Interview: The Kooks

Leipzig, here we come! The Kooks im Interview

urbanite präseniert The Kooks am 3. April im Haus Auensee

20.03.2019

Den Sonnenschein durch die trüben Wolken bringen The Kooks mit ihrem fünften Studioalbum „Let’s Go Sunshine“ und lassen uns – nicht ohne einen Hauch Wintermelancholie – die ersten Vorboten des Frühlings spüren. Im Interview mit Sänger Luke und Gitarrist Hugh haben wir schon mal ein bisschen vorgefühlt.

Interview: The Kooks

Das fünfte Album – was war anders im Vergleich zu den Vorherigen?

Luke: Jedes Album ist natürlich unterschiedlich, allein im Prozess. Wir haben mit zwei verschiedenen Produzenten gearbeitet, die jeweils eine Menge Erfahrung und Ideen mit sich gebracht haben. Wir sind dieses Mal auch ganz anders an die ganze Sache heran gegangen als beim letzten Album, zum Beispiel. Wir haben versucht wieder zum Ursprung zurückzukehren – wir haben viel gebastelt und neu zusammengesetzt beim Aufnehmen, haben Loops am Computer gebaut und Songs im Studio geschrieben. Es ist also immer wieder anders. Diesmal sind wir sehr kalkuliert an die Sache gegangen, wir haben alles im Voraus geplant und hoffentlich ein gutes Ergebnis geliefert. 

 

Hat das Album ein übergreifendes Thema oder Motto?

Hugh: Die Frage ist sehr schwer zu beantworten.

Luke: Wir wollten auf jeden Fall etwas Positives produzieren, etwas, das die Band repräsentiert. Das Album hat Elemente der 60er Jahre, einen Rock‘n‘Roll-Glanz an sich. Aber alle Lieder sind unterschiedlich, einige sind Stories aus unserem Leben, andere sind erfunden, ein paar sind Liebeslieder. Mit dem Album sprechen wir all diese verschiedenen Themen an. 

 

Entscheidet ihr euch für den Titel des Albums erst am Ende oder während des Prozesses?

Luke: Eher am Ende, zumindest bei diesem Album. Wir hatten das Gefühl, der Titel trifft genau den Ton des Albums.

Hugh: Wenn du von einem roten Faden sprichst, der sich durch das ganze Album zieht, ist eher die Entwicklung ausschlaggebend. Und das spiegelt auch der Titel zum großen Teil wieder. Das Ding ist, wenn wir ein neues Album aufnehmen, haben wir vorher nie ein genaues Konzept. Es gibt also kein Schlüsselwort oder einen Schlüsselsatz, der alles zusammenfasst. Wir sind eher der Meinung, dass das Album den Zuhörer auf eine Reise mitnehmen soll, anstatt alles auf ein Konzept aufzubauen. Auf „Let‘s Go Sunshine“ verbinden wir verschiedene Ideen miteinander und ich denke das spiegelt die Band perfekt wieder. Auf ein und demselben Album findest du Punkrock-Songs und Jazz-Balladen. Das eine Merkmal, das uns verbindet, ist Vielfalt. 

 

Schreibt ihr eure Songs gemeinsam oder denkt sich einer die Texte aus und ein anderer die Melodie und am Ende wird alles zusammengepackt?

Luke: Nein, nicht wirklich. Wir schreiben nicht zusammen. Meistens habe ich eine Idee für einen Song und liefere das Gerüst und von da aus geht es weiter. Es ist eher ein offenes Buch mit den Kooks. Wir sind an jedes unserer Alben komplett anders herangegangen. Das Meiste von „Let‘s Go Sunshine“ haben wir im Studio geschrieben – teilweise wurde die Melodie bereits aufgenommen, während ich nebenbei den Text geschrieben habe. Es kommt auch immer auf den Song selbst an. Hugh und ich schreiben meist getrennt voneinander. Wir haben versucht gemeinsam zu schreiben, wir wurden ein paar Mal zusammen in einen Raum eingeschlossen (lacht).

Hugh: Und dabei sind auch einige ziemlich coole Stücke rausgekommen. Aber wir beide haben sehr konkrete Vorstellungen – du musst einen gemeinsamen Nenner finden, von dem aus es weitergehen kann, und das ist ziemlich schwer. Es ist wirklich jedes Mal anders.

 

Wie gefällt euch das Leben auf Tour? Macht es immer noch Spaß?

Luke: Wir führen dieses Leben jetzt schon eine ganze Weile und manchmal möchte man einfach nur zu Hause bei der Familie bleiben. Aber am Ende kommt es drauf an, was du daraus machst. Während einer Tour kannst du machen was du möchtest, du kannst feiern gehen und neue Leute kennen lernen. Oder du bleibst einfach im Bus und schaust alte Filme an. Du kannst eine Tour so gestalten wie du es möchtest. Es wird also nie wirklich langweilig. Und wir dürfen an so vielen coolen Orten auftreten. Außerdem touren wir mittlerweile nicht mehr ganz so viel wie früher, es passiert einfach mehr zu Hause. Aber wenn wir unterwegs sind, genießen wir das auf jeden Fall sehr und wir freuen uns immer wieder drauf. Und es gibt immer noch neue Orte für uns – wir werden diesmal durch Teile Asiens touren, an denen wir vorher noch nicht waren. Und auch in Südamerika. Das Leben auf Tour ist also definitiv großartig.

Hugh: Das Problem sind nur die vielen Flughäfen!

Interview: The Kooks

Spielt ihr auch die alten Songs noch gerne? Wie bindet ihr die in die Setlist für eure Touren ein?

Hugh: Klar, spielen wir die noch gerne! Wir hören nicht einfach auf Lieder zu spielen, nur weil sie alt sind. Wir wollen den Zuschauern, die sich ein Ticket für unsere Konzerte kaufen, eine tolle Show bieten. Und dazu gehören auch die alten Songs, die alle kennen. Es ist also immer eine Balance – nicht zu cool sein für die alten Songs, aber es spannend und frisch halten. Wir werden also auf jeden Fall eine Menge der Songs von „Let´s Go Sunshine“ spielen, weil die auch für uns neu sind. Aber wenn du die ersten Töne von „Naive“ anstimmst, fühlt sich das echt gut an. Zu hören wie unsere Songs beim Publikum nach so langer Zeit immer noch ankommen und die Jahre überdauern, ist einfach ein großartiges Gefühl.

Luke: Ich denke wir haben auch eine Pflicht gegenüber unseren Fans, die alten Songs zu spielen und das mit Leidenschaft und Spaß. Es ist wichtig in den Liedern etwas zu finden, das dich daran erinnert wie du den Song geschrieben hast. Es ist ein bisschen wie eine Zeitmaschine. Und ehrlich gesagt, wenn dir deine eigenen Songs nichts geben als Musiker, dann solltest du lieber nach Hause gehen. Und wir haben noch nicht das Gefühl nach Hause gehen zu wollen.

 

Habt ihr ein Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?

Luke: Wir machen das zwar nicht immer, aber manchmal spielen wir „Gib die Kiwi weiter“.

Hugh: Oh ja, fang die Kiwi.

Luke: Es hilft, um uns auf eine Wellenlänge zu bringen, uns aufeinander abzustimmen. Wir machen Aufwärmübungen für die Stimme. Und ab und zu trinken wir einen Shot. All das ist wichtig vor einem Auftritt. Eine Zeit lang habe ich mir angewöhnt, nach einem Auftritt zu meditieren, aber das hat nicht allzu lange gehalten.

Hugh: Also nein, eigentlich nicht (lacht). Sorry, wir spinnen hier nur rum, wir haben kein Ritual. Die Antwort ist nein, aber wir wollten nicht langweilig sein.

 

Ihr habt schon ein paar Mal in Leipzig gespielt, was verbindet Ihr mit der Stadt?

Luke: Yeah, wir hatten immer eine gute Zeit in Leipzig. Es ist eine schöne alte Stadt, nicht wahr? Wir haben Freunde in Leipzig. Wir werden etwas Zeit nach dem Konzert haben, bevor wir nach Stuttgart weiterfahren, also vielleicht stürzen wir uns ins Nachtleben der Stadt, genießen einen freien Abend. Leipzig, here we come!

 

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Luke: Erstmal sind wir auf Tour für die nächsten zwölf Monate. Und danach werden wir erst mal ein paar Monate frei machen. Hugh wird ein Album veröffentlichen.

Hugh: Yeah, ich werde ein Album veröffentlichen mit einigen Songs, die ich geschrieben habe. Ich habe die letzten Jahre immer wieder heimlich an etwas gefeilt und es wird Zeit, dass ich es der Welt zeige und genau das werde ich tun. Einfach etwas Spaß damit haben. Vielleicht komme ich sogar nach Leipzig.

Luke: Aber wir werden sicher auch einige gemeinsame Projekte angehen, wir sind für alles offen. Die Musikindustrie ist sehr wandelbar und gibt direktes und schnelles Feedback. Wer weiß, vielleicht kollaborieren wir mit einem anderen Künstler. Momentan denken wir noch nicht über das nächste Album nach. Es wird aber auf jeden Fall eines geben. Erst mal veröffentlichen wir noch drei weitere Songs dieses Jahr.

Hugh: Genau, es gibt Bonus-Material zu „Let‘s Go Sunshine”.

Luke: Und wenn sich etwas ergibt, worauf wir Lust haben und das uns interessiert, dann machen wir das einfach.

 

Interview: The Kooks
 

THE KOOKS – LET’S GO SUNSHINE TOUR 2019 

03.04.2019., Haus Auensee | 19 Uhr | Karten ca. 40 €



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