten Landschaft sehr gut meine Musik genießen kann. Auf meinem neuen Album wird aber tatsächlich ein Song dabei sein, der etwas melancholischer und damit “herbstlicher” oder “winterlicher” klingt.

 

Deine Songs laufen im Radio auf und ab. Kannst du selbst deine eigene Musik überhaupt noch ertragen, wenn du sie allein beim produzieren schon unzählige Male hören musst, oder schaltest du sofort weg?

Also ich mache auf jeden Fall nicht lauter. Oft freue ich mich aber tatsächlich, auch nach zwei Jahren noch, wenn ich die Lieder im Radio höre. Das ist immernoch etwas besonderes für mich und ich bin total dankbar und happy.

 

Du hast als kleiner Junge angefangen Geige zu spielen, machst du das jetzt immernoch?

Ich habe leider, als ich 15 Jahre alt war, aufgehört und die Geige beiseite gelegt, weil ich noch Fußball und Tennis gespielt habe und alles gleichzeitig am Wochenende funktionierte nicht. Ich werde aber bei meiner Tour eine Cellistin dabei haben. Vom Klangbild sind Streicher und Orchester also noch bei mir hängengeblieben. Ich finde den Sound einfach immernoch total schön. Zum Geburtstag habe ich dieses Jahr sogar eine Geige geschenkt bekommen. Ich will nicht zu viel versprechen, aber wenn ich die Zeit finde, werde ich mich vielleicht mal wieder daran ausprobieren.

 

Hilft dir deine Geigenausbildung jetzt dabei, elektronische Musik zu machen?

Ja auf jeden Fall. Ich denke, dass ich durch das Geige spielen, unabhängig vom Musikunterricht in der Schule, wo man natürlich auch so einiges lernt, in frühen Jahren eine musikalische Grundausbildung genossen habe. Dadurch, dass ich auch im Jugendorchester gespielt habe, entwickelt man natürlich auch ein ganz anderes Gehör für Musik, für Töne und für Klangfolgen. Meine Musik ist zwar elektronisch, aber sie zeichnet sich ja doch vor allem durch die Melodien, die Vocalmelodien und die Instrumentalisierung aus. Deswegen hilft mir das enorm.

 

Woher nimmst du deine Inspiration?

Das kann das Spazieren in der Stadt sein, das Abhängen am Strand oder ein Gespräch mit Kumpels. Alles was man erlebt, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht ist total inspirierend und kann einen beeinflussen. In der Regel ist das so ein Grundgefühl und eine Stimmung. Dann gibt es auch noch Einzelfälle wie bei “Jeder für Jeden”. Da war es so, dass ich mich mit den Kickern unterhalten habe und von Jerome (Boateng) und Mario (Götze) die Inspiration und der Anreiz kam einen Song zu machen. So hatte man natürlich eine konkretere Inspiration.

 

Du hast gerade deinen Song “Jeder für Jeden” mit Herbert Grönemeyer angesprochen. Wie läuft die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ab? Kommst du auf sie zu oder ist das andersherum?

Das ist immer unterschiedlich. Bei “Jeder für Jeden” war es so, dass ich schon das Instrumental hatte, ich dann mit den Kickern im Austausch stand und wir letztendlich Herbert (Grönemeyer) gefragt haben ob er nicht Lust hat. Er war dann total Feuer und Flamme für die Idee. Bei “Book of Love” hatte Polina vorher schon die Idee für den Song und diese wurde dann an mich herangetragen. Ich fand die Idee total super und hatte sofort Lust das weiterzumachen. So hat jeder Song eine andere Geschichte.

 

 

 

Am 25. September wirst du einen Tourstopp in Dresden einlegen. Im letzten Jahr warst du bereits schon einmal in Dresden. Hast du daran noch Erinnerungen?

Ich erinere mich sehr gut daran, weil das Ganze auch eine dramatische Geschichte hatte. Ich war ursprünglich für den Juli gebucht, bin dann leider krank geworden und musste meine Auftritte absagen. Was mich aber gefreut hat, war die Entwicklung zu sehen. Der erste Club war viel kleiner und als wir dann später im November in einem größeren Club spielen mussten, war dieser trotzdem ausverkauft. Das hat mich natürlich total gefreut und es war ein toller Abend und eine super Stimmung.


Dieses Jahr bleibt dir in deinem Tourstress sicher wenig Zeit, die Städte anzuschauen. Hast du im letzten Jahr die Zeit gehabt Dresden kennenzulernen?

Im letzten Jahr war das leider ähnlich. Das ist einer der Nachteile des DJ Daseins. Im Instagram-Feed sieht das zwar klasse aus, wenn man in einer Woche in fünf tollen Städten spielt aber dementsprechend hat man auch sehr wenig Zeit sich diese anzugucken. Ich glaube da müsste ich irgendwann nochmal privat vorbeikommen.

 

Eine Reise nach Dresden lohnt sich auch definitiv! Im nächsten Jahr wirst du dein erstes richtiges Album veröffentlichen. Gibt es da schon einen genauen Zeitraum?

Ich habe ehrlich gesagt noch kein genaues Datum. Ich peile Anfang 2017 an. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das Album schon ein paarmal angekündigt und wieder verschoben habe, was nicht daran liegt, dass ich faul bin. Ich denke man sieht ja, dass wir fleißig Singles releasen. Es liegt vielmehr an der fehlenden Zeit. Ich denke es ist aktuell wichtiger konstant neue Singles zu releasen, neue Sounds auszuprobieren und im Internet bei Spotify regelmäßig neuen Kram zu haben. Aber ich möchte auf auch endlich mein Album veröffentlichen um ein Gesamtkunstwerk zu liefern, wo dann einmal alles gebündelt ist. Ich werde auch auf meiner Tour, zum Beispiel in Dresden eine Kostprobe meines Albums abgeben um zu testen wie die neuen Songs, die es sonst noch nirgends zu hören gibt, ankommen.

 

Willst du deinen Dresdner Fans noch etwas mitteilen?

Ich freue mich riesig auf den 25. September, endlich wieder in Dresden zu sein mit meinem eigenen Konzert, eigenem Bühnenbild und eigener Show und ich hoffe auf einen tollen Abend.

 

 

 

 



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