Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden

Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden

Grünzeug par excellence

16.02.2016

Es kostet zu viel, macht nicht satt, und schmeckt nicht annähernd so gut wie „normales“ Essen – wer auf Fisch und Fleisch verzichtet, muss sich so einiges anhören; von der Käse-Eier-Milch-Nein-Danke Fraktion ganz zu schweigen. Alles Humbug. Zum Beweis haben wir einen überzeugten Allesesser und Fleisch-Fan in die Spur geschickt, die besten Dresdner Grünzeug-Lokale zu testen. Lest hier, welche Restaurants sich auf vegetarische und vegane Kost spezialisiert haben – und wie sie dabei abschneiden.

 

Flax

 

Preis/Leistung: 5/5

Geschmack: 5/5

Service: 5/5

 

Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden
Flax: für Neugierige
Klein, gemütlich, einladend – das Flax ist ein typischer Neustadt-Laden. An kleinen Holztischen stehen bunt zusammengewürfelte Stühle, die kargen Wände sind mit auffälligen Highlights geschmückt und natürlich begrüßt uns die Bedienung mit einem breiten Lächeln. Hier kommt man her, um zu quatschen oder das vegetarische Date zu beeindrucken. Dazu passt auch die Karte. Statt endlosem Gesuche und Entscheidungsschwierigkeiten gibt es eine übersichtliche Auswahl und die handvoll Gerichte auf der Tageskarte. Bei uns werden es vegane Spätzle für 7,90€. Ein Traum. Die Mischung mit Brokkoli und Pilzen ist fantastisch. Dass hier keine tierischen Produkte verwendet wurden, kann der geneigte Allesesser kaum glauben. Das gleiche gilt für den saftigen Himbeer-Schokokuchen, der zum Nachtisch serviert wird. 

 

Fazit: Hier überzeugt ihr selbst Zweifler von veganem Essen!

 

 

brennNessel

 

Preis/Leistung: 4/5 

Geschmack: 5/5

Service: 3/5

 

Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden
brennNessel: für Hungrige
Auch abseits des alternativen Viertels findet sich in Dresden ein vegetarisches Restaurant. Mit der brennNessel gibt es nahe des Bahnhof Mitte eine Mischung aus Kneipe, Café und Gaststätte, die das Herz aller Fleisch-Verzichter höher schlagen lässt – und das schon seit 1997! Passend dazu könnt ihr sogar aus einer Speisekarte nur für Veganer wählen. Die Einrichtung hat etwas uriges, hier treffen das Feierabendbier junger Studenten auf Opas wöchentliche Skat-Runde. Einfach gemütlich. Wir bestellen die Gnocchipfanne mit Roter Bete, Lauch, Schafskäse samt Rucola und Pinienkernen in einer Meerrettich-Sahnesauce. Ausgefallen und verdammt lecker! Vor allem aber macht die Portion satt. Wir lassen uns sogar die Hälfte einpacken – und das kommt wirklich nicht oft vor. Dafür schlägt das Hauptgericht mit 14,50€ zu Buche und ist somit in unserem Test das obere Ende der Preis-Skala. Hin und wieder sollte man sich ja aber auch mal was gönnen.

 

Fazit: Perfekt für gesellige Menschen mit leerem Magen

 

 

Der Dicke Schmidt

 

Preis/Leistung: 5/5

Geschmack: 4/5 

Service: 4/5

 

Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden
Der Dicke Schmidt: für Selbstkocher
Hausgemachte, vegane Esskultur – das hat sicher der dicke Schmidt auf die Fahne geschrieben. Und das passt. Statt einfach nur Restaurant gibt es in dem Laden im Hechtviertel auch eine Frischetheke. Dort liegen Rouladen, Hackepeter oder Leberwurst und im Sommer sogar Grillzeug wie Roster oder Steak aus – natürlich alles vegan und aus den Händen lokaler Lieferanten. Ein Schnäppchen sind die leckeren Mitnehmsel nicht, reißen euch aber auch kein Loch in die Haushaltskasse. Das Herzstück des Ladens sind die nach ihm benannten „Dicken Schmidts“ – vegane Döner in verschiedenen Varianten mit u.a. Saitan oder Grillgemüse als Hauptzutat. Daneben kommen Suppen, natürlich Salate oder Ofenkartoffeln auf den Tisch. Bei uns wird‘s der Gyrosteller mit Soja-Geschnezeltem und veganem Fetakäse, kurz Veta. Für schlappe 6€ bekommen wir einen bis zum Rand gefüllten Teller mit ganz viel Grünzeug und veganem Gyros. Das „Fleisch“ ist perfekt gewürzt, der Salat knackig und die Soßen schmecken fantastisch. Das leise im Hintergrund laufende Techno-Set und macht das Essen zum perfekten Gesamterlebnis.

 

Fazit: Cooles Konzept, gute Musik und leckeres Essen.

 

 

Falscher Hase

 

Preis/Leistung: 4/5

Geschmack: 3/5

Service: 4/5

 

Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden
Falscher Hase: für Kenner
Im falschen Hasen fühlen wir uns richtig wohl. Schummriges Licht, ein haufen zusammengewürfelter Möbel und überall gemütliche Ecken. Die Bedienung ist freundlich, zündet die Kerze auf dem Tisch an und überlässt uns der Speisekarte. Hier hat man sich offensichtlich Mühe gegeben, sonst typische Fleischgerichte als vegane Variante auf den Tisch zu zaubern. Es gibt Braten aus Paranüssen, Cashewkernen und Haselnüssen, Burger mit Seitanbratlingen oder Soja-Steaks und ein Bauernfrühstück aus Kartoffeln und Räuchertofu. Wir versuchen das, was uns am schwersten nachzumachen scheint: Leberkäs. Die Seitan-Variante des deutschen Klassikers kommt mit Sauerkraut, Röstkartoffeln, Rotwein-CranberrySauce und Salat. Die Kartoffeln sind spitze, auch die Soße ist toll und Salat geht immer. Der Leberkäse kommt aber ans Original nicht heran. Im direkten Vergleich hat das vegane Duplikat keine Chance. Der Preis ist mit 10,20€ nicht gerade günstig, aber durch frische, regionale Zutaten doch gerechtfertigt. Satt werden wir leider auch nicht, deswegen gibt‘s noch eine Portion Bruschetta. Die ist perfekt!

 

Fazit: Gute Idee, hohe Qualität, aber Nichts für Fleisch-Freunde.

 

 

Roots

 

 Preis/Leistung: 5/5

Geschmack: 3/5 

Service: 4/5

 

Gastro-Test: Vegane und Vegetarische Küche in Dresden
Roots: für Eilige
Kaum sind wir über die Türschwelle getreten, schlägt uns ein strahlendes Lächeln vom Tresen entgegen – da fühlt man sich gleich pudelwohl. Seit ca. einem Jahr lockt das Roots vegetarische Leckermäulchen mit saftigen Wraps und Burgern. Schon vorher existierte hier mit dem Lotus mehrere Jahre ein veganes Restaurant. Als es schloss, übernahm eine Mitarbeiterin das Ruder. Ihr junges Team glänzt durch Frauenpower und Kreativität. Das zeigt sich vor allem am ständig wechselnden Tagesangebot. So bekommt ihr u.a. Karotten-Quiche mit Brokkoli und Fenchel, Kartoffel-Rosenkohl-Curry oder panierte Rote Beete mit mariniertem Ofengemüse. Der Name des hellen Lädchens kommt übrigens von der Hauptzutat ihrer Bratlinge. Statt Tofu oder Saitan verwendet man in der offenen Küche eine Mischung aus Wurzeln, Gemüse und allerlei Gewürzen. Wir haben aber Lust auf einen Wrap und probieren den mit Käse für 5,40€. Obwohl das Hack aus Soja besteht, könnten wir schwören: da ist Fleisch drin. Die Soße ist der Hammer und beim letzten Bissen ist der Bauch gut gefüllt.

 

Fazit: Hier steckt ganz viel Liebe drin – und das schmeckt man.



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