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Gastro Test: Glühwein

Heiße Verführungen

02.12.2016
Im Dezember wird der Kaffee als beliebtestes Heißgetränk abgelöst. Wir haben uns als Weinkenner probiert und verraten, ob uns die  süß-würzigen Getränke begeistert oder doch eher kalt gelassen haben.

Der heisse Schuh

Geschmack: ★★★★

Preis/Leistung: ★★★

Design: ★★★★

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Die Weinzentrale bietet ungefähr 400 Weine an, der Großteil davon aus Europa. „Der heisse Schuh“ ist einer dieser Weine und macht optisch durch sein pfiffiges Motiv bereits einiges her. Im Inneren schlummert ein Schieler, einen aus roten und weißen Rebsorten gekelterter Wein, der unter anderem mit Zimtstangen, Vanilleschoten und Orangen angereichert wurde. Im Ergebnis liefert „Der heisse Schuh“ eine sehr fruchtige Note, die im Vergleich mit einem Striezelmarkt-Glühwein weniger süß ausfällt. Ein sehr milder Wein, bei dem der Alkohol kaum bemerkbar die Kehle runterrutscht. Die Säure ist ebenfalls kaum registrierbar. Trotz der Eigenständigkeit ist ein Hauch von Weihnachtsmarkt noch zu schmecken, was wir als äußerst positiv verstehen. So kommen sowohl Weinkenner als auch Weihnachtsmarkt-Genießer auf ihre Kosten.

Fazit: Der heiße Milde 

 

Genussmensch

Geschmack: ★★★★★

Preis/Leistug: ★★★★

Design: ★★★★★

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Der „genussmensch“ kommt zu dritt daher. Als Weintrio entsprechen sie der üblichen Weinfamilie: rot, weiß und rosé. Die nur mit 300 Exemplaren bestehende Weinproduktion, zeichnet sich durch ihr schonendes Herstellungsverfahren aus. Der Alkohol wird so nicht verkocht und damit bleibt der Wein, der mit 5€ pro halbem Liter zu Buche schlägt, bei einer Umdrehung von 9,5 %. Optisch  weiß vor allem das Design der Weinflaschen zu gefallen. Anders als die bekannten Traubenglasbehälter erinnern sie an Milchflaschen aus dem vergangenen Jahrhundert und sind damit auf jeder Glühweinparty ein Hingucker. Auch beim Geschmack geht der „genussmensch“ andere Wege. Alle drei Weinsorten sind weniger weihnachtlich-süß und haben geschmacklich nichts mit dem Getränk vom Weihnachtsmarkt zu tun. Der heiße Weißwein schmeckt fruchtig-herb mit einer überzeugenden süßen Note im Abgang – insgesamt eine wirklich intensive Erfahrung für die Geschmacksknospen. Der Rosé reiht sich dort ein, allerdings spielt sich hier die Traube Tempranillo klar in den Vordergrund und ist damit weniger gewürzgebunden. Außerhalb von Weihnachten würde dieser Glühwein ebenfalls bestens funktionieren, da durch die Abwesenheit bekannter Elemente wie Zimt oder Orange beim ersten Schluck im Kopf nicht sofort „Jingle Bells“ erklingelt. Der Rotwein – ein Syrah – bildet den Abschluss, der leider nicht ganz so krönend ausfällt, wie wir ihn uns vogestellt hätten. Nach jedem Schluck lässt er den Gaumen etwas trockener zurück. Die Traube dominiert die Zunge und lässt anderen Aromen keine Chance. Positiv: Erkaltet lässt sich der Rote als „normaler“ Rotwein genießen. 

Fazit: Eine intensive und innotative Überraschung. 

 

Weiss und Heiss

Geschmack: ★★★

Preis/Leistug: ★★★

Design: ★★★

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182 Jahre ist das Grundrezept des Wackerbarts „Weiß und Heiß“ nun schon alt. 2013 wurde es wieder enteckt und nachdem Wackerbarths Chefkoch sowie einige Winzer die Wein-Gewürzmischung an heutige Gaumen anpassten, gehört das Getränk fest zum Weinangebot von Wackerbarth. Dort ist es im Online-Shop erhältlich, aber auch direkt vor Ort im hauseigenen Gasthaus und auf dem Gutsmarkt. Geschmacklich kommt einem die Zimtstange direkt aus der Flasche entgegen. Ein sehr gefälliger Wein, der zwar viel Süße hat, aber dabei nie überschwappt und damit nicht alles im Mund verklebt. Nach den ersten Schlucken versinkt man gedanklich in die Weihnachtsmarkt-Atmosphäre und sieht sich zwei oder drei Tassen vom süffigen Getränk trinken. Vordergründig sind hier die Gewürze zu schmecken, besonders stark die Orangennote.

Fazit: Ein Glühwein für jedermann 

 

Weisser Glühwein 

Geschmack: ★★★

Preis/Leistug: ★★★

Design: ★★★

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In Radebeul liegt eines der ältesten Weinanbaugebiete Deutschlands. Seit 1401 wachsen die Trauben am Fuße der Lößnitzhänge. Den „Weißen Glühwein“, der als „das perfekte Getränk für frostige Wintertage und Winterabende“ angepriesen wird, ist auch in zahlreichen bekannten Supermärkten zu haben, wie es die Produzenten vollmundig versprechen. Beim ersten Schnuppern fällt sofort der starke Vanillegeruch auf, der es allerdings nicht auf die Zunge schafft, sondern vorher zu verpuffen scheint. Eine deutliche Säure ist wahrnehmbar, die aber durch genügend Süße aufgefangen wird. Ein Getränk dessen Nähe zum Wein deutlich erkennbar ist und so weniger weihnachtlich daherkommt. Wer das typische Glühwein 1-mal-1 haben will, könnte leicht enttäuscht sein, alle anderen bekommen einen guten Glühwein, der aber nicht rundum begeistern kann.     

Fazit: Süß-herbe Alternative 

 

Winzer Gewürzwein

Geschmack: ★★★★

Preis/Leistug: ★★★

Design: ★★★★

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In der stilvollen Gourmetküche Bean & Beluga ist auch ein Feinkostladen beheimatet, der zwei Glühweinsorten anbietet. Der Rote enthält u.a. Kardamom, Sternanis und kandierte Orangen. Diese gewürzstarke Mischung ergibt eine Glühwein-Pfefferkuchen-Mischung, die kaum mehr nach Weihnachtsmarkt schreien könnte. Er schafft eine sehr gute Balance – nicht zu süß und mit genügend eigenen Akzenten. Allerdings insgesamt doch etwas überraschungsarm. Der Weiße verspricht durch Zutaten wie Birnensaft, Apfelsaft und Quittennektar einen spannenden Genuss. Er ist deutlich herber und in der Gesamtheit angenehm süffig. Überraschender Weise fallen die Säfte, welche auf dem Etikett ausgewiesen sind, geschmacklich kaum bis gar nicht ins Gewicht. Großartige Zutaten verbunden zu einem Glüh-Erlebnis.  

Fazit: Edler Allrounder 

 



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Kommentare
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    • Sanne_ geschrieben am

      Vielen Dank 

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