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Gastro-Test: Vietnamesisch

Schlemmen wie in Hanoi und Ho-Chi-Minh-City

10.09.2016
Autor: Kaddi Cutz

Hand aufs Herz: Mit dem Vietnamesen um die Ecke verbinden die meisten vor allem Bratnudeln oder -reis zum schnell mal eben das Loch im Magen stopfen. Aber es geht auch anders und vor allem viel, viel besser, denn die vietnamesische Küche ist leicht, bunt und vor allem vielfältig! Frische Kräuter, eine angenehme Schärfe und kurze Garzeiten machen sie zur idealen Wahl für den mitunter doch sehr wohltemperierten Sommer. Und auch zu den drei anderen Jahreszeiten kann man mit ihr nicht viel falsch machen! Wir haben für euch die leckersten Anlaufstationen für vietnamesisches Essen in Dresden ausgespäht.

 

Kinh Do

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Wieder einmal überrascht uns die Altstadt mit einem erstklassigen Angebot. Wer meint, die Weiße Gasse sei nur eine Touristenfalle, liegt daneben. Zwar kostet der kulinarische Spaß gegenüber der Neustadt im Schnitt gut 2€ mehr, allerdings machen Service, Ambiente und die Qualität der Speisen das wett. Drinnen wie draußen sitzt es sich zauberhaft, es gibt viel zu sehen, ohne dass man selbst auf dem Präsentierteller sitzt. Das Personal ist unglaublich aufmerksam und das Essen ein Traum: Perfekt gewürztes Fleisch von schmeckbar guter Qualität, frische Kräuter und schneller am Tisch, als man „Vietnam“ sagen kann. Die Karte wartet mit originellen Variationen altbekannter Klassiker auf (Wan Tan Suppe mit geröstetem Schweinefleisch und Grünkohl) und führt standardmäßig vietnamesischen Eiskaffee – der Knaller. Allein dafür lohnt sich  ein Besuch im Kinh Do!

Fazit: Vollkommen zurecht unsere Nummer Eins!

 

CÔDÔ Albertplatz

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Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, ist das Codo schon ein bisschen der Renner. Wahrscheinlich gibt es deswegen auch gleich zwei Filialen in der Neustadt (Nummer 2 findet ihr auf der Königsbrücker Straße 72). Die leckeren vietnamesischen Baguettes weisen Subway nicht nur kostentechnisch in die Schranken.

Wir mögen es heute aber lieber warm. Für ein sagenhaft leckeres Bun Bo (kurzgebratenes Rindfleisch mit Reisnudeln, gerösteten Erdnüssen, einer traumhaften Soße und Salat) zahlen wir nur 7,50€, das Ga Sa Ot (Huhn mit Chili-Zitronengras-Gemüse und Reis) ist mit 7,30€ unwesentlich günstiger und auch alle weiteren Hauptgerichte sind erschwinglich. Die Portionen machen satt und glücklich und sind in Nullkommanichts am Start. Dazu gibt es süffigen Wein zu moderatem Preis. Das Personal ist freundlich, allerdings hakt es doch ein wenig in der Kommunikation untereinander, was nicht unerheblich ist, wenn ein Tisch von mehreren Kellnern bedient wird. So kommt es bei der Rechnung dann auch zu Missverständnissen, die aber mit einem „Das ist jetzt so, das können wir nicht ändern“ abgetan werden. Schade, denn mit ein bisschen gutem Willen wäre durchaus eine bessere Lösung drin gewesen. Das Ambiente ist drinnen sehr schön, draußen, direkt vor dem geschäftigen Albertplatz, kommt vor allem auf seine Kosten, wer auf People Watching steht.

Fazit: Alles in Allem nett, aber doch insgesamt mehr laut als lauschig.

 

Goodfriends

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An der Dreikönigskirche speist es sich bekanntlich sehr schön – so entscheiden wir uns dann auch für einen Platz an der Sonne, wenngleich die Räumlichkeiten sehr einladend wirken. Leider scheinen die Mitarbeiter keine Lust auf das fantastische Wetter zu haben. Wir bleiben vorerst unsichtbar, denn es vergehen gute zehn Minuten, bis das Service-Personal uns zur Kenntnis nimmt, so dass wir schon erwägen, zur Tapas-Konkurrenz gegenüber zu flüchten. Mit Freundlichkeit lässt sich das aber wieder ausbügeln, was hier auch gelingt. Das Speisenangebot ist insgesamt erfreulich klein gehalten, zeigt sich aber abwechslungsreich und verspricht Geschmackserlebnisse fernab des Altbekannten. Wir probieren Hühnchencurry mit Cashewkernen für 10,50€ und scharfes Rindfleisch mit Zitronengras und Ingwer für 9,90€. Tja, was sollen wir sagen... wir sind begeistert! Zartes Fleisch, dass im Mund zerfällt, sehr gut aufeinander abgestimmte Gewürze, frische Kräuter und knackiges Gemüse sind für Auge und Gaumen gleichermaßen eine Freude. Und auch die Portionsgröße lässt nichts zu wünschen übrig.

Fazit: Solide Leistung, sehr empfehlenswert!

 

Hot Wok Münzgasse

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Auf halber Treppe zu den Brühlschen Terrassen kann man im Hot Wok nicht nur äußerst leckeres vietnamesisches Essen genießen, sondern auch das Treiben in der Münzgasse beobachten, ohne selbst gesehen zu werden. Lediglich ein paar Spatzen treiben hier ihr Unwesen, was den Tierfreund aber nicht schreckt. Die Hauptgerichte Pho Bo (große Suppe mit Rindfleisch und Koriander) für 9,90€ und das Huhn mit Zitronengras, Chili und Gemüse in der Heißpfanne für 12,50€ sind nicht günstig, aber lecker und schnell auf dem Tisch. Dazu gibt es eine Auswahl guter, erschwinglicher Weine und auch die Vorspeisen punkten in Sachen Variation. Auf der lauschigen Terrasse lassen es sich auch viele vietnamesische Gäste schmecken, was für eine gewisse Originalität der Küche spricht. Drinnen ist es ziemlich abgefahren, wer auf interessante Öl-Gemälde steht, hat hier auf jeden Fall eine Weile was zu schauen und kann die Werke vietnamesischer Künstler sogar käuflich erwerben. Schade: Für Rolli-Fahrer ist es schwierig bis unmöglich, das Lokal zu erreichen, was aber sicherlich der historischen Bauweise geschuldet und daher dem Betreiber kaum anzukreiden ist. 

Fazit: Leckeres Essen, tolle Athmosphäre, gern wieder.

 

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Im Tô auf dem Bischofsweg sitzt es sich draußen nett, aber doch sehr inmitten des Neustädter Geschehens. Wer nicht mag, dass einem im Vorbeigehen auf den Teller geschaut oder gar ins Essen gequatscht wird, ist mit einem Plätzchen drinnen sicher besser beraten. Die Karte bietet einen soliden Querschnitt durch die vietnamesische Küche, vor allem Vorspeisen und Suppen gibt es in vielen Varianten. Das Essen kommt schnell und ist lecker und reichlich. Die Hauptgerichte schlagen mit 8,50€ zu Buche, was für die Menge aber durchaus angemessen ist. Warten müssen wir hingegen auf die Getränke, erst nach rund 20 Minuten erhalten wir -kommentarlos- die bestellten Durstlöscher. Der vietnamesische Eiskaffee ist ok, das Glas aber eher halb leer als halb voll - für 3,90€ kein Hit. Seltsamer Service-Move: Kaum, dass unsere Teller leer sind, bekommen wir ohne Aufforderung die Rechnung präsentiert. Besonders schade, weil wir laut dieser von der Chefin persönlich bedient wurden. So richtig willkommen fühlen wir uns hier jetzt irgendwie nicht mehr, aber so viel Nahrung verdaut sich bei einem Neustadt-Spaziergang ohnehin besser als im Sitzen.

Fazit: Da ist der Kunde kein König.



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