Artikelbild für Humorzone 2017

Humorzone 2017

Ring frei für Runde drei!

06.03.2017
Autor: Kaddi Cutz

Humorzone 2017
Humorzone 2017 in Dresden

Mit Pauken und Trompeten zum Auftakt 

 
Schon das Warmup am 8. März, wie immer moderiert von Lachlegende Knacki Deuser, zündet einen kunterbunten Knallteppich, der auf formidable Weise zeigt, aus was für unterschiedlichem Stoff gute Comedy gemacht sein kann. Hektische Spaß-Zauberei vom Schweden Carl-Einar Häckner, genial gelebte Phlegmatik von Rolf Miller, Vincent Pfäfflin - die fleischgewordene Antwort auf die Frage, welche Art von Humor entsteht wenn die Eltern teils aus Amerika, teils aus Dippoldiswalde stammen. Die Vielfalt macht hier die Musik und die, so viel steht fest, wird verdammt spaßig. Los geht’s um 19.30 Uhr in der Schauburg. Ebenfalls dort, nur eine halbe Stunde später, feiert Fil den „Triumph des Chillens“ und gleichzeitig auch die Dresden-Premiere seines neuen Programms, das er als die relaxeste Show des Universums anpreist. Ob man als Publikum zum Chillen kommt, ist indes fraglich, denn dieser Typ ist verdammt witzig.
Ein ähnliches Szenario zwischen „Idyll und Irrsinn“ findet ihr um 21 Uhr im Blue Note vor und richtig vermutet: Es wird musikalisch. Gangkino Circus spielen auf und zeigen eindrucksvoll, dass Comedy so viel mehr sein kann als Stand-Up und Kabarett. Rasante Melodien tragen das aberwitzige Konzert-Kabarett, das den Wahnsinn der fränkischen Dorfidylle, übrigens die Heimat des Circus-Ensembles, ans Tageslicht bringt.

 

Internationale Vielfalt und ein langersehntes Comeback

 
Musik-Kabarett mit „Suchtpotential“ gibt es auch am 9. März bei Breschke & Schuch: Laut, lustig und laktosefrei sorgen die beiden lässigen Ladys für gnadenlos komische Eskalation. Los geht’s um 19.30 Uhr. Fast parallel dazu, um 20 Uhr im Boulevard-Theater, zeigen Horst Evers und seine Gäste alias „Die Vorleser“, dass eben doch im Vorteil ist, wer lesen kann. Sven Kemmler, Gernot Hassknecht, Dietmar Wischmeyer und natürlich Evers selbst, lesen euch was vor und lassen garantiert kein Auge trocken. Zum Weinen schön ist auch der Engländer Johnny Armstrong, der seinen britischen Humor auf deutsch zum Besten gibt.
Deutsch-Britischer Stand-Up-Comedian aus Berlin
J. Armstrong: Einzeilerschnellfeuerkomiker aus Nordengland
Das ist ziemlich lustig, weshalb ihr ihn möglicherweise im Bärenzwinger besuchen solltet, den er um 20.00 Uhr heimsucht. Falls ihr nicht schon was anderes vorhabt, denn der Donnerstag ist wirklich knallvoll mit tollen Acts: Jindrich Staidels Migrantenscheune mixt die Scheune auf, Dave David bringt erst die Schauburg und dann ganz Deutschland zum Frohlocken. Bürger From The Hell zerlegt als Möchtegern-Rocker das Thalia und Rainald Grebe setzt sich im Schlachthof endlich wieder ans Klavier – das ist großartig, allerdings nur für diejenigen unter euch, die sich schon Karten besorgt haben. Die sind nämlich schon alle weg. Aber, wie gesagt: An guten Alternativen mangelt es ja nicht.
 

 Der schönste Mann des MDR und "Schwarze Grütze"

 

Auch am Freitag fällt die Entscheidung schwer. Wer das Warmup verpasst hat oder weitere wertvolle Tipps von der Oralneurotiker-Selbsthilfegruppe zu erfahren wünscht, kann sich diese im Bärenzwinger abholen. Hochkomische Berufsberatung und praktizierte Toleranz legt hingegen Özcan Cosar aufs Parkett der Schauburg. In der Scheune präsentiert der schönste Mann des MDR, aka Christian Meyer, wieder die Funny Side of Slam, dieses Jahr ohne Poetry Slammer Quichotte, denn der spielt parallel dazu im Thalia sein Solo-Programm. Was sich auch sehr lohnt, denn der Mann ist unglaublich vielseitig und ein begnadeter Freestyler! Die Herkuleskeule serviert „Schwarze Grütze“, geistige Blutergüsse und krachende Komik.
 

Freudenschüsse und Amore

 

Am Samstag-Abend bleibt dann wieder die Qual der Wahl: Katie Freudenschuss macht im Thalia ihrem Namen alle Ehre, Christian Meyer kürt im Breschke & Schuch den Sieger oder die Siegerin der Newcomer-Mixshow und heizt die Spannung an, wer am großen Abschiedsgala-Abend den Goldenen August als beste*r Newcomer*in erhalten wird. Im Thalia sorgt Roberto Capitoni für Amore und Humore und wer jetzt immer noch nicht genug gelacht hat, sollte vielleicht früh ins Bett gehen, denn am letzten Festivaltag lädt Stefan Schwarz zur Matinee-Lesung ins Boulevardtheater und präsentiert ein Best Of seiner diversen Bestseller.
 

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss... und mit Stargast 

 
Am Abend geht schließlich das Festival zuende, natürlich aber standesgemäß mit Pauken, Trompeten, einer zünftigen Abschiedsgala und einem Stargast: Helge Schneider höchstpersönlich reiht sich in das ohnehin schon opulente Line-Up, bestehend aus Torsten Sträter, Johnny Armstrong, Konrad Stöckel, der Echse, Martika Schwarzmann, Serdar Somuncu und Fil ein. Durch den ausverkauften Abend im Alten Schlachthof führt Olaf Schubert – aber halt! Niemand muss weinen, weil er beim Ticketshopping wieder getrödelt hat: Auch in diesem Jahr lässt sich das Spektakel live im TV verfolgen. Bequem vom Sofa aus. Und irgendwie haben wir uns das nach fünf Tagen Lachmarathon ja auch verdient.      


Diese Artikel könnten Dir gefallen:


Kommentare
› Schreibe einen Kommentar
    • Bisher keine Kommentare.
  • Bitte registriere dich bei uns oder log dich ein um Kommentare zu schreiben oder Bewertungen abzugeben.

Teilen auf

auf: