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Für euch ausprobiert: Rugby

Eingewechselt bei den Dresden Hillbillies

25.05.2016

Sucht man „Rugby“ in einschlägigen Videoportalen zeigen sich Vorschaubilder von muskulösen Männern und zum Teil blutverschmierten Gesichtern. On top griffige Titel wie „human wrecking ball“. Rugby scheint nur was für ganz Harte zu sein. Aber wie war das nochmal mit den Harten und irgendwelchen Gärten? Also zusammengerissen und beim Training der Hillbillies im Sportpark Ostra vorbeigeschaut. 

 

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Körperspannung und Schnelligkeit sind beim Rugby gefragt
Während die männlichen Dresden Hillbillies 15er Rugby spielen, sind die Frauen pro Team nur zu siebt. Damit wird meiner größten Befürchtung schon reichlich Wind aus den Segeln genommen, denn laut Teammitglied Anne kommt es durch die größeren Freiräume nicht ständig zu Tacklings. „Außerdem fetzt es mehr zu tackeln, als getackelt zu werden. Deswegen achtet man aufs Ausweichen”, erklärt sie lachend. Wenn der Reiz dieser Sportart also nicht in der Demonstration bloßer körperlicher Stärke liegt, worin dann? „Du kommst an deine eigenen Grenzen und zwar nicht nur physisch, sondern auch mental. Rugby hat sehr viel mit mitdenken zu tun”, meint Anne.  Trainer Karsten pflichtet ihr bei: „Beim Rugby sind über die gesamte Spielzeit hinweg alle gefordert. Deswegen ist es auch so viel spannender und allgemein auch dynamischer als Football.” Rugby kann jeder spielen, körperliche Voraussetzungen gibt es nicht. „Bock muss man haben, mehr nicht”, grinst Anne. Hab ich, also los geht‘s. 

 

Chaos mit System 

 

Nach Erwärmung, Passtraining und einem Beep-Test wird mir zu Ehren zeitiger mit dem Spieltraining angefangen. Wer es noch nicht wusste, das Ziel beim Rugby ist es, den eiförmigen Ball an den Spielfeldrand gebracht ins Malfeld zu bringen. Wichtig: Der Ball muss abgelegt(!) werden. Mein Team ist zunächst in der Verteidigung, hat also den Kick-Off. Dabei wird der Ball möglichst weit in Richtung Gegner geschossen. Sobald das passiert ist, laufen wir in einer möglichst geschlossenen Linie nach vorn. Soweit so gut, aber plötzlich rufen alle wild durcheinander. Jeder sagt seine Position an, welchen Gegner er verteidigt, wie sich die Verteidigungslinie verschieben muss. Um den Gegner dingfest zu machen, klammert man sich an seinen Rumpf und hält ihn fest. Eine eigentlich sanfte Variante, aber selbst dabei bin ich zu zögerlich, ich Weichei.  

 

Same old, same old

 

Im Angriff mache ich immer und immer wieder den gleichen Fehler: Ich laufe mich frei – und zwar nach vorn. Dummerweise darf beim Rugby nur nach hinten gepasst werden. „Das geht allen so am Anfang. Man ist es von anderen Sportarten gewöhnt”, ermutigt mich meine Mitspielerin lächelnd. 

Das Spielen macht wirklich Laune, aber ich merke wie mir die Automatismen fehlen. Sinnvolle Laufwege erkennen, sich dazu bewegen, zugleich mit meinem Team reden und das Atmen nicht vergessen ... Keine Chance. Aber die Mädels lassen mich nicht hängen und helfen mir soweit es geht. Ein wirklich tolles Team. Irgendwann renne ich mit dem Ball unterm Arm einfach los, winde mich um meine Gegnerin und bin hinter der Verteidigungslinie. Tatsächlich schaffe ich es, den winzigen Vorsprung zu halten und den Ball im Malfeld abzulegen. Tschaka! Die Mädels lächeln und halten auch mit Lob nicht hinterm Berg. Weiter geht‘s, wir haben den Kick-Off.

 

Fazit: Es ist schnell, anspruchsvoll und es macht jede Menge Spaß. Rugby ist wirklich reizvoll, denn es fordert Kopf wie Körper. Nichts für Leute mit einer ausgesprochen langen Leitung. Für alle anderen: Probiert es aus!  

 

Info: Trainiert wird Dienstags und Donnerstags für je 90 Minuten im Ostragehege. Frauentraining 18 Uhr • Männertraining 18:30 Uhr 



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