Schmalfilmtage Teaser

Festival: Schmalfilmtage 2016

Kurz kann ja jeder

15.01.2016

Ob 8, 9,5 oder 16 Millimeter – bei den Dresdner Schmalfilmtagen sieht man es etwas enger. Seit der Erstauflage 1997 hat sich das kleine Projekt des riesa efau zu einem anerkannten Festival für die internationale Szene entwickelt. Die Bandbreite reicht von Dokumentationen über künstlerisches Schaffen bis hin zur Fiktion. Doch eines haben alle Produktionen gemeinsam: sie wurden originär auf Schmalfilm realisiert.

 

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Einer der Filme: Brule la mer
Lange vor Digitalkameras und HD begann der Schmalfilm seinen weltweiten Siegeszug. Die analoge Technik prägte das 20. Jahrhundert. Mittlerweile wird sie von der Filmindustrie im besten Fall belächelt, viele alte Produktionen sind in der Versenkung verschwunden. Dennoch hat das kleine Format seinen Charme und Zauber nicht verloren. Liebhaber und Experimentierfreudige bedienen sich noch heute abseits des Mainstreams an dem eigenwilligen Film-Genre. Die Dresdner Schmalfilmtage bieten ihnen deshalb eine Plattform.

 

Flüchtlingsthematik und Regiseure

 

Die 17. Ausgabe des Festivals steht unter dem Motto „Ihre Route wird neu berechnet ...“. Dabei widmen sich die Macher Reisebewegungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Beleuchtet werden sowohl Kriegszustände, Flüchtlingsströme und -routen, als auch deren sozialer Einfluss auf Großstädte und Gentrifizierung. Ein weiterer Fokus liegt auf den Laboren, die heute einen Großteil der Schmalfilme produzieren. Jeweils zwei Filmemacher aus solchen Laboren in Paris und Athen kommen für das Festival nach Dresden, um dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. 

 

Historische Beweisaufnahmen

 

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Aus der Dokumentation von Papanastassiou
Insgesamt haben dutzende Filmemacher ihre Werke eingereicht – von der experimentellen Filmkunst über Heimkino und Trash bis zum klassischen Independent-Film. Neben ihnen werden auch geschichtsträchtige Schmalfilme aus der Zeit des Weltkriegs gezeigt. So flimmern Aufnahmen von Ella Bergmann-Michel über die Leinwand. Die Dresdner Film-Pionierin wurde 1933 beim Drehen vor einem Wahllokal verhaftet, ihre Filmrollen beschlagnahmt. Auch zu sehen sind die Aufnahmen des Atheners Angelos Papanastassiou, der 1994 das Elend der Griechen nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht aufzeichnete. Dafür hätte er im schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlt. Stattdessen wurden seine Aufnahmen 1947 wichtige Beweisstücke bei den Nürnberger Prozessen. 

 

Diskussionen, Workshops und Synchronisierungen

 

Das Festival läuft vom 21. bis 23 Januar im Projektzentrum für zeitgenössische Kunst an der Wachsbleichstraße. Dazu gibt es ein buntes Programm mit Diskussionen und verschiedenen Workshops für Groß und Klein. Zum Abschluss kürt eine Jury die besten Filme. Ein weiteres Highlight erwartet die Besucher am Freitagabend beim Vertonungswettbewerb. Dabei verleihen sieben Musikgruppen ihren stummen Filmvorlagen eine neue Stimme.

  

Infos: www.schmalfilmtage.de

 



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