Mafia Mia

Hinter den Kulissen bei der Dinner-Show „Mafia Mia”

Der Pate ist los

25.12.2017
Autor: Kaddi Cutz

Bereits im siebten Jahr geht die beliebte Dinner-Show über die Bühne des Erlwein-Capitols. In stilvollem Ambiente könnt ihr hier ausgiebig tafeln und dabei die neuesten Entwicklungen aus dem illustren Kreis des Paten und „La Familia“ erleben – wie immer garniert mit Musik von den Firebirds und international bekannten Artisten und Künstlern. Aber was passiert eigentlich hinter den Kulissen dieser von mafiösem Glanz und glamouröser Glorie geprägten Show? Wir haben uns für euch umgeschaut.

Mafia Mia
Vorhang auf! Auf den schön eingedeckten Tischen warten schon allerhand Amuses auf die hungrigen Gäste, die dann auch alsbald auf den neuesten Stand gebracht werden, was die Familie rund um den Paten seit Januar so gemacht hat: Dieser hat seine kurzzeitige Amnesie inzwischen überwunden und in Mexiko sein Unwesen getrieben, was sich nicht nur in der Menüfolge kulinarisch widerspiegelt. „Fiesta Mexicana“ lautet das Motto der diesjährigen Show, entsprechend bunt und krachend geht sie auch los. Wie immer gibt es lustige Videoclips, beeindruckende Künstler und tolle Musik. Wir krümeln erst ein bisschen mit den leckeren Mundbrötchen herum – die Dips wollen schließlich alle probiert werden – und verkrümeln uns dann hinter die Bühne, wo wir die beiden Clown-Urgesteine Schlicht und Kümmerling beim Kostümwechsel treffen. Gar nicht so leicht, die riesigen Schuhe an die Füße zu kriegen. Diese wurden, wie Kümmerling verrät, noch zu D-Mark-Zeiten von einem Dessauer Schuhmacher gefertigt und sind den beiden seither treue Gefährten.

 

Auch „Pate“ Bert Callenbach pausiert im Backstage, sichtlich glücklich, wieder mit der Familie vereint zu sein: „Das ist jedes Jahr wie nach Hause kommen. Der Ensemble-Gedanke spielt hier eine sehr große Rolle, wir sind ein tolles Team und ich liebe es, den Winter über mit allen hier in Dresden zu sein“, verrät der Leipziger Entertainer. Normalerweise nutzen die Künstler die Zeit zwischen den Auftritten, um bereits die Show fürs nächste Jahr zu planen. „Wir spinnen dann schon viel rum, überlegen uns eine Story und im August geht es dann für eine Woche irgendwo in die tschechische Pampa und wir schreiben das Stück fertig“. Die Filmsequenzen werden dann, meist im September, an Originalschauplätzen gedreht. Nach Paris und Palermo diesmal in Mexiko, wo zur Zeit des Drehs ein Erdbeben wütete. „Zum Glück waren wir in Yucatan weit genug weg und haben nichts davon mitbekommen“. Spannend sind die Außendrehs natürlich trotzdem, allein weil vieles spontan passiert: „Wirklich viel planen können wir da nicht, wir wissen ja nie, was uns dann tatsächlich am Drehort erwartet.“ Dass die Künstler während der Show auch über den Bühnentisch wandeln, wo die Gäste mit ihren Getränken hantieren, ist inzwischen hingegen ein erwartbares Szenario, das keine Aufregung verursacht. „Da gucke ich gar nicht mehr hin“, lacht der Pate, „die Gäste müssen halt ihre Getränke festhalten, dann passiert nichts“. Ein Malheur gab es im letzten Jahr trotzdem, wie er verrät: „Eine Tänzerin ist mit dem Absatz in ihrer eigenen Netzstrumpfhose hängengeblieben – das gab dann einen Crash. Sowas kann passieren und gehört dazu, ist aber nicht schlimm, wenn es wie in diesem Fall keine Verletzten gibt“. 

 

The show must go on

In der Küche von Mafia Mia
Bei diesem Entenanblick zerläuft einem das Wasser im Munde.
Und das tut sie auch. Deshalb verschwinden wir in die Küche, wo uns neben einer Schar gut gelaunter Köche und einem geradezu betörenden Duft nach vor sich hin garender Ente auch Küchenchef Andreas Kirsch erwartet. Sollte in seinem Refugium auch nur ansatzweise so etwas wie Stress herrschen, merkt man es ihm nicht an. Während er uns mit allerhand interessanten Backgroundinfos aus dem Zentrum des Genusses füttert, hat er die Gesamtsituation zwar im Blick, weiß aber ganz offensichtlich auch, dass er sich auf seine Leute voll und ganz verlassen kann. „Wir arbeiten seit Jahren mit einem festen Team, da weiß jeder, welcher Handgriff wann gemacht werden muss und alle haben Spaß bei der Arbeit“, sagt Kirsch. Das ist ganz offensichtlich auch notwendig, denn als die Barbarie-Entenkeulen mit Honig-Kräuter-Kruste endlich ihren Weg aus dem Ofen auf die Teller finden, wo sie neben Ananasrotkohl und gefülltem Kloß mit Semmelbutter ein gar appetitliches Bild abgeben, ist Fließbandarbeit angesagt.

 

Weniger als 20 Minuten braucht das Küchenteam für 600 Essen – pro Gang! Sonderwünsche wie vegane oder vegetarische Menüs gibt der Service per Funk an die Küche weiter. Insgesamt 20 % macht der Anteil an „anderem“ Essen inzwischen aus. Sogenannte Spontanveganer gibt es dabei genau so wie auch den umgekehrten Fall, wie Chefkoch Kirsch lachend erzählt: „Es kommt durchaus auch vor, dass vegetarisch oder vegan angemeldet wurde und der Anblick der benachbarten Ente dann auf einmal die Entscheidung derart erschüttert, dass Leute spontan zu Fleischessern werden“. Ihn hingegen erschüttert all das nicht: „Manchmal kriege ich Mails mit ellenlangen Listen von Unverträglichkeiten – da sage ich dann: Alles klar. Sagen Sie einfach, was Sie essen wollen, ich mach’ das“. Wir glauben ihm das sofort und überlegen schon, wie wir die „Event-Kirsche”, wie Andreas Kirsch weithin genannt wird, nach der Show unauffällig im Rucksack verstauen und in unsere Küche schmuggeln können. 

Ente – aber mit Ende

Erstmal gibt es aber Ente und wir übertreiben keines-wegs, wenn wir dieser einen Suchtfaktor-Stempel aufdrücken. Theoretisch, denn praktisch bleibt nicht viel davon über, was sich noch abstempeln ließe. Über die Saison gehen allein bei Mafia Mia 13.000 Entenbeine über den Tisch. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat Mirco Meinel, seines Zeichens Chef der Eventagentur First Class Concept. Diese steckt nicht nur hinter den Dinnershows, sondern auch hinter diversen anderen genussaffinen Veranstaltungen, wie etwa den „Genusswelten“ oder der „Schlössernacht“.

Mafia Mia
Gerade hat er noch im Palaishotel nach dem Rechten gesehen, nun schaut er, ob auch bei Mafia Mia alles läuft und freut sich über die zufriedenen Gesichter der Gäste.

 

Wir treffen den Big Boss auf einen Schwatz im Foyer, wo er sichtlich mit sich hadert, ob er der Verlockung „Ente“ an diesem Abend widerstehen kann. „Im letzten Jahr habe ich es auf 64 Entenbeine gebracht“, erzählt Meinel grinsend, „da hat die Waage dann irgendwann ganz schön ausgeschlagen“. Als kurz vor Weihnachten das Smokinghemd partout nicht mehr passen wollte, sagte Meinel seine Teilnahme am geplanten Event kurzerhand ab und blieb zu Hause. Was uns nur allzu bekannt vorkommt, war für den Veranstalter der Startschuss für eine Veränderung: Seither hat er deutlich abgespeckt. Allerdings ist der Erfolg schon wieder in Gefahr, denn das knusprige Federvieh ist hier schon Tradition und damit allgegenwärtig. Gerüchten zufolge wurde Meinel dann auch nach der Show noch in der Küche beim Verputzen eines Entenbeines gesichtet. Können wir ihm nicht verübeln. Einfach viel zu gut, diese Ente.

 

Infos: „Mafia Mia” ist noch bis zum 14. Januar im Erlwein-Capitol zu erleben, Tickets gibt es ab ca. 60 €

 

 

 



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